Hoffen auf die Trendwende

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Sportwart Mino Macaluso berichtete davon, dass der Verein im Erwachsenenbereich drei Mannschaften weniger ins Rennen schickt als noch 2015.

Lüdenscheid - Der Lüdenscheider Tennis-Verein von 1899 ist ein Verein mit großer Tradition und Vergangenheit. Er strebt mit seiner geplanten Ganzjahres-Tennishalle einer Zukunft entgegen, die eine sehr gute sein soll.

Im Hier und Jetzt allerdings – da hakt es am Stadtpark doch an der einen oder anderen Stelle.  Das offenbarte die Jahreshauptversammlung am Dienstagabend im Klubhaus. Nur noch rund 360 Mitglieder hat der LTV 99 – und damit nicht nur im Jahr 2016 weniger Mannschaften im Spielbetrieb, sondern auch weniger Geld für die Vereinsarbeit. Und so lobte der Kassenprüfer und frühere langjährige Vorsitzende Dirk Stahlschmidt den Vorstand zwar für die geleistete Arbeit, merkte aber auch kritisch an: „Wir haben 2015 gegenüber dem Jahr 2013 ein Minus von 8 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen, dazu ein Minus von 16 000 Euro aus den Halleneinnahmen. Das sind 24 000 Euro, die fehlen. Durch die zahlreichen Einsparungen sind die Ausgaben zwar auch um 11 000 Euro gesunken – mehr Investitionsmittel würden aber sicher gut tun.“

Mehr Ausgaben als Einnahmen

Faktisch hat der Verein zwar 2015 einen sattes Plus gemacht – allerdings nur, weil bereits 86 416 Euro als Spenden für die neue Halle eingegangen sind. Finanzwart Axel Kühn legte auch eine bereinigte Bilanz ohne diese Spendengelder vor – und danach hatte der LTV 99 fast 10 000 Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Die Tennishallen-Thematik spielt bei der Betrachtung der Bilanzen in alle Vereinsbereiche hinein. In die Trainerfrage zum Beispiel: Eigentlich hatte Marc Gummersbach, der Architekt der zahlreichen Erfolge im Nachwuchs-Bereich im vergangenen Jahrzehnt, bereits nach der Wintersaison seine Zelte im Sauerland abbrechen wollen. Es zieht Gummersbach privat nach Oslo zu seiner Freundin. Jugendwartin Ute Volz, die am Dienstagabend nach zehn Jahren im Amt verabschiedet wurde, überredete ihn derweil, zumindest noch die Sommersaison zu bleiben. Danach aber wird Gummersbach nach Norwegen gehen. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

"An der Hallensache hängt alles"

Ein guter Kandidat aus Hamburg sagte ab, weil ihm der Verein keine Tennishalle bieten konnte... Till Fastabend brachte es bei den Diskussionen ums Hallenprojekt noch einmal auf den Punkt: „An der Hallensache hängt alles. Ohne neue Halle kein guter neuer Trainer – und dann würden noch mehr Mitglieder verlorengehen. Und dann können wir irgendwann die Tore schließen.“ Sportlich fährt der Klub bereits in der Sommersaison eine Nummer kleiner. Die erste Herren-Mannschaft hat sich aus der Westfalenliga in die Verbandsliga zurückgezogen. Zahlreiche Spieler sind danach gegangen. Der Etat fürs erste Herrenteam, der einmal fünfstellig gewesen ist, wurde auf 3000 Euro heruntergefahren. Bei den Senioren wird der Klub nurmehr sieben Teams an den Start bringen statt wie bisher zehn. Abgemeldet wurden die Damen II, die Herren III und die Damen 30. Neben der ersten Herren-Mannschaft vertreten die Herren 40 als Neuling den Klub auf Verbandsebene. Im Jugend-Bereich ist der Klub derweil aktuell sehr gut aufgestellt. Ute Volz berichtete von zahlreichen Erfolgen der Mannschaften und auch im Einzel („Die Jugend ist in allen Altersklassen unheimlich stark aufgestellt. Das ist ein Verdienst von Marc Gummersbach.“).

Es muss sich etwas bewegen

Die Zahl der gemeldeten Mannschaften ist allerdings auch hier von zehn auf acht zurückgegangen. Dass sich etwas bewegen muss, darüber waren sich der Vorstand und die Mitglieder am Dienstagabend einig. Mit Till Fastabend und Klaus-Dieter Voth fanden sich immerhin zwei Mitglieder, die bereit sind, in einem Arbeitskreis mitzuarbeiten, der den Verein für die Zukunft nach vorne bringen soll. Themen des Arbeitskreises sollen u.a. die Gewinnung von Mitgliedern, die Modernisierung und Pflege der Internet-Seite des Klubs, die Außendarstellung, aber auch das Vereinsleben sein. Anlagenwart Guido Schulte formulierte hier eine Vision von der Tennisanlage, die wieder am Wochenende als attraktiver Treffpunkt für alle Mitglieder wahrgenommen werden soll. „Wir müssen klar anerkennen“, sagt Schulte, „dass uns hier einige unserer Nachbarvereine einen Schritt voraus sind. Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Leute gerne für den Stadtpark spielen und hier Mitglied sind...“

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