Handball, 3. Liga Nord-West

Emotionen und besondere Momente

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Jan Stuhldreher als Coach des TuS Volmetal beim Gastspiel in Halver: Das Unentschieden nach der Trennung von TuS-Trainer Rob de Pijper in der Saison 2016/17 zählt für den Schalksmühler zu seinen Derby-Highlights.

Kreisgebiet - Sportredakteur Thomas Machatzke blickt vor dem ersten Derby der Saison 19/20, das am Samstagabend um 19.30 Uhr an der Halveraner Mühlenstraße stattfindet zwischen den SGSH Dragons und dem TuS Volmetal stattfindet, mit Jan Stuhldreher auf diese besonderen Spiele zwischen dem Underdog vom Volmewehr und dem Nachbarn aus Halver und Schalksmühle. Stuhldreher kennt beide Vereine bestens, war bei der SGSH als Spieler aktiv und bis zum Sommer 2019 als Co-Trainer der Volmetaler auf der Bank.

Jan Stuhldreher, wenn wir in der Redaktion richtig gerechnet haben, wird es am Samstag das erste Derby zwischen der SGSH und Volmetal ohne Jan Stuhldreher auf einer der beiden Seiten sein… 

Ja, das stimmt! 2015 ist der TuS Volmetal in die 3. Liga aufgestiegen. Seitdem war ich immer auf Volmetaler Seite dabei – leider mit mehr Niederlagen als Siegen. In der Saison 08/09 haben wir noch in der Oberliga gegeneinander gespielt – ich für die SGSH, auf Volmetaler Seite der heutige Trainer Marc Rode und auch Björn Althoff. Da haben wir zweimal klar gewonnen. Aber da war die SGSH auch gerade aus der 3. Liga gekommen und spielte um den Aufstieg. Eigentlich ist es jetzt wieder eine ähnliche Situation… 

Haben Sie den einen besonderen Derby-Moment für Sie im Kopf?

Da war natürlich der Sieg im ersten Drittliga-Jahr in Halver, als Dominik Domaschk in der letzten Sekunde mit einem Schlagwurf das Siegtor gemacht. Ich weiß es noch genau – zwei Wochen später habe ich die Diagnose von meinem Knorpelschaden im Knie bekommen. Ein anderer besonderer Moment war das Spiel in Halver nach der Trennung von Rob de Pijper. Da habe ich mit Philipp Brüggemann zusammen das Team gecoacht und wir haben ein Unentschieden geholt. Das hat uns damals ganz viel Selbstvertrauen gegeben. Danach ging es bergauf… 

Am Samstag  sind Sie nun erstmals nur in der Zuschauerrolle… 

Nein, leider noch nicht einmal das. Ich bin am Wochenende in München. Ich genieße im Moment wirklich die handballfreie Zeit. Ich war in dieser Saison auch noch nicht oft in der Halle. Bei der SGSH noch gar nicht, in Volmetal habe ich die Spiele gegen Aurich und Menden gesehen. Ich verfolge es, habe den Volmetaler Sieg in Spenge auf Sportdeutschland-TV nachher angeschaut und schaue auch abends auf den Live-Ticker, aber eigentlich bin ich froh, dass ich nun diesen Abstand kriege. Ich habe 28 Jahre lang Handball gespielt – und die letzten Jahre mit Volmetal immer gegen den Abstieg. Da gewinnt man den Großteil der Spiele nicht. Das zehrt an den Nerven, das nimmt man mit nach Hause. Da ist man irgendwann leer. Aber klar – wenn ich nicht in München wäre, wäre ich am Samstag in der Halle. 

Sie sind ein Ur-Schalksmühler und waren nun lange beim TuS Volmetal. Für wen schlägt denn diesmal Ihr Herz? 

Eigentlich für beide, ich habe ja auch einen guten Kontakt zu den Schalksmühlern, auch wenn ich die Jungs nicht mehr alle kenne. Aber Fabian Hecker und Florian Diehl habe ich selbst als Jugendliche trainiert, mit Florian Diehl auch zusammengespielt. Und der Schalksmühler Physiotherapeut Marvin Schreyer ist mein Trauzeuge. In Volmetal hat es eine hohe Fluktuation gegeben nach der letzten Saison, aber der Kontakt ist auch noch da. Ich kann es entspannt und neutral sehen, würde mich aber vielleicht noch mehr für Volmetal freuen, denn die Punkte für Volmetal wichtiger wären für den Klassenerhalt. Ich denke, dass es für die SGSH in Richtung Aufstieg in diesem Jahr schwierig wird. 

Sie würden die Derbys gerne weiter sehen… 

Derbys sind immer cool. Diese Emotionen, die dabei sind. Die Spiele in Halver, wenn du in dieser Halle vor so einer Kulisse stehst, sind etwas ganz Besonderes. Die Volmetaler Fans lassen sich da immer etwas Besonderes einfallen, die SGSH-Fans halten dagegen. Es ist schön, wenn auch die Fanlager konkurrieren. In Halver hätte ich gerne selbst noch auf der Platte gestanden, aber das hat mein Knie leider nicht mehr zugelassen. 

Wagen Sie abschließend noch einen Tipp? 

Tippen ist aktuell schwierig, man muss ja nur die Ergebnisse vom letzten Spieltag anschauen. Die Volmetaler haben in Spenge gewonnen und Wilhelmshaven geschlagen. Das ist eine junge Truppe, die stark sein kann, wenn sie diszipliniert ist. Da vielleicht auch gegen Schalksmühle etwas gehen. Aber Favorit ist natürlich die SGSH. Mein Gefühl: Es wird ein knapper Sieg für Schalksmühle. Aber gönnen würde ich beiden den Sieg.

Jan Stuhldreher, vielen Dank für das Gespräch!

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