LTV 99: Klares Votum der Mitglieder pro Tennishalle

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Freuten sich über das klare Mitgliedervotum: (von links) Henrich Schlötermann, Guido Schulte und der LTV-Vorsitzende Dieter Alt.

Lüdenscheid - Die Ampel steht seit Dienstagabend auf Grün: Die rund 50 Mitglieder des Lüdenscheider TV von 1899 gaben mit klarem Votum die Kosten für die neue Tennishalle am Stadtpark frei. Bei sechs Enthaltungen stimmten sie bei der Jahreshauptversammlung für die Umsetzung der Pläne, die der Vorstand vorgelegt hatte.

Von Thomas Machatzke

„Wenn nicht jetzt, dann nie!“ Henrich Schlötermann, der das Hallenprojekt gemeinsam mit Anlagenwart Guido Schulte verantwortlich betreut, warb noch einmal intensiv für den Hallen-Neubau, „wir haben aktuell eine extrem günstige Verteilung zwischen Zins und Tilgung.“ Zweifel blieben dennoch bei dem einen oder anderen Mitglied, so manche kritische Nachfrage kam angesichts der Größenordnung des Vorhabens. Letztlich fasste der langjährige LTV-Vorsitzende Helmut Kostal die Dinge positiv zusammen. „Es sind Reserven, aber sicherlich auch Risiken drin, aber ich halte diese Kalkulation für sehr solide“, sagte Kostal. Vielleicht war es genau die Art von Zuspruch, die die Mitglieder noch für ihr Votum benötigten.

Kosten-Volumen von 775.000 Euro

Die Kosten für die neue Halle sind laut Beschlussvorschlag mit 775.000 Euro angesetzt, wobei Schulte davon ausgeht, diese Kosten eventuell noch auf unter 700.000 Euro drücken zu können. 130.000 Euro davon soll der Verein als Eigenkapitaleinlage einbringen, der Rest soll über ein Darlehen bei der NRW-Sportstätten-Förderung finanziert werden. In den ersten zehn Jahren der Tilgung, die auf 20 Jahre angesetzt ist, kommen auf den Verein durch den festgeschriebenen Zins maximal 42.000 Euro im Jahr als Tilgungssumme zu.

Die Halle soll auf der anderen Seite – zu Grunde liegen die Belegungszahlen der alten Traglufthalle – Einnahmen von rund 62.500 Euro im Jahr generieren. Nach Abzug des Tilgungsbetrags, der Energie-, Heiz- und Nebenkosten soll am Ende pro Jahr sogar noch ein Überschuss von rund 6000 Euro übrig bleiben für den Verein.

Noch nicht ganz am Ziel ist die Projektgruppe Halle beim Aufbringen des Eigenanteils. „Die Resonanz aus dem Verein ist gewaltig“, stellte Schlötermann trotzdem zufrieden fest. Bei aktuell nur 147 Vollzahlern im Verein wird die Mitgliederumlage nur 14.700 Euro des Anteils ausmachen. „Ein Rückschlag“, sagte Schlötermann, der von einer höheren Zahl an Vollzahlern ausgegangen war. Inklusive dieses Betrags hatte die Gruppe bis zum Dienstagabend 105.516 Euro zusammengebracht, rund 90 000 Euro an fest zugesagten Spenden. „Wir sind noch nicht da, wo wie hinwollen, aber wir haben schon einige schöne Überraschungen erlebt. Allein 14 Spender gibt es, die Beträge zwischen 2500 und 3000 Euro zugesagt haben“, erklärte Schlötermann. Zusagen für Bandenwerbung hat Schlötermann auch bereits – eine in Höhe von 2000 Euro jährlich für einen Zeitraum von fünf Jahren.

Bäume werden in Kürze gefällt

Und wie geht es nun weiter? „Die Möglichkeit eines Hallenbaus ist inzwischen rechtlich gesichert“, erklärte Architekt Dietmar Bielinsky, „der Bauantrag ist fertig und kann in dieser oder der nächsten Woche eingereicht werden. Wenn wir die Baugenehmigung haben, kann die Halle in vier bis fünf Monaten stehen.“ Erstes Handlungsfeld wird die Fällung der Bäume sein, die für die Halle weichen müssen – diese Bäume müssen gefällt werden, bevor in den Bäumen Vögel anfangen zu nisten. Auch aus diesem Grund hat der Klub die Mitgliederversammlung so frühzeitig gemacht – damit dieser Schritt noch im Frühjahr vollzogen werden kann.

Zwei Baustraßen werden nötig sein

In der Kostenkalkulation ist die eigentliche Halle nach einem Angebot eines Hallenbauers aus dem Münsterland mit 360 000 Euro veranschlagt. Weitere große Posten im Gesamtpaket der 775 000 Euro sind die aufwändig zu installierenden Stützwände auf der Seite zum Stadtpark (140 000 Euro) und die Baustraßen für die Maßnahme. Durch die Holzbinder-Konstruktion reicht die eine geplante Baustraße von der Parkstraße zum Bauplatz der Halle nicht aus, da die großen Holzbinder hier nicht durchpassen. Nach Absprache mit dem Mercure-Hotel wird es vom Hotel, dessen Parkplatz dann gesperrt wird, eine zweite Baustraße geben, die über den für kurze Zeit abzubauenden Boule-Platz führt. Für die Baustraßen plus Rigole und Tiefbau sind 121 000 Euro veranschlagt. Die Idee, die Holzbinder über Hubschrauber zum Bauplatz zu schaffen, wurde verworfen, da ein Hubschrauber, der dies über ein Wohngebiet geschafft hätte, nicht bezahlbar ist. In einem Industriegebiet wäre es eine Option gewesen.

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