Ein Sommer der großen Erfolge beim LTV 99

Vater der Erfolge: Marc Gummersbach, hier im Gespräch mit dem Kapitän der 1. Mannschaft, Dino Jablonski.

LÜDENSCHEID -  Im Klubhaus des LTV 99 sitzen Dieter Alt, Ute Volz und Marc Gummersbach – der 1. Vorsitzende, die Jugendwartin und der Cheftrainer des Nachwuchses. Es geht nicht um den Herbst und seine Farben, es geht um den Sommer. Um eine Saisonbilanz, wie es sie länger nicht gegeben hat.

„Das sind die Früchte von viereinhalb Jahren erfolgreicher Arbeit“, sagt Alt und schaut zu Marc Gummersbach, „die Entwicklung war immer positiv – von Jahr zu Jahr besser. Wir sind wirklich froh, mit Marc einen so guten Trainer gefunden zu haben.“

Fünf Sommer-Spielzeiten liegen am Stadtpark hinter Marc Gummersbach. Seitdem kommt er von Olpe, fördert den Nachwuchs, zieht die Fäden. Immer im Hintergrund, immer bescheiden. „Ich spiele ja nicht selbst“, sagt er gerne und lehnt ab, wenn er mit aufs Bild einer erfolgreichen Mannschaft gehen soll. Gummersbach ist kein Lautsprecher, sondern ein ruhiger, akribischer Arbeiter.

„Mein Ziel ist es, aus der Jugend den Nachwuchs für den Herren- und Damenbereich zu bekommen“, sagt er, „mir geht es im Jugendbereich gar nicht so sehr um die Titel.“ Die allerdings hatte dieses Jahr zu bieten. Mit dem Gewinn der Westfalenmeisterschaft der U15 holte der LTV-Nachwuchs – Ludger Fastabend, Kaspar Volz, Max Dominicus und Constantin Görlich – sogar einen Titel auf Verbandsebene. Das Highlight des Jahres.

Die U10 wurde am selben Wochenende im September in Westfalen Vizemeister. Die U8-Mannschaft holte die Kreismeisterschaft, die U18 wurde Dritter im Bezirk, und bei den U12-Mädchen holten Jette Spelsberg und Natascha Seeberger in einer Spielgemeinschaft mit dem TC Iserlohn den Vize-Bezirkstitel. Das sind nur die Mannschaftserfolge, zu denen zahlreiche Einzelerfolge dazukommen. Keine Frage: So erfolgreich wie in der Sommersaison 2013 war der LTV-Nachwuchs selten.

Der LTV-Nachwuchs: Das sind rund 100 Jungen und Mädchen, von denen etwa 70 aktiv in elf Mannschaften spielen. Zum Trainerstab bei Marc Gummersbach gehören Christoph Quandel, Stefanie Weber, Theres Volz, Kilian Schmitz und der Iserlohner Westfalenliga-Akteur Tim Beutler – zumeist Studenten, die Geld dazu verdienen mit dem Training. Außerdem ist auch Karl-Heinz Hartwigsen weiter für den Stadtpark-Klub aktiv. Viel qualifiziertes Personal für viele talentierte Jugendliche, von denen fünf auch noch bei Regionaltrainer Falko Schüssler in Schwerte gefördert werden.

„So viele Talente hatten wir in der Vergangenheit nicht“, sagt Alt. Gummersbach weist lieber auf einen anderen Gedanken hin. „Den Spagat, viele Jugendliche im Training zu haben, aber auch die Talente nach dem Leistungsgedanken zu fördern, schaffen wir gerade so“, sagt er, „aber da sind wir im Moment am Limit, gerade bei nur zwei Plätzen in den Wintermonaten.“

Ute Volz ergänzt: „Entscheidend ist es, die Kids mehr als einmal pro Woche auf den Platz zu bringen.“ Obwohl das fast ausgereizt ist, bietet der LTV 99 jedes Jahr im Sommer einen kostenlosen Schnupperkursus für U8-Jugendliche an und lässt Jugendliche im ersten Jahr beitragsfrei mitspielen. „Wir versuchen, es den Kindern zu ermöglichen, für einen vernünftigen Betrag Leistungsport betreiben zu können“, sagt Marc Gummersbach.

Für 2014 hat er neue Ziele: Die vorsichtige Integration von Jugendlichen in die erste Mannschaft der Herren soll angegangen werden. Die zweite und dritte Herren-Mannschaft sind inzwischen quasi „Jugend-Teams“, die zweite Damen-Mannschaft ist mit ausschließlich Mädchen aus der Jugend aufgestiegen.

Und nun also Westfalenliga-Niveau. Ein Thema, das schon lange eines ist. Aus dem eigenen Nachwuchs sind zuletzt meist Ergänzungsspieler zum Team gestoßen und meist bald wieder in die 2. Mannschaft gegangen. Aus dem Fundus der aktuelle Talente aber könnte irgendwann ein Umbruch gelingen. Ludger Fastabend, Kasper Volz, Max Dominicus, Ben Pfeiffer, Moritz Pieper, Tim Schiepek, Mika Jung – die Liste der Talente ist noch länger.

Der Trainer ist aber nicht einer, der einen Namen auf ein Schild hebt und sagt: Der wird es mal schaffen. Gummersbach sagt lieber: „In der U18 gibt es ein oder zwei Talente, in der U15 und U12 auch. Man wird sehen, ob es reicht. Es muss ja nicht jeder in die erste Mannschaft schaffen. Eine Mannschaft in der Westfalenliga nur mit eigenen Talenten wird es nicht geben.“ Eine mit einigen Talenten aus der neuen Generation – zumindest das sollte aber keine Utopie sein...

Thomas Machatzke

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