Sportlerehrung im Bürgerforum

Das sind die Lüdenscheider Sportler des Jahres - mit Galerie

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Mannschaft des Jahres: Die TTSG Lüdenscheid und Laudator Holger Schumacher.

Lüdenscheid – Wenn der Lüdenscheider Stadtsportverband einmal im Jahr zur Ehrungsmatinee ins Bürgerforum bittet, dann sind dies in der Regel Vormittage der sportlichen Vielfalt. Der Sonntag war da keine Ausnahme.

Eine Turnerin als Sportlerin des Jahres, ein Profiboxer als Sportler des Jahres, Zelluloid-Artisten als Mannschaft des Jahres, dazu Fußball, Motorsport auf vier und auf zwei Rädern, Tennis, Fechten, Inline-Skaterhockey, Schwimmen und Behindertensport – es war eine ganz besonders breite Palette an Sportarten, die das Team des Stadtsportverbandes auf der Bühne des Bürgerforums präsentierte und auszeichnete.

Knapp zwei Stunden dauerte der Ehrungsmarathon – in zwölf Kategorien verteilte der SSV-Vorstand nach den Grußworten des SSV-Vorsitzenden Michael Meyer und von Bürgermeister Dieter Dzewas Urkunden, Geldgeschenke und Rosen an die Damen – dramaturgisch perfekt mit den Geehrten in den Hauptkategorien am Ende.

So durfte die Tischtennis-Mannschaft der TTSG Lüdenscheid ganz zuletzt die Bühne entern. Aus dem Stammsextett fehlte Daniel Becker, dafür waren Arnd Katzke, Martin Wichary, Tamas Hejj, Peter Petrovics und André Hegendorf gekommen, um die Urkunde in Empfang zu nehmen. Geehrt wurde die TTSG für den Aufstieg in die NRW-Liga, der erstmals in der Vereinshistorie 2018 gelungen war – die Ehrung fand einen Tag nach dem letzten Saisonspiel in dieser NRW-Liga statt, aus der die TTSG sich direkt wieder in die Verbandsliga verabschiedet hat. Den Erfolg des Jahres 2018 sollte dies nicht schmälern.

Turnerin Jana Simroth wurde von Petra Rosenbach als "Sportlerin des Jahers ausgezeichnet. 

Die „Sportlerin des Jahres 2018“ passte mit ihrem Wochenende zur TTSG: Jana Simroth hatte am Samstag mit der Leistungsriege des Schalksmühler TV den Start in die Verbandsliga-Saison mit dem achten und damit letzten Platz in den Sand gesetzt. Auf der Bühne stand sie bei Laudatorin Petra Rosenbach indes für ihr ganz besonderes Turnjahr 2018. Als Höhepunkt dabei gewiss der Aufstieg mit der STV in die Verbandsliga, daneben aber standen auch der dritte Titelgewinn in Folge bei den Gaukunstturnmeisterschaften in der Nachwuchsklasse, zudem der bereits neunte Stadtmeistertitel in Lüdenscheid. Seit 2012 hat Simroth, die vor 13 Jahren beim TuS Grünewald mit dem Turnen begonnen hat und deren Lieblingsgerät der Schwebebalken ist, durchgehend den Titel in ihrer Altersklasse errungen.

Maliks große Ziele

Ihr männliches Pendant als „Sportler des Jahres“ ist der erste Boxprofi, den Lüdenscheid seit ganz langer Zeit hat: Der 1997 aus Pakistan nach Deutschland geflohene Yasir Ahmed Malik betrieb im Bürgerforum Werbung in eigener Sache: Am 1. Juni wird er in der Schützenhalle einen Profi-Kampf in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm bestreiten. Seine ersten vier Profi-Kämpfe hat der Lüdenscheider allesamt vorzeitig durch K.o. gewonnen. „Mein Ziel ist ein großer Titel – Europa- oder Weltmeister“, verriet Malik, der beim ASV 90 Lüdenscheid mit dem Boxen begonnen hat und später auch für den Boxring Lüdenscheid aktiv war. Als Amateur war er Bezirks- und Westfalenmeister, boxte in der Oberliga, jetzt aber will Malik mehr. Über die Ehrung freute er sich sichtlich.

SSV-Vorsitzender Michael Meyer zeichnete mit Yasir Ahmed Malik erstmals einen Profiboxer als Lüdenscheider Sportler des Jahres aus.

Groß war die Freude natürlich auch beim Nachwuchs, der in gleich fünf Kategorien bedacht wurde: Der Schüler-Förderpreis weiblich ging an Sophia Streuer. Die 11-jährige Tischtennis-Spielerin des TuS Bierbaum war 2018 richtig durchgestartet, Platz drei beim Bundesfinale der Mini-Meisterschaften war nur einer von zahlreichen Erfolgen des Talentes, das im Januar einen Vorstufen-Lehrgang zur Jugend-Nationalmannschaft in Düsseldorf absolviert hat. Im Bürgerforum zeigte Streuer in einer von drei sportlichen Einlage-Darbietungen mit ihrem Trainer Tamas Hejj ihr Können, die Zuschauer waren beeindruckt.

