Der Tiefpunkt am Fußballstandort Altena ist erreicht

+
An mangelnder Unterstützung hat es jedenfalls nicht gelegen: Rund 200 VfB-Anhänger unterstützten ihre Mannschaft am Dickenberg.

Altena - Sie fuhren als A-Ligist und voller Optimismus zum Dickenberg, und kehrten als B-Ligist und zutiefst enttäuscht zurück: Mit der 1:4-Niederlage des VfB Altena im Entscheidungsspiel gegen den B-Liga-Vizemeister SC Lüdenscheid II vor rund 700 Zuschauern erreichte der Fußball-Standort Altena am Sonntag seinen absoluten Tiefpunkt. Die Burgstadt ist künftig ein weißer Fleck auf der A-Liga-Landkarte.

Der VfB Altena, Anfang dieses Jahrtausends in der Landesliga- und bis Sommer 2006 noch in der Bezirksliga vertreten, kickt in der Saison 2017/18 in der B-Liga. Das müssen alle, die es mit dem VfB Altena halten – und das sind nicht wenige – , in dieser Woche erst einmal sacken lassen.

Statt zum Derby nach Neuenrade geht es für den VfB demnächst im Reineckestadion zwei Mal im Stadtduell gegen den TSKV. Statt SC, SV Hellas oder TSV Lüdenscheid heißen die Gegner künftig Polonia, RWL II oder Post SV Lüdenscheid.

„Die Jungs und ich sind mega geknickt. Wir hatten uns die Partie alle anders vorgestellt. Das ist alles sehr, sehr bitter“, sagte Robert Krumbholz am Tag nach dem sportlichen Fiasko, das rund 200 mitgereiste und nicht weniger enttäuschte VfB-Anhänger verfolgten. Der 38-Jährige Übungsleiter, der gegen die SCL-Reserve über die gesamten 90 Minuten verteidigte und auch die zugegeben noch recht jungen Altherren-Kicker Nauss und Zörner in seiner Startelf aufbot, musste sich nach Abpfiff durch Schiedsrichter Liedtke dann auch vereinzelte „Krumbholz raus“-Rufe aus der Fangemeinde sowie die eine oder andere kritische Stimme im Bezug auf seine Startformation anhören.

„Ich wollte in einer so einer wichtigen Partie möglichst viel Erfahrung auf dem Platz haben. So wie zuletzt beim Sieg gegen Türkiyemspor Plettenberg“, erklärte Krumbholz am Montag. Unterm Strich aber war es gegen den galligeren und zielstrebiger agierenden Sport-Club fußballerisch zu wenig, was der VfB auf die Kunsthalme brachte. „Wir haben leider keine gute Form entwickelt, haben aus unserem Ballbesitz zu wenig gemacht. Und ab der 70. Minute fehlte uns bei dieser Hitze die Kraft“, meinte der hörbar bediente VfB-Coach, der festhielt: „Wir sind nicht am Sonntag abgestiegen, sondern eigentlich schon während der Saison. Wir haben unnötig leider sehr, sehr viele Punkte liegen lassen.“

Gründe, warum die Serie eine vermaledeite war, gab es aus Sicht des 38-Jährigen gleich mehrere. Nach dem großem personellen Umbruch im Sommer 2016, als zehn Akteure den Vizemeister der Saison 2015/16 verließen, habe sich die Kaderplanung nach einigen sehr späten Abmeldungen als extrem schwierig erwiesen. Mit Krumbholz, der das Kommando von Vorgänger Fitim Zejnullahu übernahm, kamen zwar auch zehn neue Akteure an den Pragpaul, die aber nicht ansatzweise an das Niveau von Dominik Franz, Tim Dlugolentzki oder eines Julian Kroll herankamen.

„Von den zehn Neuen konnten wir nur drei gebrauchen“, hielt Robert Krumbholz daher am „Tag danach“ und mit einem deftigen Montag-Blues fest. Im Klartext: Bis auf Blendar Avdullahu, Christian Maas und Piero Rizzi waren die „Neuen“ große Flops und spielten zum Teil schon wenige Wochen nach Saisonstart keine Rolle mehr.

In der Winterpause legten die Altenaer mit dem von der klassengleichen SpVgg-Nachrodt verpflichteten Trio El Bajjati, Almeida und Rathmann personell nach, letztlich aber erwies sich lediglich Letztgenannter als echte Verstärkung, mit Abstrichen vielleicht noch El Bajjati. „Außerdem mussten wir in der gesamten Saison etliche Rückschläge hinnehmen und immer wieder auf Spieler der Alte Herren zurückgreifen“, spielt Krumbholz auf die Verletztenmisere an. Allein der monatelange Ausfall von Defensiveckpfeiler Nick Westerwell, der pünktlich zur Relegation wieder fit wurde und sich in den Dienst der Mannschaft stellte, wog schwer.

Nach dem sportlichen Misserfolg und einer verkorksten Spielzeit 2016/17 denkt Robert Krumbholz aber nicht an einen Rücktritt, sondern will in der kommenden Serie mit seinem Team den Karren wieder aus dem Dreck ziehen. „Wir wollen uns in dieser Woche mit der Mannschaft der neuen Saison zusammensetzen. Auch die Neuzugänge sind dann dabei. Wir haben einen Kader von 21 Spielern. Und unser Ziel ist es, direkt wieder aufzusteigen“, so der VfB-Coach.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare