Schach

SvG Plettenberg vor Premiere in der Deutschen Schach-Online-Liga

SChachspieler am Brett
+
Führt das Plettenberger Team in der Deutschen Schach-Online-Liga an: Großmeister Thorsten Michael Haub.

Seit Montag läuft die zweite Spielzeit der Deutschen Schach-Online-Liga. Erstmals dabei: die SvG Plettenberg. Die Vier-Täler-Städter wurden direkt als Erstligist eingestuft und treffen nun u.a. auf den Bundesligisten Werder Bremen.

Plettenberg – Am Ende ging alles ganz schnell. Die Initiative ergriff FIDE-Meister Alex Browning, weil der 19-jährige Halveraner einfach Lust hatte auf dieses Turnierformat. Für die Umsetzung zeichnete Marc Schulze verantwortlich: Nun steht das Team und ist gemeldet, die SvG Plettenberg startet ab Mittwochabend erstmals in der Deutschen Schach-Online-Liga (DSOL) des Deutschen Schachbundes.

Weil in dieser Liga die Klassen nach den durchschnittlichen Wertungszahlen der Mannschaften eingeteilt werden, spielen die Vier-Täler-Städter direkt im Oberhaus. Genauer gesagt, spielt der Oberligist in der Gruppe B der 1. Liga, ist dort hinter dem Bundesligisten Werder Bremen Setzlistenzweiter.

„Als Zweiter würden wir uns für das Viertelfinale qualifizieren, das dann im K.o.-System ausgetragen wird. Das ist das Ziel“, sagt Marc Schulze, der nun Mannschaftskapitän des Teams ist, „und wenn wir das schaffen sollten, muss man sehen, welchen Gegner man bekommt, ob dann noch mehr geht.“

Plettenberg vor Premiere in der Deutschen Schach-Online-Liga

Erst einmal hat die SvG sieben Gegner im normalen Turnierverlauf, am 20. Januar geht es gegen die SG Leipzig los. Nominell hat Plettenberg Heimrecht, was den Vorteil hat, das am festgelegten Spieltag für Heimpartien gespielt wird. Die SvG hat sich den Mittwoch ausgewählt. Um 19.30 Uhr treffen sich die Teams dann auf der Plattform, vier Spieler auf jeder Seite. 45 Minuten plus 15 Sekunden pro Zug – das ist die Bedenkzeit in der DSOL. Eine fürs Internet sehr lange Bedenkzeit und damit eine Umstellung für die Aktiven, die zumeist seit Monaten vor allem Blitzschach (Bedenkzeit zwischen drei und fünf Minuten) auf dem Schachportal lichess.org spielen. „Das wird am Anfang sicherlich schwer“, sagt Schulze, „ich denke, dass die Gegner sich viel Zeit nehmen werden, man darf da nicht zu schnell ziehen, weil man es gerade so gewohnt ist.“

Sieben Spiele warten in der Gruppe B. Die weiteren Gegner bis zum 26. März heißen Werder Bremen (4. Februar), Hamburger SK II (10. Februar), SF Heidesheim (24. Februar), Hamelner SV (1. März), SV Hellern (17. März) und SC Zitadelle Spandau (23. März). Werder Bremen ist hoher Favorit in dieser Gruppe, aber dahinter sollte für Plettenberg alles möglich sein. Sollte es zum zweiten Platz reichen, würden im April Viertelfinale, Halbfinale und Finale der Serie warten. In der 1. Liga gibt es insgesamt vier Gruppen, gespickt mit Bundesligisten, in deren Reihen starke Titelträger spielen.

Haub, Browning und Schulze als Kernteam

Bei der SvG Plettenberg bilden Großmeister Thorsten Michael Haub, FIDE-Meister Alex Browning und Marc Schulze den Kern des Teams, sie sollen immer spielen. Sporadisch wird FIDE-Meister Aleksej Litwak mitspielen, daneben sind Dawid Pieper, Sascha Winterkamp und Manfred Nölke gemeldet.

Andere starke Spieler des Oberliga-Teams winkten ab. Das Format mag interessant sein, doch das Misstrauen so manchen Schachspielers, dass bei dieser Bedenkzeit im Internet mit Computerhilfe betrogen werden könnte, ist letztlich sehr groß.

Der Deutsche Schachbund wirkt dem mit zahlreichen „Anti-Cheating-Maßnahmen“ entgegen. So werden die Partien bereits am Spielabend von entsprechenden Programmen auf Anhaltspunkte für den Einsatz von Schach-Engines überprüft. Bei Verdachtsfällen wird auch nach den Partien noch tiefer geforscht.

„Anti-Cheating-Maßnahmen“ und Live-Übertragung

Es werden hier extra Cheating-Schiedsrichter eingesetzt. Dass die DSOL nach ihrer ersten Saison 2020 deutlich gewachsen ist, ist zumindest ein Indiz dafür, dass diese Maßnahmen Früchte tragen, dass Vertrauen bei den Aktiven geschaffen worden ist, den Betrug im Griff zu haben. Der Zulauf ist groß.

Wer die Partien im Internet verfolgen will, kann dies an den Spielabenden live in den Spielräumen des Schachportals ChessBase tun.

Freitags Live-Show mit GM Sebastian Siebrecht auf Twitch

Die Deutsche Schach-Online-Liga (DSOL) geht in die zweite Runde. Im Juni 2020 startete die DSOL ihre erste Saison im Zuge der Corona-Krise. Das gemeinsame Projekt mit ChessBase war gleich im ersten Jahr ein großer Erfolg und kann nun mit 385 gemeldeten Mannschaften (13 Ligen, 50 Staffeln) sogar einen Zuwachs von rund 60 Prozent verzeichnen. Unter den rund 3000 gemeldeten Spielerinnen und Spielern finden sich auch zahlreiche DSB-Kaderspieler. Neu dabei ist als Top-Gesetzter der 1. Liga die Mannschaft der SF Deizisau. Mit den drei besten Spielern Deutschlands (nach DWZ), Alexander Donchenko, Matthias Blübaum und Vincent Keymer, geht Deizisau als großer Favorit in den Wettbewerb. Weitere teilnehmende Vereine aus der Bundesliga sind Werder Bremen, der FC Bayern München, die SG Solingen, die SF Berlin und der Hamburger SK. Ein besonderes Highlight in dieser Saison wird die neue Live-Show auf Twitch mit dem Essener Großmeister Sebastian Siebrecht sein. An jedem Freitagsspieltag wird er durch den Abend führen und Partien kommentieren, teilnehmende Vereine vorstellen und Gäste empfangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare