Fußball

Zur Heimpremiere unter Zugzwang

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Torjäger Jan Hildebrandt (rechts, Szene aus dem Pokalderby in Küntrop) und der SV Affeln fiebern der Heimpremiere am Sonntag entgegen.

Einem souveränen 6:2-Auftaktsieg bei Abstiegskandidat Korriku Sundern ließ der SV Affeln im Arnsberger Kreispokal einen 3:0-Derbysieg beim Lokalrivalen SSV Küntrop folgen, danach aber setzte es für die ambitioniert in die Saison gestarteten und am vergangenen Sonntag spielfreien Stummel-Kicker in der A-Liga drei Niederlagen in Folge. Vier Spiele, drei Punkte. Vor der Heimpremiere am Sonntag (15 Uhr) auf dem nagelneuen Kunstrasen läuft der SVA der Musik hinterher. Und erster Gast auf dem neuen Kunstgrün wird ausgerechnet Spitzenreiter FC Neheim-Erlenbruch sein...

Affeln - „Keine Frage: Den Saisonstart hatten wir uns anders vorgestellt“, redet Trainer Cesare Deleo gar nicht erst um den heißen Brei herum. Insbesondere die 1:2-Niederlage in Herdringen, als die Affelner ab der 23. Minute in Überzahl agierten, ging ihm gegen den Strich. „Das war nicht der SV Affeln, wie ich ihn mir vorstelle. Ich war mega enttäuscht von diesem Spiel, weil uns Herz und Leidenschaft fehlten. Uns hat in Herdringen ein Häuptling auf dem Platz gefehlt. Die erfahrenen Spieler müssen viel mehr Verantwortung übernehmen auf dem Platz – auch verbal“, betont der 45-Jährige, der von der Qualität seiner Mannschaft weiterhin fest überzeugt ist und mit Ausnahme des Herdringen-Spiels die bislang ernüchternde Ausbeute der Stummel-Kicker erklären kann.

Die erfahrenen Spieler müssen viel mehr Verantwortung übernehmen auf dem Platz – auch verbal.

SVA-Trainer Cesare Deleo

„Gewisse Parameter waren zu ungünstigen Zeiten einfach nicht optimal“, sagt Deleo und verweist unter anderem auf die Sportplatz-Situation hin. Wegen der Baumaßnahmen auf der Stummel konnte das Team einige Wochen nicht in Affeln trainieren und bestritt alle Partien bislang auswärts, zudem wurde der Pokalerfolg in Küntrop teuer erkauft. Neben einigen verletzten und gesundheitlich angeschlagenen Spielern gesellten sich zudem auch noch Urlauber, sodass bei der 1:4-Niederlage beim hoch gewetteten SV Hüsten 09 II nicht weniger als elf (!) Akteure ausfielen. Und auch Deleo selbst verpasste urlaubsbedingt das Pokalspiel an der Dinneike sowie das Gastspiel in Hüsten und bezieht sich in seiner Kritik daher selbst mit ein. „Jeder von uns muss sich einen Spiegel in die Tasche packen und sich selbst hinterfragen“, sagt der Übungsleiter, dessen Team bei der 1:3-Niederlage in Grevenstein zudem mit Fortuna haderte.

„Fußballerisch war es eine gute Leistung in Grevenstein, wir haben da leider das Tor nicht getroffen und uns einfach nicht belohnt“, so Deleo, der am vergangenen Samstag mit einigen Akteuren seines Kaders am Imberg-Fun-Run teilnahm und nun mit dem Team der ersehnten Heimpremiere gegen den Primus aus Erlenbruch entgegenfiebert. „Eigentlich ist es egal, wer jetzt zu uns kommt. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und jetzt Punkte einfahren. Egal wie“, gibt Deleo die Richtung vor. Er und seine Schützlinge dürften in der derzeitigen Situation „nur noch von Spiel zu Spiel“ schauen und sich auf jeden Gegner bestmöglich vorbereiten. „Wir werden uns ab sofort auch eher treffen und und die Spielvorbereitung verlängern“, will der SVA-Coach die Sinne seiner Elf schärfen, damit der Bock umgestoßen wird.

Mit der Heimpremiere gegen Neheim-Erlenbruch läuten die Stummel-Kicker am Sonntag eine Woche ein, die eine knifflige sein wird. Denn schon am Mittwoch (19.30 Uhr) geht es weiter mit dem Kreispokal-Achtelfinale, in dem die Affelner auf neuer Plastikwiese auf den noch verlustpunkfreien Westfalenligisten SC Neheim treffen werden. „Neheim ist in diesem Wettbewerb der schwerste und größte Gegner. Auf das Wiedersehen mit Alex Bruchhage freue ich mich, er ist ein Top-Mensch und auch ein Top-Trainer. Aber so schön es auch ist, gegen so einen Gegner zu spielen – in unserer Situation kommt dieses Pokalspiel eher zur falschen Zeit“, sagt Deleo. Denn Priorität habeganz klar die Meisterschaft, in der am Sonntag vor eigenem Publikum gegen Erlenbruch die Punkte vier bis sechs eingefahren werden sollen. Ein „Dreier“ gegen den Spitzenreiter wäre auch gut für das Selbstvertrauen in einer Woche, in der es nach dem Pokalspiel gegen den Westfalenligisten aus Neheim dann schon zum Meisterschaftsderby nach Küntrop geht. Ebenso spannende wie intensive Tage also für die Stummel-Kicker...

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