Trainer Mason massiv in der Kritik

Stürmische Herbsttage am Seilersee

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Goalie Sébastian Caron, der nur zwei Wochen nach seiner Vertragsauflösung am Sonntag mit den Hamburg Freezers an den Seilersee zurückkehrte, wurde von den Roosters-Fans gefeiert.

ISERLOHN -  Es hatte sich zwar angedeutet, dass den Iserlohn Roosters stürmische Tage ins Haus stehen könnten. Aber mit solch einem massiven Gegenwind, den insbesondere Trainer Doug Mason am Sonntag erleben musste, hatte dann wohl doch kaum einer gerechnet.

Auch wenn in den Foren im Internet eine „Breitseite“ gegen den Trainer angekündigt worden war:  Aus der ehemals kleinen Gruppe, die in den vergangenen Partien auf der Stehplatztribüne ihre „Mason-raus-Rufe“ skandiert hatten, ist im Spiel gegen die Hansestädter eine nicht zu überhörende Masse geworden. Die Stimmung am Seilersee ist explosiv.

Nur mit Mühe und Verspätung schaffte es Doug Mason am Sonntag zur Pressekonferenz, und auf dem Eis feierten die Roosters-Fans zuvor ihren Ex-Goalie Sébastian Caron. Es war eine schallende Ohrfeige für die eigene Mannschaft. Trainer Doug Mason war wenig erfreut. Es sei nicht nur dem eigenen Torhüter gegenüber unfair, wenn der gegnerische Torhüter gefeiert werde, stellte er fest.

Er selbst könne gut mit der Kritik umgehen, nach mehr als 20 Jahren in diesem Job. „Aber es ist schlecht für die Mannschaft. Durch solche Sachen wird sie noch mehr verunsichert. Das Team braucht Unterstützung“, betont Mason. Denn die Negativserie sei vor allem eine Kopfsache.

Das System, mit dem Mason seine Mannschaft in die Spiele schickt, ist dasselbe wie am Anfang der Saison, als die Roosters ihre Fans begeistert haben. „Wenn wir nur einmal in Überzahl aufs Tor schießen, ist das nicht die Schuld des Trainers“, sagte Christian Hommel am Sonntag selbstkritisch.

Unbestritten ist jedoch, dass der eigene Anspruch und die sportliche Realität am Seilersee derzeit weit auseinander klaffen. Denn selbst wenn die Roosters die bessere Mannschaft sind wie zuletzt am vergangenen Freitag in Augsburg, es springt derzeit einfach zu wenig Zählbares dabei heraus. In den neun Oktober-Partien haben die Roosters gerade zweimal gepunktet – beim überraschenden 5:2-Sieg in Wolfsburg und am vorletzten Wochenende bei der emotionalen Achterbahnfahrt gegen die Nürnberg Ice Tigers mit 6:5 nach Verlängerung.

Nun folgte gar das dritte Null-Punkte-Wochenende in diesem Monat. Dabei spieten die Waldstädter – abgesehen von Mark Bell – am Sonntag gegen die Freezers zum ersten Mal wieder komplett. Die Enttäuschung auf den Rängen wächst. Die zwangsläufige Frage ist: Wie lange kann es sich der Verein leisten, diesem Druck von außen unbeeindruckt gegenüber zu stehen?

In so einer stürmischen Zeit hilft Mannschaft und Trainer nur eins weiter: Spiele zu gewinnen. Ob dafür allerdings am Freitag die wiedererstarkten Eisbären aus Berlin und am Sonntag der ERC Ingolstadt die richtigen Gegner sind, bevor es in die neuntägige Spielpause geht, bleibt abzuwarten. - ag/she

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