Triathlon

„Ich habe viele Emotionen durchlebt“

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Überglücklich und am Ende seiner Kräfte: Stefan Stubner durchlief beim Ironman in Hamburg ein emotionales Auf und Ab. Letzten Endes finishte der RCL-Athlet in 11:36:25 Stunden.

Lüdenscheid – „Stubi“ hallt es laut von der Tribüne im Zielkorridor des Ironman von Hamburg. Überglücklich reckt Stefan Stubner, Athlet beim Radsport-Club Lüdenscheid von 1998, seine Arme in die Höhe. All die Anstrengungen und Strapazen der vergangenen 11:36:25 Stunden haben sich an diesem Sonntagnachmittag in der Hansestadt gelohnt. Stubner ist erstmals in seinem Leben ein „Eisenmann“ und hat die 226 harten Kilometer hinter sich gebracht.

„Es war ein überragendes Gefühl im Zielbereich, vorher habe ich wirklich viele unterschiedliche Emotionen durchlaufen müssen“, erklärt der 45-Jährige einen Tag danach. Dabei begann das Rennen nahezu optimal, die 3,86 Kilometer lange Schwimmstrecke in der Alster brachte der RCL-Athlet nahezu euphorisch hinter sich und belegte nach dem Auftakt in den frühen Morgenstunden von Hamburg den fünften Rang in seiner Altersklasse bei einer Zeit von 57:30 Minuten. Doch bereits in der ersten Wechselzone musste der Ennepetaler einen herben Dämpfer hinnehmen. 

Stubner hatte seine Startnummer in der Wechselzone vergessen, da eine Tragepflicht besteht, ging es für Stubner die 500 Meter zu seinem Wechselbeutel zurück. „Da war ich schon sehr sauer auf mich selbst. Aber dann sind die ersten 90 Kilometer beim Fahrradfahren trotzdem sehr gut gelaufen“, erklärt Stubner. Den Tipp von seinem Teamkollegen Florian Hanakam, auf der ersten Hälfte der 180 Rad-Kilometer ein höheres Tempo anzuschlagen, griff der Qualitätsmanager auf. 

Emotionales Wellental beim Marathonlauf

„Ich bin in der ersten Runde einen Schnitt von 36,5 km/h gefahren. Aber hier musste ich meiner Unwissenheit aufgrund der ersten Teilnahme Tribut zollen. Die Oberschenkel fingen an zu brennen. Deswegen nahm ich bewusst Tempo raus, um die Beine für den Marathon zu schonen“, berichtet Stubner. Vorgenommen hatte er sich ein Durchschnittstempo von 33 km/h, letztlich blieb der RCL-Athlet lediglich einen Kilometer unter seinem Tempo. 

Der schwierigste Teil wartete allerdings noch auf die Frohnatur – der Marathonlauf, vor dem Stubner bereits im Vorfeld den größten Respekt gehabt hatte. Bereits nach drei Laufkilometern wurde dem 45-Jährigen übel. Obwohl die Beine den Umständen entsprechend gut liefen, war keine wirkliche Besserung in Sicht. „Ich habe alles versucht, um meinen Magen zu beruhigen und meinen Körper bei knapp 30 Grad runterzukühlen. Das ging soweit auch ganz gut, nur der Magen wollte sich nicht bessern“, erzählt Stubner. 

Zum ersten Mal ein Ironman

Ein stetiger Wechsel von Laufen und Gehen begann, ehe ihn auf der dritten von vier Laufrunden kurzzeitige Kreislaufprobleme fast zur Aufgabe zwangen. „Das machte mir etwas Angst, weil ich mir zum ersten Mal wirklich die Frage stellte, ob ich das Ziel erreiche. Zwar kann ich auch im Gehen das Ziel erreichen, aber wenn der Kreislauf versagt, klappt selbst das nicht“, zeigte sich Stubner besorgt. Doch die Unterstützung und Anfeuerung seiner Freunde und Familie um seinen Mann Rainer trieben Stubner wieder an, ließen ihn zum wiederholten Male den „inneren Schweinehund“ überwinden. 

„Ich habe mich von Versorgungsstelle zu Versorgunsstelle gehangelt, gerade die Anfeuerungen von außen haben mir die nötige Kraft gegeben. Das war am Ende entscheidend“, zeigt sich Stubner dankbar für den großen Support. Die nächste Woche verbringt Stubner mit seinem Mann noch in der Hansestadt und feiert mit ihm am Wochenende beim Christoper-Street-Day. Zum ersten Mal als Ironman. Ein Titel, der für immer bleibt.

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