Tennis

LTV 99 positiv gestimmt: Saisonstart am 8. Juni auf freiwilliger Basis

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Tennisstart am 8. Juni: Lennart Fastabend.

Kreisgebiet – Der Westfälische Tennis-Verband plant seine Sommersaison ab dem 8. Juni - allerdings auf freiwilliger Basis.

Die vergangenen Tage waren die wohl stressreichsten und bewegendsten in der 20-jährigen Amtszeit von Robert Hampe als Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes. Ein ständiger Austausch mit den Präsidiumsmitgliedern, unzählige Telefonate mit Vereinsvertretern und ein intensiver Kontakt zur Landesregierung in Düsseldorf zerrten auch an der Substanz des pensionierten Lehrers. 

Deshalb war er am Donnerstag auch einer der ersten in Hamm, der nach den Lockerungen im Bereich Freizeit- und Breitensport einige Bälle auf dem Aschenplatz schlug. „Weil von morgens an ständig das Telefon bei mir klingelte, bin ich erst einmal zum Ruderclub gefahren und habe eineinhalb Stunden Tennis gespielt“, erzählte Hampe. „Und das hat einfach richtig Spaß gemacht.“ 

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportverbänden, die durch die plötzlichen Lockerungen Mitte vergangener Woche durch die Landesregierung in Düsseldorf überrascht wurden, war der Westfälische Tennis-Verband bestens gerüstet. „Eigentlich hatten wir ja damit gerechnet, schon am 4. Mai wieder spielen zu dürfen. Deswegen waren auch alle unsere Vereine bereits informiert worden, welche Maßnahmen unbedingt notwendig sein werden“, betonte Hampe. Der registrierte zudem, dass die Corona-Pandemie auch die einzelnen Landesverbände näher zusammengeführt hat. 

„Ich bin richtig stolz darauf, dass wir erstmals in meiner Zeit als WTV-Präsident mit dem Mittelrhein und Niederrhein auf einer Linie fahren, wie der kommende Ligen-Betrieb in NRW aussehen wird“, bestätigte Hampe das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung, die beim Tennisverband Niederrhein in Essen stattfand. Am Donnerstag wurden die Rahmenbedingungen noch im erweiterten WTV-Präsidium per Videokonferenz mit den Bezirksvorsitzenden durchaus – wie Hampe bestätigte – kontrovers diskutiert, schließlich aber doch mehrheitlich verabschiedet. Deshalb ist der Tennis-Sport in NRW eine Art Vorreiter, denn nach dem Fußball mit der 1. und 2. Bundesliga wird Tennis die zweite Sportart sein, die wieder einen geregelten Meisterschafts-Spielbetrieb startet. 

So wird die Sommer-Wettspielrunde am 8. Juni offiziell als Übergangssaison gestartet und muss bis zum 27. September beendet sein. Entgegen ursprünglicher Überlegungen, nur die unteren Klassen spielen zu lassen, um weite Anfahrten zu vermeiden, wird nun in allen Ligen von der Kreisklasse bis zur Westfalenliga gespielt. Allerdings auf freiwilliger Basis. Lediglich Vereine, die trotz der Umstände teilnehmen wollen, müssen melden. Wer nicht startet, behält dennoch auch für das kommende Jahr seine Klassenzugehörigkeit. Wie der WTV-Präsident zudem bestätigte, wird es keine Absteiger, aber Aufsteiger geben. Die Vereine können untereinander auch die Spieltermine verlegen. 

Turnierfrage für Westfalen noch ungeklärt

Der WTV glaubt, damit eine praktikable Lösung gefunden zu haben, mit der alle Klubs leben können. Im Zuge der Lockerungsmaßnahmen hat bei den Tennisverantwortlichen zuletzt auch die Frage für Unsicherheit gesorgt, ob es möglich ist, ab sofort wieder Doppel zu spielen. Hampe verweist in diesem Zusammenhang auf die Aussagen der Staatssekretärin für Sport in NRW, Andrea Milz. Diese hat bei einer Pressekonferenz am Donnerst erklärt, dass auch Doppel wieder erlaubt seien. Zur Begründung führte sie das „gewisse Vertrauensverhältnis“ zwischen den Doppelpartnern an. Außerdem stellte sie klar, dass auch ein Trainer mit zwei Spielern wieder gemeinsam trainieren dürfe. Der Platz sei aufgrund der Quadratmeterzahl hierfür ausreichend groß.

Noch nicht klar ist, wie es in Westfalen mit den Turnieren aussehen wird. „In dieser Hinsicht warten wir derzeit auf eine Antwort vom Deutschen Tennis-Bund“, betonte Hampe. „Offiziell sind ja in Deutschland alle Ranglisten-Turniere bis zum 8. Juli verboten, international sogar bis zum 12. Juli.“ Deshalb hat der DTB eigens eine Einladungsturnierserie für Damen und Herren initiiert, die vom 8. Juni bis 26. Juli in zehn verschiedenen deutschen Städten ausgetragen wird. Wie Hampe bestätigte, werden drei Veranstaltungen dieser Serie auch in Versmold und eine in Kamen stattfinden. Ob, wann und unter welchen Voraussetzungen die heimischen Vereine Turniere ausrichten können, will der WTV möglichst zeitnah klären.

Positive Signale vom Lüdenscheider Stadtpark

Im Herrenbereich ist der Lüdenscheider TV von 1899 das Aushängeschild des Südkreises, stellt nach dem Aufstieg 2019 wieder ein Team in der Verbandsliga. „Ich habe natürlich noch nicht mit unserem Sportwart Mino Macaluso und allen aus dem Team gesprochen, aber ich denke, dass das für unseren Verein eine sehr gute Lösung ist“, sagt Kapitän Lennart Fastabend, „wir haben ja nur Kevin Noordermeer als Gastspieler aus dem Ausland und haben somit fast alle Spieler spielbereit für die Saison. Da haben wir vielleicht einen kleinen Vorteil. Wir können auch nicht absteigen, was ebenfalls sehr gut ist.“ So geht Fastabend davon aus, dass der LTV 99 am 8. Juni in die Saison starten wird, die Entscheidung treffen endgültig allerdings der Vorstand und die Mannschaft.

Peter Schwennecker/Thomas Machatzke

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