Motorsport

Plettenberger Kart-Team plant 2021 Start in Le Mans

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Talentfrei Racing feat. GhostBusters durften 2019 den Sieg in der German Team Championship bejubeln.

Plettenberg - Das Kart-Team Talentfrei hat eine erfolgreiche Saison hinter sich gebracht. Nun streben die Plettenberger höhere Ziele an.

Zwei Aufstiege und zwei Titelgewinne in nur vier Jahren – die Bilanz der Kartrennfahrer von Talentfrei Racing im Langstreckenpokal ist eine herausragende. „Wir haben in der German Team Championship alle Rekorde gebrochen“, sagt Fahrer und Teamsprecher Peter Klimek. Gerade in der Saison 2019 waren die Plettenberger, die mit den GhostBusters aus Halver kooperieren, kaum zu schlagen. Klimek: „Wir haben alles abgeräumt und fünf Rennsiege in Folge gefeiert.“ 

Viel Zeit investierten die Motorsportler nicht nur in die Entwicklung ihrer Fahrzeuge, sie legten auch Wert auf ihre Fitness – wichtige Basis für den Erfolg. „Man muss schon körperlich auf der Höhe sein, mit gesunder Ernährung, Ausdauersport und Fitnesstraining“, sagt Peter Klimek. „Sowohl Fahrer als auch Mechaniker haben sich bei Christoph Jaszczuk im First Punch-Gym in Plettenberg fit gehalten. Solch ein Training kann ich jedem Sportler nur empfehlen. Man wird es nicht bereuen.“ 

Nach dem Höhepunkt im vergangenen Jahr heißt es nun für Talentfrei Racing, sich neue Ziele zu stecken. Dem Kartrennsport wollen die Plettenberger – neben Klimek auch Teamchef David Fernandez, dessen taktisches Geschick und ausgeklügelte Rennstrategie die halbe Miete für den Erfolg waren, Schrauber Dario Raschat mit seinem technischen Know-how sowie die Fahrer Jan-Patrick Luke und Sascha Ziefle – auch weiterhin treu bleiben. Klimek: „Der Kern des Teams bleibt bestehen.“ 

Aus der GTC wird man sich aber im Gegensatz zum Partner GhostBusters aus Halver vorerst verabschieden. Stattdessen plant Talentfrei Racing für 2021 einen Start bei den 24 Stunden von Le Mans, dann unter der Flagge der FIA (Fédération Internationale de l’Automobile), dem großen Motorsport-Dachverband. 

„Das ist das Höchste, was es im Kartrennsport gibt“, stellt Klimek die Bedeutung heraus. Vom Vierttaktmotor werden die Plettenberger auf den Zweitakter wechseln, der bei 36 PS 16 000 Umdrehungen pro Minute leisten kann und von null auf hundert in nur drei Sekunden beschleunigt. Zwei dieser neuen Motoren wurden bereits angeschafft und aufgebaut, das Chassis des Karts bleibt hingegen unverändert. 

Der Kartrennkurs in Le Mans ist in die traditionsreiche Rennstrecke für Sportwagen und Prototypen im Nordwesten Frankreichs integriert. Auch Formel-1-Größen wie Fernando Alonso und Felipe Massa fahren dort regelmäßig mit. Aufmerksam geworden auf das Event sind die Fahrer von Talentfrei Racing bei der Internationalen Kartmesse in Offenbach, wo sie den amtierenden Weltmeister Bas Lammers aus den Niederlanden trafen, dem die nationalen Erfolge des Teams aus dem Sauerland nicht entgangen sind.

Wie aber wollen sich die Plettenberger auf das 24-Stunden-Rennen vorbereiten? „2020 wird sicherlich noch etwas ruhiger. Wir werden entwickeln und in diesem Jahr auf verschiedenen Strecken testen. Gaststarts wie bei den 24 Stunden in Wackersdorf schließen wir aber nicht aus“, sagt der Teamsprecher. Von jedem Kurs haben sich die Plettenberger die Topzeiten geben lassen und wollen sich nicht nur an den höheren Grundspeed gewöhnen, sondern an die Spitzenzeiten herantasten. 

Hilfe erhalten sie dabei durch das Team CV-Racing des früheren Schmallenbergers Christian Voss, der jetzt in Niederzissen unweit des Nürburgrings ansässig ist. Klimek: „Der Europameister ist bereit, die Geschichte in Le Mans zu unterstützen.“ 

Gerade in taktischer Hinsicht versprechen Rennen mit Zweittaktern, die im benachbarten Ausland zum Teil auch auf Innenstadtkursen durchgeführt werden dürfen, hochinteressant zu werden. Klimek: „Wir benötigen drei Motoren. Nach jedem Stint werden beim Fahrerwechsel auch Tank und Motor gewechselt, der entfernte Motor anschließend revidiert.“ Ein Grund: Gefahren wird mit einem exakt abgestimmten Gemisch aus Kraftstoff und Schmierstoff, es kann also nicht einfach nur Benzin nachgetankt werden. 

Obwohl Peter Klimek sagt „Bis jetzt waren wir in der Bundesliga des Kartbereichs unterwegs, Le Mans zählt aber zur Champions League“, erfordert das Engagement der Plettenberger keine immens höheren Ausgaben: „Es wird nur etwas teurer vom Material her, aber wir bleiben uns treu und werden den Charakter wahren. Dennoch suchen wir natürlich noch Sponsoren.“ 

Zu den Unterstützern von Talentfrei Racing zählt seit dem Start in die Kartszene das Plettenberger Unternehmen Langenbach & Köster um Geschäftsführer Kaspar Köster. „Deshalb möchten wir nun auch etwas zurückgeben“, kündigt Klimek an. „Wenn wir demnächst zum Testen an die Strecken fahren, können interessierte Kartbegeisterte gerne mitfahren. Das gilt für Werksangehörige von L & K, aber auch für ehemalige Sponsoren wie die Firmen Panzer und Bröcker – wir vergessen da niemanden.“ 

Auch dem Nachwuchs, der ernsthafte Ambitionen hegt, in den Motorsport einzusteigen, will Talentfrei Racing diesen Service anbieten. „Unsere Erfolge kommen ja nicht von ungefähr. Wir verfügen über ein Bambini-Rennkart, das von Sechs- bis Zwölfjährigen gefahren werden kann. Wir bieten jedem Interessierten an, damit erste Schritte auf einer Rundstrecke zu unternehmen, gehen aber verantwortungsbewusst damit um. Ganz wichtig ist: Die Eltern sollten dahinter stehen. Dann begleiten wir das.“ Den Kontakt knüpfen kann man über die E-Mail-Adresse Talentfrei-Racing@gmx.de 

Die Verbindung mit Christian Voss, der europaweit Kontakte in der Motorsportszene besitzt – unter anderem zu Bernd Schneider und Uwe Alzen – könne Talenten Möglichkeiten zum Einstieg in den Motorsport aufzeigen, ist Klimek überzeugt. 

Was aber verspricht man sich von Talentfrei Racing von Le Mans 2021? Klimek: „Überzeugen wir in Le Mans, ist das beste Werbung für uns.“ Möglicherweise winken dann sogar Einladungen als Test- oder Entwicklungsfahrer für Langstreckenkarts. „Das wäre eine Anerkennung auf dem höchsten Level im Motorsport“, sagt Klimek.

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