Handball

Stefan Neff und das Unternehmen Aufstieg mit dem VfL Eintracht Hagen

Handballtrainer gestikuliert am Rande
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Stefan Neff peilt mit dem VfL Eintracht Hagen den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga an.

Am Wochenende beginnen in der 3. Liga der Handballer die Aufstiegs- und die Pokalrunde. Die SGSH hat sich gegen einen Start entschieden. Ihr Ex-Trainer Stefan Neff dagegen hofft mit dem VfL Eintracht Hagen auf den Aufstieg. Ein Gespräch.

Hagen – Am Samstag gehen für Stefan Neff und den VfL Eintracht Hagen fünfeinhalb Monate ohne Pflichtspiel zu Ende, wenn die Eintracht in der Krollmann-Arena den VfL Potsdam zum Auftaktspiel zur Zweitliga-Aufstiegsrunde erwartet.

Neff trainierte ab Sommer 2016 drei Spielzeiten lang die SGSH Dragons in der 3. Liga, ehe sich der Verein im Herbst 2019 von Neff trennte, obwohl die SGSH seinerzeit mit 6:0 Punkten ausgezeichnet dastand.

Der Hagener will nun mit seinem Heimat- und Herzensverein den nächsten großen Schritt in seiner Trainerkarriere machen und den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Vor dem Start der Aufstiegsrunde sprach Sportredakteur Thomas Machatzke mit Neff über die nächsten Wochen.

Stefan Neff und das Unternehmen Aufstieg mit dem VfL Eintracht

Stefan Neff, es geht wieder los. Spüren Sie schon wieder dieses ganz besondere Kribbeln?
Ja, hoffentlich geht es jetzt los. Ich glaube dran, aber letztlich weiß man es ja erst, wenn ein Spiel wirklich angepfiffen wird. Wir haben es im Herbst in Gensungen erlebt, als sich alle warmgemacht haben und dann wurde wegen eines Verdachtsfalls nicht gespielt. Bei uns gibt es im Moment zum Glück nichts, aber da ist der Gegner, da sind die Schiedsrichter. Überall kann was passieren. Es ist eine verrückte Zeit.
Manche Teams haben für die Aufstiegs- oder Pokalrunde gemeldet, um einfach nur endlich wieder Handball spielen zu können. Sie nicht. Sie haben ein ganz klares Ziel – oder?
Wir spielen nicht mit, um einfach nur dabei zu sein. Wir wollen um den Aufstieg mitspielen. Aber es ist eine besondere Situation, alles ist ungewisser als sonst. Am Ende kann eine Mannschaft aufsteigen nach diesem Modus, die im Herbst schon zwei-, dreimal verloren hat und vielleicht nun in der Runde auch. Aber so ist es nun mal. Wir wissen um unsere Stärke, hatten eine gute Generalprobe, alle sind fit. Alles gut!
Wen sehen Sie als Hauptkonkurrenten in der Runde?
Das ist schwer. Es sind viele Mannschaften dabei, gegen die man noch nie gespielt hat. Einige haben die lange Pause noch zu Transfers genutzt. Potsdam kooperiert mit den Füchsen Berlin, da rechne ich mit Füchsen-Talenten aus der A-Jugend und der Reserve. Potsdam hat eine Topmannschaft, genauso Hildesheim oder Rostock, in der anderen Gruppe will Krefeld aufsteigen, auch Dansenberg oder Oppenweiler sind da sicherlich stark einzuschätzen. Aber was heißt das schon? Die Fragen, die sich stellen, sind auch: Wer kommt nach der langen Pause wieder wie rein? Und wer muss vielleicht in Quarantäne? Wer nicht antreten kann, verliert die Punkte. Das kann schnell gehen…

Der Modus, der nun gewählt wurde, ist der fairste, der nun noch möglich war. Klar wird es da am Ende vielleicht auf die Tagesform ankommen, aber das ist in dieser kurzen Zeit nicht zu ändern.

Stefan Neff (Eintracht Hagen)
Mit anderen Worten: Sie könnten alle Gruppenspiele und beide Halbfinals gewinnen, und würden dann doch nicht aufsteigen, wenn Sie wegen einer Quarantäne in den Endspielen nicht antreten könnten…
Ja, theoretisch ist sogar so ein Szenario möglich!
Sie sprachen die Teams an, die sich – wie die HSG Krefeld oder auch Hildesheim – noch einmal richtig verstärkt haben. Was halten Sie davon?
Einen neuen Spieler in kurzer Zeit zu integrieren, ist eine Aufgabe. Dazu kommt, das andere Spieler dann ins zweite Glied zurücktreten müssen. Es ist schwierig zu beurteilen. Letztlich ist alles Spekulation. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Kader und hatten auch deshalb keinen Grund, darüber nachzudenken. Und wenn wir an unserem höchsten Level spielen, muss uns erst mal eine Mannschaft schlagen.
Verlieren wir noch ein Wort zum Modus: Ist er gerecht oder hätten Sie lieber eine Siebener-Gruppe gehabt, in der nach Hin- und Rückrunde der Sieger aufsteigt?
Ich hätte lieber zwei, drei Wochen eher begonnen und die normale Hinrunde der Staffel Nord-West noch zu Ende gespielt, aber ich weiß natürlich, dass das auch mit Blick auf die Trainingseinschränkungen vieler Mannschaften nicht möglich war. Also kein Vorwurf an den DHB. Der Modus, der nun gewählt wurde, ist der fairste, der nun noch möglich war. Klar wird es da am Ende vielleicht auf die Tagesform ankommen, aber das ist in dieser kurzen Zeit nicht zu ändern. Ich bin letztlich froh, dass überhaupt gespielt werden kann, dass wir diese Chance noch bekommen.

Auswärtsspiele in Rostock, Hannover und Braunschweig

Die Termine und Gegner des VfL Eintracht Hagen in der Gruppenphase der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga:
10. April: 1. VfL Potsdam (H)
17. April: TuS Vinnhorst (A)
1. Mai: Eintracht Hildesheim (H)
8. Mai: HC Empor Rostock (A)
13. Mai: TuS Spenge (H)
15. Mai: MTV Braunschweig (A)

Auch in der Pokalrunde soll gespielt werden. Allerdings hat aus NRW keine einzige Mannschaft gemeldet, zuletzt auch ihr Ex-Verein, die SGSH Dragons, nicht. Was sagen Sie zu dieser Entwicklung?
Klar ist das bei der Masse an Drittligisten in NRW schade. Aber dann sagt der Erste ab, danach der Zweite – es war eine Kettenreaktion. Ganz ehrlich: Der DHB-Pokal in seinem neuen Format ist für Drittligisten nicht so attraktiv. Ich weiß nicht, ob ich Lust gehabt hätte, für ein Spiel, das im erweiterten Sinne Testspielcharakter gehabt hätte, 500 Kilometer hätten fahren wollen in dieser Zeit. Ein Stück weit kann ich das verstehen. Letztlich muss jeder diese Entscheidung für sich selbst treffen. Und diese Entscheidung muss man dann auch respektieren.
Stefan Neff, vielen Dank für das Gespräch!

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