Motorsportler am Zug

Der Schüler-Förderpreis männlich ging an den 15-jährigen Julius Riepegerste. Seit vier Jahren bestreitet der Bergstädter für den MSC Kräwinklerbrücke in Radevormwald Motocross-Rennen und belegte 2018 beim NRW-Cup in seiner Altersklasse den vierten Platz, beim Bundes-Endlauf Rang acht. Ergebnisse, die Riepegerste in diesem Jahr gerne noch toppen würde, wie Laudator Michael Thielicke den Gästen verriet.

Der Schüler-Vereinspreis ging ans Kartslalom-Nachwuchsteam des AC Lüdenscheid – in ihren Rennanzügen kamen die jungen Motorsportler auf die Bühne, ein beeindruckendes Bild. Laudatorin Lisa Reich wünschte sich für die Zukunft einen „Formel-1-Piloten aus Lüdenscheid“ und strich für das ACL-Team für 2018 besonders die Erfolge von Yannik-Louis Bohmann und Vince Postma heraus, die den ACL am Ende der Saison bei den Westfalenmeisterschaftsendläufen erfolgreich vertreten hatten.

Ausnahmetalente bei der Jugend

Ein Fechter und eine Schwimmerin wurden in den Jugendkategorien ausgezeichnet. Die 15-jährige Stefanie Buchholz gehört zu den Ausnahmetalenten beim Schwimm-Nachwuchs der Wasserfreunde Lüdenscheid. Neun Südwestfalenmeistertitel, dazu ein dritter Platz über 100-Meter-Schmetterling bei der NRW-Meisterschaft und Platz 21 über 50 Meter Schmetterling bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften bedeuteten für Buchholz, die am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wiehl über ein „Drehtür-Modell“ eine besondere sportliche Förderung erhält, ein besonders erfolgreiches Jahr.

Stadtsportverband ehrt die Lüdenscheider Sportler des Jahres 2018 im Bürgerforum

Auch Robert Brandts denkt gerne ans Jahr 2018 zurück. Die Europacup-Starts in Bratislava und Budapest waren für den jungen Fechter des LTV 61 ebenso Highlights wie Platz zehn bei der Deutschen Meisterschaft. Inzwischen ist Brandts in der Deutschen U 17-Rangliste 13., in der Westfälischen Rangliste ist er sowohl in der U17- als auch in der U 20-Klasse Zweiter. Das Auditorium staunte nicht schlecht bei den Erfolgen des Preisträgers beim Jugendförderpreis männlich. Ehrenamt belohnt Die übrigen vier Preise waren zwei unterschiedlichen Kategorien zugeordnet, irgendwo indes allesamt Preise für ehrenamtliches Engagement.

Tennisteam begleitet Alt

Den Ehrenamtspreis erhielt Norbert Krause für seine Verdienste um den Inline-Skaterhockey-Sport in Lüdenscheid. Krause, der 2003 als „Spielerpapa“ eher zufällig zu diesem Sport gekommen war, hatte zunächst die Highlander bis in die Bundesliga und zur Deutschen Vizemeisterschaft geführt. 2011 hatte er dann mit den Sauerland Steel Bulls einen zweiten Verein gegründet, den er ebenfalls bis in die 1. Bundesliga geführt hatte. Bei den Steel Bulls hatte er auch durch Schul-AGs eine neue Jugendabteilung mit 40 Kids aufgebaut. Im St. Pauli-Totenkopf-Shirt nahm er seine Urkunde in Empfang. Dieter Alt wurde der Seniorenpreis verliehen, der aber im Grunde auch ein Ehrenamtspreis für den Dauerbrenner vom Stadtpark war: Zehn Jahre Sportwart beim Lüdenscheider Tennisverein von 1899, danach neun Jahre 1. Vorsitzender und damit eine der treibenden Kräfte beim Bau der neuen Tennishalle. Zur Ehrung des Tennis-Funktionärs war auch seine gesamte Senioren-Truppe, langjährige Wegbegleiter Alts, ins Bürgerforum gekommen. Für seine Verdienste um den Sport mit Behinderten zeichnete der Stadtsportverband für 2018 Jens Kuhn aus. Der Sozialpädagoge und Motopäde des Johannes-Busch-Hauses ist versiert wie kein Zweiter im Sport mit Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung. Trainerlizenzen besitzt Kuhn in der Leichtathletik, im Fußball und im Behindertensport. Die sportliche Vielfalt, die sich auch in Kooperationen mit der TTSG Lüdenscheid oder LG Lüdenscheid niederschlägt, ist außergewöhnlich in der Bergstadt. Der Preisträger in der Sparte Behindertensport erhielt viel Applaus.

Sonderpreis für die "Internationalen"

Und dann war da noch ein „Sonderpreis“: Der SC Lüdenscheid und der Türkische SV Lüdenscheid hatten 2018 gemeinsam zum Intercup eingeladen – einem Fußball-Nachwuchsturnier mit namhaften Gästen aus ganz Deutschland und dem Ausland. Thomas Bräcker, Hassan El Mourabit, Peter Schmalenbach und Hayati Eker nahmen den Preis aus den Händen von Holger Schumacher entgegen. Der hatte in seiner Laudatio an die Turniertage erinnert und den Einsatz der beiden Vereine als „Superbeitrag zur Völkerverständigung“ gewürdigt.

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