Kampfsportler suchen Duell mit der Weltspitze

Trainer Michael Meyer begleitet das Lüdenscheider Trio nach Zagreb.

LÜDENSCHEID -  Eine regelrechte „Terminhatz“ betreiben derzeit die Spitzenkampfsportler von Olympic Taekwondo Lüdenscheid. Nur 14 Tage nach NRW-Masters und „Serbian Open“ ist ein Trio vom Landesleistungsstützpunkt am Wefelshohl am Wochenende wieder im internationalen Einsatz, und zwar bei den hochkarätig besetzten „Croatian Open“ in Zagreb.

„Am Freitagmorgen heben wir um acht Uhr in Köln-Bonn ab“, freut sich Stützpunkttrainer Michael Meyer auf den Flug in die kroatische Hauptstadt, wo er Sohn Florian Meyer, Tina Neuhaus und Nachwuchskämpferin Yasemin Senyildiz betreuen wird. Die dürfen sich allesamt auf härteste Konkurrenz gefasst machen: Denn die „Croatian Open“ sind wie die offenen serbischen Meisterschaften vor 14 Tagen ein internationales A-Klassenturnier. Wobei das A quasi „Grand Slam“ bedeutet. Das heißt, dass auf diesen Turnieren Qualifikationspunkte, so genannte „Credits“, für internationale Meisterschaften wie Europa- oder Welttitelkämpfe gesammelt werden können. Für die „Croatian Open“ sind am Wochenende mithin gleich 1348 Kämpferinnen und Kämpfer aus 36 Nationen gemeldet, jeder Sieg dort ist ein Erfolg, weil große Teile der Weltelite vertreten sind.

Aussichtsreichster Kämpfer aus dem Bergstadt-Klub ist wieder einmal Florian Meyer. Der 21-jährige Sportsoldat aus der Förderkompanie in Sonthofen hat seine derzeitige Topform ja erst vor knapp zwei Wochen mit dem Sieg bei den „Serbian Open“ bewiesen, als er u.a. dem Olympiadritten von London, Stefan Bozalo (Serbien), dem aktuellen Weltranglistendritten Ivan Trajkovic (Slowenien) und „Croatian-Open-Titelverteidiger“ Vedran Golec (Kroatien) das Nachsehen gab. Die sind auch in Zagreb in der Gewichtsklasse über 87 Kilogramm wieder mit von der Partie. Diese Klasse ist inzwischen neue sportliche Heimat des Lüdenscheider Youngsters. „Florian wird in dieser Klasse bleiben, es war doch zunehmend schwieriger, Gewicht extra für die Wettkämpfe abzukochen, was aber auch nicht meiner Philosophie entspricht“, bricht Vater Michael einen Lanze für „defensiven Umgang“ mit den Gewichtsklassen aus, genauso wie ihm neben der sportlichen auch die berufliche bzw. schulische Entwicklung seiner Schützlinge am Herzen liegt. „Kurzfristiger sportlicher Erfolg ist vergänglich, Nachhaltigkeit für das Leben sicher genauso wichtig“, bemüht er sich, die Balance zwischen Trainingsarbeit und Ausbildung seiner Taekwondoka zu finden.

Sohn Florian hat als Sportsoldat derzeit die besten, weil professionelle Voraussetzungen: „Er muss zwar zu speziellen Bundesmaßnahmen nach Sonthofen, trainiert ansonsten aber zu Hause in Lüdenscheid und einmal wöchentlich am Bundesstützpunkt in Düsseldorf.“ Dreimal tägliche Trainingsarbeit sieht das Programm für Florian Meyer vor, der in Zagreb als Klassenleichtgewicht auch auf den 2,10-m-Riesen, den weißrussischen Junioren-Weltmeister Arman-Marshall Silla, treffen kann.

Hoffnungen auf eine gute Platzierung macht sich auch die Iserlohnerin Tina Neuhaus, die nicht zuletzt aufgrund des Stimmungshochs in der Lüdenscheider Trainingsgruppe nach dreijähriger Taekwondopause eine steile Aufwärtsentwicklung in Richtung ehemaliger internationaler Erfolge nimmt. Die Studentin, jüngst bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften mit Bronze bedacht, hat in Zagreb allerdings ein Riesenfeld mit 32 Starterinnen vor der Brust, als nationale Konkurrentin auch die aktuelle WM-Dritte Anna-Lena Frömming von der Bayrischen Taekwondo-Union, mit der sie früher gemeinsam in Iserlohn trainiert hat.

Dritte Olympic-Starterin im Bunde ist die erste 17-jährige Yasemin Senyildiz, die in der Jugendklasse bis 68 Kilogramm internationale Erfahrungen sammeln soll.

„Natürlich wollen alle so weit wie möglich kommen, doch ob das funktioniert, hängt sicher auch ein bisschen von der Auslosung ab“, weiß Michael Meyer, dass bei aller harter Trainingsarbeit auch Fortuna ihren Teil zum Erfolg beitragen muss.

Jörg Hellwig

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