Thomas Nockemann überzeugt bei Billard-EM

Erst im Finale beim Cadre 47/2 wurde der Erfolgsweg von Thomas Nockemann bei den Europameisterschaften gestoppt. Er unterlag seinem Vereinskollegen vom DBC Bochum, dem Schweizer Xavier Grettilat.

Lüdenscheid - Mitte April hatte er mit seinen Teamkollegen vom DBC Bochum die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft gefeiert, und seine glänzende Form stellte Thomas Nockemann jetzt auch in Brandenburg unter Beweis: Von den dortigen Europameisterschaften kehrte der Lüdenscheider Cadre-Spezialist mit einer Silber- und einer Bronzemedaille zurück.

Von Marc Kusche

„Ich bin hochzufrieden, denn zu erwarten war das nicht unbedingt. Bei dem Modus kann einen auch ganz schnell das Aus ereilen“, erinnert sich der 42-Jährige noch an die EM 2013, als es im Cadre 47/2 nur zu Rang zwölf für ihn gelangt hatte.

Und auch diesmal drohte das schnelle Aus. 24 Spieler nahmen die Titelkämpfe in acht Dreier-Gruppen auf, nur die Sieger qualifizierten sich für das Viertelfinale. Und für Nockemann begann es im Stahlpalast denkbar schlecht, unterlag er doch gleich in seinem ersten Match dem stark aufspielenden Österreicher Arnim Kahofer mit 158:200 in vier Aufnahmen. Es folgte zwar ein deutliches 200:43 in zwei Aufnahmen gegen den Spanier Carlos Tuzet, jetzt aber musste noch Schützenhilfe von Tuzet kommen. Der setzte sich denn auch gegen Kahofer durch, und bei Punktgleichheit des Trios zog der Bergstädter schließlich aufgrund des besten Generaldurchschnitts (59,66) ins Viertelfinale ein.

Und in diesem rief Nocke-mann seine stärkste Leistung auf, ließ dem Tschechen Marek Faus mit 250:0 in nur einer Aufnahme (Turnierbestmarke) nicht den Hauch einer Chance. Enger wurde es in der Vorschlussrunde, dennoch behauptete sich der zigfache deutsche Meister gegen den Belgier Patrick Niessen mit 250:186 in fünf Aufnahmen.

Im Finale wartete dann mit dem Schweizer Xavier Gretillat eine Mannschaftskollege Nockemanns vom DBC Bochum, der unter anderem im Viertelfinale den deutschen Meister Sven Daske aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Und der Schweizer trumpfte auch im Finale groß auf, holte sich nach drei starken Aufnahmen mit 250:23 die Goldmedaille. „Xavier war an diesem Tag nicht zu bezwingen. Aber auch mit Silber bin ich super zufrieden“, war für den Bergstädter mit der Vize-Europameisterschaft im Cadre 47/2 Teil eins bei den Titelkämpfen vollauf geglückt.

Nockemann behält auch im Cadre 71/2 die Oberhand

Und auch im (Groß-) Cadre 71/2 lief es für den 42-Jährigen dann ähnlich gut. Sowohl gegen den Ungarn Balazs Leb (150:9 in fünf Aufnahmen) als auch beim erneuten Aufein-andertreffen mit Arnim Kahofer (150:6 in zwei Aufnahmen) behielt er deutlich die Oberhand, qualifizierte sich als Gruppensieger erneut fürs Viertelfinale. Und es entwickelte sich eine Partie, die es in sich hatte und schon verloren schien, denn der Tscheche Adam Baca legte eine 191:6-Führung vor. Aber Nockemann behielt die Nerven, legte in seiner dritten Aufnahme 194 Punkte hin und gewann das Duell noch hauchdünn mit 200:191.

„Dieses Spiel hat aber viel Energie gekostet, danach war bei mir irgendwie die Luft raus. Allerdings hat Dave Christiani auch wie entfesselt aufgespielt“, zog Nockemann gegen den Niederländer im Halbfinale nach nur einer Aufnahme mit 8:200 den Kürzeren, war aber auch über die Bronzemedaille „einfach nur happy“.

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