Taktische Cleverness der Schlüssel zum IEC-Erfolg

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Hinten dicht machen und im Angriff größtmögliche Effektivität an den Tag legen: Die Iserlohn Roosters wollen heute Abend nach dem 4:3-Erfolg gegen die Eisbären Berlin auch bei den Hannover Scorpions punkten.

ISERLOHN ▪ Für Doug Mason war gestern ein harter Tag. Der Drucker im Trainerbüro war in unerklärlichen Dauerstreik getreten – und Hilfe in Form des eigentlich mit der IT-Sicherheit beauftragten Unternehmens war unabkömmlich. Warum Druckerstress Mason an den Rand der Verzweiflung bringt? Wegen des abendlichen Auswärtsspiels bei den Hannover Scorpions (19.30 Uhr).

Der Holland-Kanadier ist Papierfetischist. Will er seine Mannschaft auf die Taktik des Gegners vorbereiten, braucht er Ausgedrucktes. Auf Dutzenden von Zetteln pinnt er Computer gezeichnete Über- und Unterzahlspiele des Gegners, eigene Bullysituationen oder sonstige taktische Marschrouten an die Magnettafel in der Kabine.

„Vorbereitung muss für jeden Spieler zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar sein“, sagt Mason. Er überlässt wenig dem Zufall, scheint damit den Anforderungen seiner Spieler zu entsprechen. „Die Vorbereitung von Doug ist hervorragend, das sorgt momentan für unseren Erfolg“, erklärt Kapitän Robert Hock.

Erfolg definiert man in der Kabine am Seilersee derzeit wenig über den aktuellen Tabellenstand. Da sind die Roosters nach dem spielfreien Sonntag wieder auf den letzten Platz zurückgefallen. Der Blick in das Ranking aber belegt: Sie sind wieder mittendrin im Play-Off-Geschäft. „Die Plätze eins bis sechs sind vergeben, dahinter aber kann noch eine ganze Menge passieren“, betont Manager Karsten Mende. Er hat Recht. Zwischen dem Tabellenletzten aus Iserlohn und dem Siebten aus Mannheim liegen nur acht Punkte. Da sich langsam auch die Zahl der Spieltage, die alle absolviert haben, angleicht, gewinnt die Tabelle an Aussagekraft. Können die Sauerländer also ihre Erfolgsserie ausbauen, sind sie mittendrin im Geschäft.

Wenn der Drucker wieder funktioniert, kann Mason seinen Spielern zeigen, wie gefährlich vor allem das Hannoveraner Überzahlspiel dank des Blue-Liners Sascha Goc ist oder per Statistik unter Beweis stellen, dass der momentane Erfolg der Scorpions – die Niedersachsen haben drei der letzten fünf Spiele gewonnen – nicht nur mit der Verpflichtung von Torhüter Tyler Moss zu tun hat.

Der 35 Jahre alte Kanadier, der vom russischen Club aus Khabarovsk gekommen ist, stand nämlich gar nicht bei allen Erfolgen zwischen den Pfosten. „Hannover ist nicht zu unterschätzen – wir müssen taktisch sehr klug agieren, um eine Chance zu haben“, sagt Mason. Zwei Mal standen sich beide Klubs in dieser Saison gegenüber, zwei Mal gewannen die Scorpions. Personell können die Sauerländer aus dem Vollen schöpfen. Die angeschlagenen Paddock und Veideman haben am Montag trainiert, auf dem „Line-Up“ für heute stehen sie – das schreibt Mason nämlich mit der Hand.

Roosters: Legace – Veideman (?), Ardelan; Danielsmeier od. Langwieder, Insana; Kopitz, Ryan – Hock, Wolf, Giuliano; Kavanagh, Wörle, Roy; Paddock (?), Joseph, Sparre; Rupprich, Hommel, Oppolzer

Von Mirko Heintz

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