In den Wintermonaten wird es immer enger

Dieter Alt hofft ganz fest, dass die neue Tennishalle am Stadtpark zur nächsten Wintersaison stehen wird. - Fotos: Machatzke

Lüdenscheid - Wo wird in der Wintersaison 2015/16 in Lüdenscheid Tennis gespielt? Die Frage ist spannender denn je, denn die Bergstadt, in der in den Boomzeiten der 80er-Jahre so viele neue Tennishallen entstanden, ist in diesem Punkt inzwischen nicht mehr verwöhnt. Viele Lüdenscheider treffen sich in der dunklen Jahreszeit in Hagen-Rummenohl oder im Sportpark Volme in Schalksmühle, um dem Filzball nachzujagen.

Von Thomas Machatzke

Am Lüdenscheider Stadtpark sollten für eine neue feste Tennishalle eigentlich bereits im Herbst die Bagger anrollen, doch bislang liegt die Anlage des Traditionsklubs LTV 99 noch so ruhig da wie in jedem Winter. Die alte Traglufthalle ist aufgebaut worden – sie ist sichtlich in die Jahre gekommen. Es soll ihre letzte Saison sein. So viel zumindest scheint sicher.

„Die Zeit dieser Halle ist vorbei, das geht nicht mehr“, sagt Dieter Alt. Der 1. Vorsitzende des LTV 99 hat sich am Samstag das Westfalenliga-Spiel der Herren gegen Hiltrup angeschaut und will die Zustände nicht schönreden. „Die Halle ist über ihre Ablaufzeit, sie ist keinem mehr zuzumuten“, sagt Alt, „und sie frisst uns auch bei den Energiekosten auf.“

Der Baubeginn der neuen festen Tennishalle, die auch im Sommer an Regentagen die Möglichkeit bieten soll, den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten – er steht weiter nicht fest. Der LTV 99 hat sich zuletzt viel mit der Stadt ausgetauscht. Aber es ist öffentlich ruhig geworden um die Planungen. So ruhig, dass es bereits Gerüchte gab, die Halle würde am Ende doch gar nicht gebaut werden können. Das allerdings ist nicht der Fall. „Wir sind froh, dass wir jetzt da sind, wo wir sind“, sagt Dieter Alt und will dem fehlgeschlagenen Plan mit einem Baubeginn im Herbst nicht nachtrauern, „es ist eine Tennishalle – sie soll zur nächsten Wintersaison stehen. Das passt zeitlich auch noch, wenn wir im Frühjahr beginnen.“ Mit fester Überzeugung schiebt der LTV-Vorsitzende hinterher: „Wir wollen diese Halle auf jeden Fall – und wir brauchen diese Halle auch.“

Ungesicherte Zukunft der Halle am Wehberg

Der städtebauliche Vertrag ist inzwischen ausgearbeitet. „Er regelt alles, was zu regeln ist“, sagt Alt. Wenn er durch den Ausschuss kommt, kann der LTV 99 den Bauantrag stellen. „Wir gehen davon aus, dass die Halle zur Wintersaison steht“, erklärt Alt und sieht nach den vielen Gesprächen mit der Stadt eine vertrauensvolle Basis: „Das Verhältnis ist gut.“

Der Erhalt des Winter-Standorts am Stadtpark ist umso wichtiger für die Tennisspieler, da andere Standorte in der Vergangenheit weggebrochen sind. Die Tennishallen an der Heerwiese und oberhalb der früheren Kaufhalle sind längst Geschichte, die Traglufthalle am Dickenberg ebenfalls. Nun kommt dazu, dass die Zukunft der Tennishalle am Wehberg eine fragliche ist. Nach dem Tod von Betreiber Karl-Heinz Hartwigsen laufen aktuell zwar in den Wintermonaten die Abos weiter, doch wie es nach Ende der Wintersaison weitergeht, ist offen. Auch ein Verkauf der Halle, deren Plätze renovierungsbedürftig sind, steht dem Vernehmen nach im Raum. Sollte der Wehberg als Standort wegfallen, so bliebe nurmehr der Stadtpark. Außerdem käme in Zukunft immerhin der Sportpark an der Kalve hinzu. Hier war in den vergangenen Jahren das Sportangebot auf Soccer und Badminton umgestellt worden. Mit der Renovierung der kompletten Anlage sollen aber an der Kalve wieder zwei Tennisplätze entstehen. Ein Hoffnungsschimmer für „weißen Sport“ in der Bergstadt...

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