Fußball

„Hilde“ und „Schmolli“ in Torlaune

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Niklas Schmoll-Klute (am Ball) erzielte im Derby einen Treffer und bereitete das 2:1 durch Teuber vor.

Nach eher enttäuschendem Saisonstart kommt der SV Affeln im Arnsberger Fußball-Kreisoberhaus allmählich ins Rollen. Dem furiosen 5:0-Heimsieg gegen Spitzenreiter FC Neheim-Erlenbruch ließen die Stummel-Kicker am Sonntag an der Dinneike einen 4:2-Erfolg im Lokalderby beim SSV Küntrop folgen. Neun „Buden“ in den letzten zwei Partien – die Abteilung Attacke der Affelner um Torjäger Jan Hildebrandt läuft wieder rund.

Affeln - Mit einem Doppelpack im Derby stockte Jan „Hilde“ Hildebrandt sein Torkonto auf jetzt neun Treffer auf und führt mit dieser Ausbeute die Torjägerliste zusammen mit Marek Pfeil vom SV Bachum/Bergheim gemeinsam an. Flügelspieler Niklas Schmoll-Klute traf im Derby einmal, bereitete zudem den 2:1-Führungstreffer durch Mats Teuber entscheidend vor und leitete den 1:1-Ausgleich durch „Hilde“ ein. Eine Woche zuvor war „Schmolli“ gegen Erlenbruch der Mann des Spiels gewesen, als er einen Viererpack schnürte. „Die Zwei funktionieren“, sagt Affelns Trainer Cesare Deleo, der weiß, was er an seinen brandgefährlichen Akteuren hat. „’Hilde’ könnte eigentlich noch mehr Tore auf seinem Konto haben, er hat anfangs aber einiges verballert. Am Sonntag in Küntrop haben wir aber gesehen, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Sein Kopfballtor zum 4:2, als er lange in der Luft stand, war sensationell und wichtig für uns“, so Deleo.

Der 45-jährige Übungsleiter schätzt den langen Angreifer, der in der fünften Saison für die Blau-Weißen aufläuft, nicht allein wegen dessen Toren sehr: „’Hilde macht es vorne einfach gut. Manchmal ist er zwar auch abwesend, aber wenn er Fehler des Gegners wittert, dann ist er voll da. Ein klasse Stürmer“.

Der SV Affeln ist erst der zweite Verein, für den Jan Hildebrandt aufläuft. Der 26-Jährige, der in Plettenberg lebt, hat vor seinem Wechsel auf die Stummel lediglich das Trikot des TuS Plettenberg getragen, bei dem sein älterer Bruder Markus Sportlicher Leiter ist. Anfragen, wieder zurück zu den Blau-Gelben nach Böddinghausen zu wechseln, gibt es vom älteren Bruder aber nicht, versichert Jan Hildebrandt. „Er lässt mich in Ruhe“, lacht der Torjäger, der sich rund um die Stummel großer Beliebtheit erfreut. „Ich fühle mich in Affeln sehr wohl. Das Umfeld stimmt, der Vorstand ist gut – es passt alles“, betont der Stürmer, der sich noch einige Jahre bei den Blau-Weißen vorstellen könnte.

Nach den Niederlagen in Hüsten, Grevenstein und Herdringen ist Jan Hildebrandt froh, mit seinem Team nun in die Spur gefunden zu haben. Das Wort Aufstieg aber nimmt der Torjäger, wie auch sein Trainer, nach den besagten drei Niederlagen an den Spieltagen zwei bis vier nicht in den Mund. Hildebrandt weiß zwar, dass die Erwartungen auf der Stummel nach dem hervorragenden Start in die Saison 20/21, in der die Affelner bis zum pandemiebedingten Abbruch 19 Punkte aus sieben Partien gesammelt hatten, vor dieser Spielzeit hoch gewesen waren, doch nach nur drei Punkten aus den ersten vier Partien habe man den Druck teamintern selbst herausrausgenommen. „Wir schauen jetzt nur von Spiel zu Spiel. Und im Moment läuft es so ja auch ganz gut“, betont der 26-Jährige, der am Sonntag nach dem Derby noch für das eine oder andere Bierchen mit seinem Team, aber auch mit den Küntropern, zusammensaß. Bei aller Rivalität, die beim Derby 90 Minuten lang auf dem Platz herrscht, verstehen sich Rot-Weiße und Blau-Weiße abseits des Kunstgrüns nämlich ganz gut.

Ich weiß auch nicht, warum. Aber ‘Schmolli’ kommt bei jedem Training eine Minute zu spät – und muss dann blechen.

Cesare Deleo, Trainer SV Affeln

Apropos gut verstehen: Auf und auch neben dem Platz harmonieren Jan Hildebrandt und Niklas Schmoll-Klute seit Jahren prächtig. „Es macht einfach Spaß, mit ‘Schmolli’ zu spielen“, sagt Hildebrandt über seinen 25-jährigen Teamkollegen, der überwiegend mit hohem Tempo und großem Kämpferherz den rechten Flügel beackert und eher der Typ Vorbereiter ist. In dieser Serie aber ist Schmoll-Klute auch eiskalter Vollstrecker, steht nach seinem Treffer im Derby schon bei sechs Saisontoren, von denen er vier allein bei der Heimpremiere gegen Erlenbruch erzielte. „’Schmolli’ gibt immer 100 Prozent“, lobt Cesare Deleo den flinken Außenspieler, der in seiner bisherigen Laufbahn noch nie für einen anderen Verein kickte. „Niklas ist ein richtiger Gute-Laune-Typ, der auf dem Platz aber immer Vollgas gibt“, sagt Cesare Deleo, der dann lauthals lachen muss. „’Ich weiß auch nicht, warum. Aber ‘Schmolli’ kommt bei jedem Training eine Minute zu spät – und muss dann blechen.“

Niklas Schmoll-Klute, der in Blintrop zuhause und angehender Sport- und Fitnesskaufmann ist, versucht erst gar nicht, die Behauptung seines Trainers zu widerlegen. „Einer muss ja die Mannschaftskasse füllen“, sagt der 25-jährige Affelner Dauerbrenner, der sich auf der Stummel „mega wohl“ fühlt und froh ist, dass sein Team inzwischen in die Spur gefunden hat. „Natürlich wollen wir auch in dieser Saison oben mitspielen. Dafür müssen wir aber unsere Hausaufgaben erledigen. In dieser Liga darfst du keinen Gegner unterschätzen. Wille und Einstellung müssen jede Woche da sein. Der Auftakt in diese Saison war nicht berauschend. Aber zum Glück fangen wir ja jetzt langsam an zu rollen“, so Schmoll-Klute, der mit seinem Team unbedingt „unter die ersten Fünf“ möchte und schließlich den Satz sagt, den Jan Hildebrandt längst vorgelegt hat: „Wir schauen jetzt nur von Spiel zu Spiel.“

Demnach richtet sich der Fokus beim SV Affeln nach dem Derbysieg in Küntrop allein auf das nächste Heimspiel. Am Sonntag (15 Uhr) ist der Tabellensechste SuS Westenfeld zu Gast, den man mit einem „Dreier“ überholen könnte. Bis dahin wird „Schmolli“ aber wohl wieder zweimal zu spät gekommen sein zum Training...

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