Tennishalle am Stadtpark

Schmuckstück ist bereit für erste Ballwechsel

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Das Hallenteam des LTV von 1899 vor dem Hintergrund der fast fertigen neuen Tennishalle am Stadtpark: (von links) Klaus-Dieter Voth, Dietmar Bielinsky, Henrich Schlötermann, Axel Kühn, Dieter Alt und Vera Jablonski. Mit der Verlegung des Teppichbodens steht dem Start in ein neues Kapitel des Hallentennis beim LTV 99 nun nichts mehr im Wege.

Lüdenscheid - Am Tag, als der erste Teil des neuen Tennis-Teppichs am Stadtpark den Boden der neuen Tennishalle zumindest zu großen Teilen bedeckte, an jenem Tag also, an dem das Ende eine langen Odyssee so dicht vor Augen war, da strahlte das ganze Hallenteam. Die Tennishalle am Stadtpark – sie ist nun fertig. Nach einem Weg, der ein dorniger gewesen ist, steht sie als Schmuckstück am Rande der Tennisanlage im Schatten des Mercure-Hotels und quasi am Eingang der Stadtparks. Und die Verantwortlichen des Lüdenscheider Tennis-Vereins von 1899 sind gleichermaßen glücklich und stolz.

„Die Halle übertrifft alle Erwartungen“, sagt Henrich Schlötermann, einer der großen Motoren des Bau-Auschusses und Hallenteams, wie der LTV 99 seine Planer und Kümmerer rund um den Neubau nennt. Die neue Sportstätte kommt mit ihrer Holz-Ständerkonstruktion extrem modern daher. 

Die seitlich angebrachten LED-Leuchten sorgen für eine Ausleuchtung der Halle, die keinen Vergleich scheuen muss, erst recht nicht jenen mit der Beleuchtung der alten Traglufthalle am Stadtpark, aber auch nicht mehr anderen Tennishallen der Umgebung. „Wir haben uns beim Licht sehr genau erkundigt und lange gesucht – und am Ende haben wir diese spezielle LED-Anlage für Tennisplätze zu einem Preis bekommen, den man für eine normale LED-Lichtanlage gezahlt hätte“, sagt Schlötermann. 

Gut verklebt: Am Mittwoch und am Donnerstag verlegten die Mitarbeiter der Schöpp-Sportboden GmbH den neuen Teppichboden in der Tennishalle am Stadtpark. Es handelt sich um einen Strukturschlingen-Granulatbelag, der mittelschnell daherkommt und besonders gelenkschonend sein soll.

Auch der neue Teppichboden ist ein wichtiger Mosaikstein beim Hallen-Neubau, bei dem es sich die Verantwortlichen am Stadtpark alles andere als leicht gemacht haben. Dass man als Lieferanten die Firma Schöpp aus Remscheid wählen würde, weil sie auf dem Sektor der Hallenböden von Tennishallen viel Erfahrung mitbringt, war schnell klar. Doch welcher Boden sollte es sein? Sechs Mitglieder des Vereins aus verschiedenen Altersschichten reisten durch die Region, um die möglichen Böden zu testen. Am Ende entschied sich das Hallenteam um den Architekten Dietmar Bielinsky in einer finalen Sitzung im Klubhaus, zu der auch der Chef der Firma Schöpp nach Lüdenscheid gekommen war, für den Boden „Schöpp Winner Komfort“, einen Strukturschlingen-Granulatbelag, und gegen den deutlich schnelleren Belag „Schöpp Champion“, einen Nadelvliesbelag mit Granulateinstreuung. 

Gute Auslastung im Abo-Bereich

„Es gab zwei ganz wichtige Kriterien“, sagt Schlötermann, „zum einen sollte der Belag vergleichbar sein mit den Aschenplätzen, denn im Sommer soll ja bei schlechtem Wetter in der Halle auf diesem Belag auch trainiert werden. Zum anderen sollte der Teppich gelenkschonend sein. So haben wir nun einen mittelschnellen Teppichbodenbelag bekommen.“ Optisch ist das Spielfeld im dunklen Blau gehalten, die Fläche außerhalb des Spielfeldes in einem helleren Blau. Auch die Trennvorhänge in der Halle sind in einem Blau-Ton, weil dies weniger Licht schlucken soll als zum Beispiel häufig verwendete graue Vorhänge. Netter Nebeneffekt: Auch optisch macht die Blau-in-Blau-Kreation eine Menge her. 

Positiv bewertet die Klubführung aber nicht nur die Halle selbst, sondern auch die Entwicklung im Abonnenten-Bereich. „Wir liegen schon jetzt deutlich über den Zahlen der alten Traglufthalle“, sagt der 1. Vorsitzende Dieter Alt zufrieden, „und das, obwohl es ja diese Ungewissheit gab, wann in der Halle gespielt werden könnte.“ Auch das Mannschaftstraining findet nun dort statt – in der nächsten Woche kommt sogar Marc Gummersbach, der Erfolgstrainer der vergangenen Jahre, den es privat nach Oslo zieht, noch in den Genuss, seine Schützlinge in der neuen Sportstätte trainieren zu dürfen. Wenn Gummersbach dann nach Skandinavien aufbricht, dann wird für die Wintersaison Christoph Quandel für den Cheftrainer erst einmal übernehmen. 

Offizielle Eröffnung am 25. November

Die neue Tennishalle in der Außenansicht aus Blickrichtung des Klubhauses des LTV 99.

Gespielt werden kann nun definitiv ab Montag (7. November). Am Mittwoch bei der Zusammenkunft des Hallenteams am Stadtpark stand noch die Endabnahme der Baubehörde der Stadt aus. Die ist inzwischen erfolgt. Und nun werden die erste Filzbälle über die beiden Netze der Halle fliegen. Die offizielle Eröffnung der neuen Tennishalle, die zwar innen fertig ist, deren Außenbereich aber noch durch einen Zaun gesichert werden soll, ist für den letzten Freitag im November (25. November) geplant. Bereits am 19. November findet das erste Meisterschaftsspiel der Herren-Verbandsliga-Mannschaft in der Winterhallenrunde auf den beiden neuen Hallencourts statt. Bis dahin soll dann auch die graue Beton-Feuerschutzwand zwischen Tennishalle und Klubhaus schmuckvoll die Aufschrift „Tennishalle am Stadtpark“ tragen. 

Mit der Fertigstellung des Hallenbaus schließt der LTV 99 nun ein Kapitel, das den Verein praktisch ein halbes Jahrzehnt beschäftigt hat. „Der Hallenbau selbst hat am Ende nur vier Monate gedauert“, sagte Dietmar Bielinsky am Mittwoch nach dem Ortstermin im Klubhaus. Die Zeit vorher allerdings – jenes Ringen darum, jeden neuen Stein, der sich in den Weg legte, wegzuräumen – war eine immens lange. 

Und nun, da die Halle steht, war Henrich Schlötermann in der Hallenteam am Mittwoch zwar grundsätzlich strahlend und hocherfreut, aber einen Moment lang war er auch nachdenklich und traurig. „Derjenige, der uns bei diesem Hallenbauprojekt immer unterstützt hat, der immer einer der großen Fürsprecher war, was im Verein auch enorm wichtig war, als abgestimmt werden musste, der darf diese neue Halle nun nicht mehr selbst erleben“, stellte Henrich Schlötermann mit Blick auf den im November 2015 verstorbenen langjährigen LTV-Vorsitzenden Helmut Kostal fest, „dass Helmut Kostal die Halle nicht mehr sehen kann, das tut mir wirklich sehr, sehr leid...“

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