1. come-on.de
  2. Sport
  3. Lokalsport

Ein Feuerwerk des Senkrechtstarters

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lars Schäfer

Kommentare

Verdienter Sieger der 2. Platzmann-Sauerland-Open: Hamad Medjedovic.
Verdienter Sieger der 2. Platzmann-Sauerland-Open: Hamad Medjedovic. © Schäfer

Als er gleich seinen ersten von zwei Matchbällen verwandelte, da sank Hamad Medjedovic zu Boden, streckte auf dem Rotgrand am Stadtpark alle Viere von sich sich. Der 18-jährige Senkrechtstarter aus Serbien, der eine so fantastische Turnierwoche gespielt hatte beim ATP-Challenger-Turnier in der Bergstadt, krönte sich in einem einseitigen Finale im Eiltempo zum verdienten Sieger der 2. Platzmann-Sauerland-Open. Nach nur 48 Minuten Spielzeit bezwang Medjedovic den Chinesen Zhizhen Zhang mit 6:1 und 6:2 und dürfte demnächst einen großen Sprung nach vorne machen in der Weltrangliste.

Lüdenscheid - Als Aufschlag-Spezialist Hamad Medjedovic auf dem Centre-Court freudestrahlend die Siegertrophäe in Empfang genommen und seinem Coach, seiner Familie, Turnierdirektor Rogier Wassen und den vielen fleißigen Ballkindern gedankt hatte über das Mikrofon, wandte sich der Youngster auch dankend an das Publikum: „This is the best week of my life“, sagte der 18-Jährige, der also seine „beste Woche des Lebens“ in der Bergstadt verbracht hatte und großen Applaus erntete von den gut gefüllten Rängen. Er hoffe, dass man sich im nächsten Jahr an gleicher Stelle wiedersehen werde. Das Lüdenscheider Publikum, es hätte ganz sicher nichts dagegen...

Hamad Medjedovic gewann das mit Spannung erwartete Finale nicht nur verdient, er dominierte es am Sonntagnachmittag auch nach Belieben. Das Match begann zwar mit mit vier „China-Krachern“ von Zhizhen Zhang, der sein Aufschlag zu Null durchbrachte zur 1:0-Führung. Doch das eigentliche Feuerwerk brannte danach allein der 18-jährige Senkrechtstarter ab. Medjedovic brachte seine Aufschlagspiele sicher durch und ballte nach dem ersten Break zum 2:1 erstmals die Faust. Es war die Faust des Siegers. Medjedovic servierte knallhart und bereitete „Triple Z“, wie Zhizhen Zhang wegen des in seinem Namen dreifach vorkommenden Buchstabens Z auch gerufen wird, arge Probleme. Konkreter formuliert: Gegen die Aufschlag-Torpedos des Serben fand der 25-Jährige aus Shanghai einfach kein probates Mittel. Mit seinem dritten Break gewann Medjedovic nach gerade einmal 23 absolvierten Minuten den ersten Durchgang mit 6:1. Ja, das war großes Tennis von einem 18-Jährigen.

Durchgang zwei eröffnete der Youngster aus Serbien, der im Halbfinale den topgesetzten Chilenen Nicolas Jarry bezwungen hatte, mit einem zu Null gewonnen Aufschlagsspiel, das er mit einem ganz feinen Stopp beendete. Ohnehin gelang dem jungen Serben, wenn der erste Aufschlag mal nicht kam, fast alles in diesem Finale. Nein, auch an Spielwitz mangelt es dem Youngster nicht. Er lieferte durchaus beeindruckende Returns, konnte sich auf seine starke Vorhand verlassen und streute gelegentlich auch den einen oder anderen Stoppball ein. So sehr sich „Triple Z“ auch mühte, es war diesmal einfach nicht sein Tag nach einer ansonsten hervorragenden Turnierwoche am Stadtpark. Zwar brachte Zhizhen Zhang – wie schon im ersten Durchgang – auch im zweiten Satz sein erstes Aufschlagsspiel nach Hause, doch Medjedovic gelang wenig später eindrucksvoll das Break zum 3:1. Keine Frage: Zhang war im zweiten Satz besser unterwegs als im ersten, verkürzte zwischenzeitlich auf 2:4, doch sein fokussierter Kontrahent blieb seinem Stil treu und durfte sich nach einem weiteren Break zum 6:2 vom Lüdenscheider Publikum für den verdienten Triumph feiern lassen.

Auch interessant

Kommentare