Deutsche Meisterschaft einmal ohne Medaillen

Die Angriffe von Tina Neuhaus liefen bei der DM in Gummersbach komplett ins Leere. - Fotos: Schlanzke

GUMMERSBACH -  Auch das gibt’s: Die ansonsten so erfolgsgewohnten Kampfsportler von Olympic Taekwondo Lüdenscheid kehrten am Wochenende einmal ohne Medaillen von den Deutschen Meisterschaften aus der Schwalbe-Arena in Gummersbach zurück.

Dort sorgten insgesamt 2000 Besucher bei den Titelkämpfen für eine tolle Atmosphäre, die zwar alle Taekwondoka beflügelte, aber die Lüdenscheider Kämpfer nicht in die Medaillenränge trieb. Olympic war mit insgesamt sechs Kämpfern auf den Matten vertreten, nachdem sich Halbschwergewicht Christoph Schlanzke bereits im Vorfeld verletzt hatte.

Erfolgreichster Lüdenscheider Starter wurde ausgerechnet der älteste, dessen DM-Meldung aufgrund einer Wette mit Sohn Florian basierte: Senioren-Weltmeister Michael Meyer ging mit 46 Jahren nochmals mit der jungen Konkurrenz auf die Matte, bekam es im ersten Duell mit dem Karlsruher „Riesen“ Daniel Wamboldt zu tun, den er nach hartem, jederzeit ausgeglichenem Duell Sekunden vor Schluss mit einem überraschenden Kopftreffer mit 4:1 aus dem Turnier warf. Ein Sieg, der Meyer freilich auch Gewissenskonflikte bescherte, denn im Viertelfinale traf der Landesstützpunkttrainer in dieser Funktion auf seinen 19-jährigen Bielefelder Schützling Emre Aksu. Da es für den um Qualifikationspunkte für die Junioren-WM ging, wollte Meyer zunächst gar nicht antreten, ging aber doch auf die Matte, um seinem Gegner Kampfminuten zu verschaffen. Für sich hatte er aber entschieden, bei einer Führung den Kampf aufzugeben, was dank eines Fausttreffers tatsächlich der Fall war, so dass Meyer in der Pause zur zweiten Runde aufgab. In der gleichen Klasse über 87 kg trat mit Mario Faroß auch ein zweiter Olympic-Senior an. Der 38-Jährige lieferte sich mit dem jungen Mark Langer einen interessanten Kampf, bemängelte wie sein Kontrahent aber die offensichtlich nicht sauber funktionierende Westen-Elektronik, die in den gesamten sechs Kampfminuten nicht einen Treffer gewertet hatten. Letztlich siegte Langer mit 4:1-Punkten ausschließlich nach Fauststößen und Minuszählern.

Nach langer Wettkampfpause und drei intensiven Trainingswochen war Kosta Mitakoglou in der Klasse bis 63 kg auf die Matten zurückgekehrt und lieferte sich mit Firras El Ammar (Berlin) einen ausgeglichenen Kampf, der kurz vor Schluss 4:4 stand, ehe er einen Kopftreffer zum 4:7-Endstand kassierte.

Pech hatte bei den Frauen Madita Kleppe, die beim Aufwärmen Schmerzen im Knie verspürte, an dem sie im Vorjahr am Kreuzband operiert worden war. Sicherheitshalber verzichtete sie auf einen Start.

In der Klasse bis 57 Kilogramm kamen die beherzten Angriffe der eigentlich gut vorbereiteten Tina Neuhaus gegen die Stuttgarterin Nina Biseric aus unerklärlichen Gründen praktisch alle zu kurz und liefen ins Leere, so dass sie mit 0:4 die erhoffte Platzierung verpasste.

Für Anna Klenzendorf verliefen die Titelkämpfe in der Klasse bis 62 kg völlig enttäuschend. Wie schon beim Tübingen-Pokal kassierte sie gegen Katja-Doreen Keinath etliche Kopftreffer. Durch Abbruch wegen Überlegenheit der Gegnerin wurde das Duell in Runde drei beendet.

Ganz ohne Medaille blieb die Lüdenscheider Delegation letztlich doch nicht, denn Michael Meyer coachte den Olympic-Trainingspartner Stefan Ulicnik aus Wismar zur Bronzemedaille. - schl/jig

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