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Tausendsassa Vukas: SGSH erobert im Topspiel in Opladen den zweiten Platz

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Von: Thomas Machatzke

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Handballtrainer in der Auszeit
Früchte einer akribischen Vorbereitung geerntet: SGSH-Coach Mark Schmetz in der Auszeit. © Thomas Machatzke

Handball-Drittligist SGSH Dragons hat am vorletzten Spieltag der Hinserie in der 3. Liga, Staffel D, den Sprung auf Platz zwei geschafft. Im Topspiel beim TuS 82 Opladen siegte das Schmetz-Team am Samstag verdient 25:23 (11:11).

Opladen – So sehr die Gäste den Erfolg in der Bielert-Halle verdient hatten, so sehr hatte er indes in den letzten Sekunden am seidenen Faden gehangen. Völlig unnötig aus Sicht der SGSH, denn die hatte nach dem fünften Siebenmetertor im fünften Versuch von Tobias Schetters bereits 23:18 geführt (52.) und wie der sichere Sieger ausgesehen.

Zu diesem Zeitpunkt schienen die Gastgeber, die bisher acht ihrer neun Saisonspiele bis zum Samstagabend gewonnen und zum Topspiel mit Philipp Jäger einen Ex-Bundesliga-Akteur aus Gummersbach präsentiert hatten, mausetot. Das hatte so manchen Grund, wenn man es indes an einer Person festmachen wollte, dann war dies ohne Zweifel Ante Vukas.

Der Kroate im SGSH-Tor hatte das Kunststück fertiggebracht, sich nach einer sehr guten ersten Halbzeit noch einmal immens zu steigern. In Durchgang zwei waren die Opladener in aus ihrer Sicht ganz und gar nicht mehr schöner Regelmäßigkeit an Vukas verzweifelt, vor allem für die Außenangreifer hatte das Treiben Alptraumpotenzial gehabt.

Tausendsassa Vukas: SGSH erobert im Topspiel in Opladen den zweiten Platz

Und auch wenn es den Anschein gehabt hatte, Vukas allein könne diesen Gegner besiegen, so war es natürlich doch anders gewesen. Die SGSH-Abwehr – wie zuletzt in Burscheid im 5:1-Format – war nicht nur wach und aggressiv gewesen. Es war ihr vor allen Dingen gelungen, punktgenau die Abläufe im allgemeinen Kreuzen des TuS zum richtigen Zeitpunkt geschickt zu stören, dass die Angriffsmaschine, die vor zwei Wochen gegen Gummersbach II noch 38 Tore produziert hatte, gar nicht ins Rollen gekommen war. Kurzum: Die SGSH hatte auch intelligent gedeckt und so mal wieder die Früchte einer akribischen Vorbereitung geerntet.

Defensive Note eins mit Sternchen, da reichte vorne ein ordentlicher Auftritt mit einem mehr als nur ordentlichen Christopher Klasmann, der sich wie zuletzt seine Situationen gesucht und die TuS-Defensive inklusive Torwart alt hatte aussehen lassen. Sechs Feldtore von Klasmann, dazu die Siebenmeter-Tore von Schetters – das war ein Grundstock gewesen, auf dem man gut hatte aufbauen können.

Torhüter beim Handball jubelt
Einmal mehr eine Klasse für sich: Ante Vukas. © Thomas Machatzke

Und so stand es also in dieser 52. Minute 23:18 für die SGSH. Der Magier Vukas schien auf dem Höhepunkt seiner Zauberkunst. Doch dann tat sich vorne auf einmal nichts mehr bei der SGSH. David Bleckmann, der für Klasmann gekommen war, agierte hier und da unglücklich, auch der Rest bekam nichts mehr auf die Kette. Geschlagene sechs Minuten dauerte es bis zum 24. SGSH-Tor. Wieder Siebenmeter, wieder Schetters, aber nun stand es nur noch 21:24.

Die Entwicklung hatte die rund 300 Zuschauer auf den Plan gerufen, aus der Bielert-Halle war die gefürchtete Bielerthölle geworden, ein Hexenkessel par excellence. Angers 22:24 (57:44) beantwortete die SGSH gegen die offene Abwehr mit einem Michel-Fehlpass. Der TuS lief die zweite Welle, Vukas parierte noch einmal grandios, doch den Nachwurf versenkte Jäger zum 23:24 (58:39). Zu allem Überfluss, holte sich Vukas nun für eine Spielverzögerung noch eine Zeitstrafe ab.

Linus Michel trifft final ins leere Opladener Tor

Die SGSH hatte den Ball, aber sie wusste mit ihm nichts mehr anzufangen, als Zeitspiel drohte, fand ein Gipperich-Wurf nicht ins Tor. Knapp 40 Sekunden blieben dem Tabellenzweiten Opladen danach noch. Trainer Fabrice Voigt brachte den siebten Feldspieler. Zwei Mann mehr auf dem Parkett, dazu im SGSH-Tor nun Tjark Döscher, der noch keinen Ball berührt hatte in diesem Spiel, völlig kalt war.

Es roch nach Ausgleich und Happyend für die Gastgeber, doch dann fand ein TuS-Pass aus dem gebundenen Spiel zum Kreis nicht den Kreisläufer, sondern Linus Michel – und der traf eiskalt übers ganze Feld ins leere TuS-Tor: 23:25. Der Rest war SGSH-Jubel. Nach diesem Finale fiel er sogar noch eine Spur ausgelassener aus.

Beste TuS-Werfer: M. Sonnenberg (5/3), Anger (4), Jagieniak (3) – beste SGSH-Werfer: Schetters (9/6), Klasmann (6), Gipperich (3), Hecker (3)

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