Fußball

RSV vor einer Mammut-Saison

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Die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem SC Wiedenbrück in der Regionalliga hat der RSV Meinerzhagen immer noch nicht ganz aufgegeben.

Meinerzhagen – Nach dem Training am vergangenen Freitag haben sich die Oberliga-Fußballer des RSV Meinerzhagen in eine zweieinhalbwöchige Pause verabschiedet. Hausaufgaben hat Trainer Mutlu Demir seinen Schützlingen nicht an die Hand gegeben. „Die Jungs sollen bewusst gar nichts machen“, sagt er.

Leisten können sich die Meinerzhagener diese Auszeit allemal. Ein Saisonstart ist immer noch nicht terminiert – das früheste mögliche (derzeit wahrscheinliche) Auftaktdatum für den Bereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) ist das erste September-Wochenende. Seitens des FLVW wurde mehrfach betont, dass es keinesfalls vor dem 31. August losgehen werde.

Unabhängig vom Startdatum der Saison 2020/21 steht aber schon fest, dass diese für den RSV Meinerzhagen eine Mammut-Spielzeit werden wird. Nach dem Rückzug des TuS Haltern aus der Regionalliga umfasst die Oberliga Westfalen nämlich satte 21 Mannschaften; 40 (!) Mal geht es für jedes Team also um Meisterschaftspunkte. Zum Vergleich: Ein Bundesligist, der nicht an einem internationalen Wettbewerb teilnimmt, kann maximal auf dieselbe Anzahl Pflichtspiele kommen – vorausgesetzt, er schafft es ins DFB-Pokalfinale.

Nicht weniger fordernd wird das Programm der Regionalliga West sein, die nach Halterns Demission ebenfalls 21 Teams stark ist. Entscheidender Unterschied zur Oberliga aber: In der Viertklassigkeit wird größtenteils unter Profibedingungen gearbeitet.

Doch obwohl er von letzterem strukturell weit entfernt ist, hat der RSV Meinerzhagen seinen Traum, 2020/21 Regionalliga zu spielen, immer noch nicht ganz aufgegeben. Zwar hat der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) den Volmestädtern die Regionalliga-Zulassung verweigert, weil diese in der nach Quotientenwertung erstellten Oberliga-Abschlusstabelle nicht Erster oder Zweiter, sondern lediglich Dritter geworden sind. Doch damit gibt sich der RSV nicht zufrieden, sondern hat Antrag auf sportgerichtliche Entscheidung gestellt.

Mit einem Ergebnis dieser Verhandlung sei voraussichtlich in der kommenden Woche zu rechnen, heißt es aus der Duisburger WDFV-Zentrale. Alles andere als die Bestätigung der Zulassungsverweigerung durch die Sportrichter ist freilich allein schon aus sportpolitischen Gründen unwahrscheinlich. Denn bei einer Entscheidung pro RSV wäre dieser neben dem SC Wiedenbrück und RW Ahlen der dritte Aufsteiger aus Westfalen – und das würde den Landesverbänden Mittelrhein und Niederrhein, die mit dem FC Wegberg-Beeck bzw. dem SV Straelen jeweils einen Aufsteiger stellen, ganz gewiss nicht schmecken.

Bei einer Ablehnung bliebe dem RSV Meinerzhagen nur noch die Möglichkeit, vor ein Zivilgericht zu ziehen. Ob man tatsächlich so weit gehen würde, bleibt abzuwarten. „Das werden wir dann sehen“, hält sich Mutlu Demir zumindest die Möglichkeit offen.

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