Europameisterschaft nicht nur sportlich eine Herausforderung

Auch konditionell vor einer großen Herausforderung: Die Deutschen Damen spielen bei der Europameisterschaft in Radevormwald mit acht weiteren Teams im Modus „jeder-gegen-jeden“.

Halver - Die roten, jeweils sechs Quadratmeter großen Banner, Plakate an Laternen und in Schaufenstern sowie unzählige Handzettel weisen darauf hin: In fünf Tagen beginnt in Radevormwald die Tchoukball-Europameisterschaft.

Von Lara Diederich

Das Organisationsteam des Deutschen Tchoukball-Verbandes um dessen Präsidenten Thomas Langescheid steckt dabei in den letzten Zügen der Vorbereitung auf dieses Event, bei dem sich rund 250 Spieler aus ganz Europa messen werden.

Aus logistischen Gründen finden die Titelkämpfe im Radevormwalder Sportzentrum an der Herrmannstraße statt. Die Deutschen Tchoukballer stellen dort drei Teams, bei denen die meisten Spieler vom TuS Oeckinghausen kommen. „Wir werden mit zwei Herren-Teams antreten, wobei die erste Mannschaft komplett aus Spielern des TuS besteht. Die zweite Mannschaft setzt sich zusammen aus Spielern aus Halver, Erfurt, Weimar, Zorneding, Essen und Düsseldorf. Unsere Damen kommen größtenteils aus Halver und Zorneding“, sagt Frederick Berbecker, Spielertrainer des ersten Deutschen Männer-Teams.

Die Trendsportart Tchoukball wird beim TuS Oeckinghausen bereits seit sechs Jahren gespielt. Berbecker erinnert sich: „Wir sind das erste Mal als U19-Mannschaft bei der Europameisterschaft 2009 in Tschechien angetreten, waren damals noch sehr unerfahren und haben dementsprechend alles verloren. Mittlerweile haben wir uns sehr verbessert.“ Im vergangenen Jahr bekam das Team Unterstützung durch den Trainer der Weltmeister aus Taiwan: „Coach Fang hat uns einiges lehren können, wir sind froh, diese Hilfe bekommen haben. Seitdem hat sich bei uns einiges getan“, so Berbecker, der mit 39 Länderspielen einer der erfahrensten Spieler ist.

Semifinale Ziel der Herren A

Ziel des A-Teams ist das Erreichen der Semifinals. In der Gruppe B tritt die Mannschaft gegen Belgien, Spanien, das Vereinigte Königreich und die Schweiz an – keine leichte Gruppe. Die Schweiz ist amtierender Europameister und die Briten Vize-Europameister, dennoch rechnet sich Berbecker Chancen aus: „Spanien und Belgien haben weniger Spielerfahrung als wir, auch gegen England möchten wir gewinnen, dennoch ist in dieser Gruppe alles offen.“ Als weitere Favoriten neben der Schweiz zählt der Nationaltrainer Italien und die Auswahl aus Österreich, die mit dem zweiten Deutschen Team in einer Gruppe spielen.

Was ist den Tchoukball?

Zwei Mannschaften (fünf bis sieben Spieler) treten mit einem handballähnlichen Spielgerät gegeneinander an. Ziel ist es, den Ball so auf eins der beiden "Frames" zu werfen, dass die gegnerische Mannschaft ihn nicht fangen kann. Verfehlt der Ball allerdings sein Ziel oder prallt anschließend außerhalb des Feldes auf, erhält der Gegner einen Punkt.

Erfunden wurde das Spiel in den 1970er Jahren von einem Schweizer Sportmediziner, Dr. Hermann Brandt. "Tchouk" wurde das Spiel getauft, weil der Ball dieses Geräusch machen soll, wenn er das "Frame" berührt.

Der Modus bei den Damen ist einer anderer: Das Team um das Trainerduo Dominik Schott (Zorneding) und Stefan Anhalt (Weimar) spielt mit allen anderen acht Mannschaften im Modus „jeder-gegen-jeden“ in einer Gruppe. „Das bedeutet, dass die Damen noch mehr Spiele haben als die Herren. Jeden Tag stehen mindestens zwei Länderspiele auf dem Programm. Das wird eine Herausforderung, vor allem für die Kondition“, so Stefan Anhalt.

Viel Arbeit im Hintergrund

Bereits seit einem Jahr bereiten sich die Mannschaften auf das Turnier vor, in dieser Zeit hat nicht nur das Training viel Zeit in Anspruch genommen. „Neben den Kadertrainings zwischen den gewohnten Trainingseinheiten haben wir seit langem an den Vorbereitungen gesessen, werden dabei durch Thomas Langescheid, Andrea Reich und Claudia Wrede unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir müssen uns auf die sportliche Herausforderung konzentrieren, da kann man nicht ‘mal eben’ nebenbei ein Turnier organisieren.“

Die Organisationsarbeit jedenfalls ist mannigfaltig: Flyer müssen verteilt, Medienanfragen beantwortet, Pokale, Medaillen, Urkunden und T-Shirts für die rund 300 Helfer gestaltet werden. Rechtzeitig zum Turnier muss zudem die 44 Seiten starke EM-Broschüre gedruckt und geliefert sein. Gleichzeitig sind unzählige Details für die Unterbringung der 19 Teams und das Rahmenprogramm der Europameisterschaft zu klären: Transport der Mannschaften von und zu den Flughäfen, Eröffnungszeremonie, Lagerfeuer, Grillabend, Siegerehrung, Galadinner und natürlich Auf- und Abbau in den Hallen im Radevormwalder Sportzentrum Hermannstraße.

Dennoch werden noch Helfer für dieses Event gesucht: „Wir haben bereits viele Freiwillige, können aber jede weitere Unterstützung gebrauchen“, sagt Sören Kaapke, der sich um die Koordination der Helfer-Teams kümmert. Tchoukball-Erfahrung ist dabei nicht notwendig: „Wir benötigen noch Helfer zum Filmen der Spiele oder zum Verkauf von Getränken.“ Infos für Interessenten gibt es bei Andrea Reich unter der E-Mail-Adresse a.reich@tchoukball.de.

So wird Tchoukball gespielt

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