Fußball

„Wir müssen den Moment genießen“

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Zwei Herzen schlagen in seiner Brust: Karl-Heinz „Charly“ Grote ist ein großer Anhänger von Schalke 04. Am Wochenende spielt „sein“ TuS Langenholthausen in der Arena „auf Schalke“ gegen Rot-Weiß Hünsborn – für Grote „das ganz dicke Sahnehäubchen auf der Torte.“

Kreisgebiet – Am Samstag ist es soweit, das „Spiel des Jahres“ für den TuS Langenholtausen in der Arena „auf Schalke“ (15.30 Uhr) gegen Rot-Weiß Hünsborn steht auf dem Programm. Sportvolontär Julian Witzel sprach im Vorfeld der Partie mit dem TuS-Präsidenten und großen S04-Anhänger Karl-Heinz „Charly“ Grote über die Bedeutung der Partie, seine Jahre als Präsident beim TuS und die Zielsetzung für diese Saison.

Herr Grote, wird die Begegnung am Samstag für Sie persönlich auch ihr größtes Spiel des Lebens? 

Das ist schwierig zu beantworten, für den Verein ist es sicherlich etwas ganz Besonderes und für mich auch. Dass dieses Spiel auf Schalke stattfindet, ist das ganz dicke Sahnehäubchen auf der Torte. Aber mein persönliches Highlight-Spiel bleibt wohl das Finale in San Siro mit Schalke 04 1997. Ich war bei allen Auswärtsfahrten in dieser Europapokalsaison dabei, bin im Mannschaftsflieger mitgenommen worden und habe in den Hotels übernachtet, wo auch der Vorstand untergebracht wurde. Das war schon einzigartig und grandios. 

Wie wird der genaue Ablauf am Samstag sein? 

Wir werden mit dem originalen Mannschaftsbus von Schalke 04 an unserem Vereinsheim abgeholt. Insgesamt werden wir mit 35 Mann fahren, wir nehmen alle Spieler des Kaders mit, auch wenn natürlich wieder nur maximal 15 spielen werden. Aber jeder soll dieses Spiel und das Ereignis genießen dürfen, das wird keiner ein zweites Mal erleben. Ich werde mich im Bus auf den Platz von Rudi Assauer setzen, zu dem ich ein freundschaftliches Verhältnis hatte und mit ich dem auch einige Deals ausgehandelt habe. Vor Ort erhalten 35 weitere TuS-Anhänger Zugang zum Innenbereich, um im Anschluss an das Spiel noch bei der „After-Match-Party“ dabei zu sein. Da werden wir dann auf jeden Fall anstoßen und ich kann das dann hoffentlich auch richtig genießen. Gegen 21 Uhr werden wir mit dem Bus dann wieder nach Hause gebracht. Insgesamt fahren jetzt schon 600 Leute mit Bussen nach Gelsenkirchen, das ganze Dorf ist praktisch da. Auch unser Gegner erhält insgesamt 70 Tickets für den Innenraum. Die haben wie damals Maria die unbefleckte Empfängnis und dürften das alles genießen (lacht).

Gibt es eine Sache, auf die Sie sich besonders freuen? 

Eigentlich wäre es ungerecht, da irgendetwas besonders hervorzuheben, der Tag als solcher ist wirklich herausragend. Aber ich glaube, wenn die Mannschaften einlaufen und das Spielfeld betreten, wird es noch einmal besonders kribbeln, zumal wir auch freie Wahl haben, welches Einlauflied ertönen wird. Wir haben uns noch nicht entschieden, aber da beide Mannschaften aus dem Sauerland kommen, kann es sein, dass wir die Sauerland-Hymne auswählen (Lied der Band Zoff, Anm. der Red.). 

Werden Sie dann besonders sentimental?

Ich bin zwar nah am Wasser gebaut, aber ich glaube, ich habe zu viel um die Ohren und komme gar nicht zur Ruhe, um wirklich zu weinen. Aber generell halte ich das schon für wichtig. Wer nicht auch einmal richtig heulen kann, kann sich anderseits auch nicht richtig freuen. Bis heute schmerzt mich beispielsweise das Erlebnis von 2001, als Schalke so knapp an der Meisterschaft vorbeischrammte. Auf den Schiedsrichter Merk bin ich nicht mehr gut zu sprechen. (Anm. der Red.: Markus Merk gab Bayern München den indirekten Freistoß im Strafraum, der zum entscheidenden Tor führte). 

Mit dem TuS scheint es stetig bergauf zu gehen. Welche weiteren Ziele verfolgen Sie? 

Wir haben jetzt keinen besonderen oder konkreten Plan aufgestellt. Wir müssen den Moment genießen, im Jubiläumsjahr den Aufstieg zu schaffen und so ein Spiel zu bekommen, ist ein großes Geschenk. Nach dem Aufstiegsspiel hatten gestandene Männer Tränen in den Augen und lagen sich in den Armen, das war einzigartig. Dahinter steckt natürlich harte Arbeit. Auf meine Vorstandskollegen kann ich mich komplett verlassen und unser Team ist einfach klasse. 

Welche Platzierung ist für den TuS und auch für ihren Herzensverein Schalke 04 am Ende der Saison realistisch? 

Wir sind sehr gut in die Saison gestartet und bei insgesamt 14 Teams ist es realistisch, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen können, bis hin zum sechsten Rang. Alles andere wäre nur Zugabe. Bei Schalke wird es darauf ankommen, wie sie die nächsten Spiele bestreiten. Die Höhe des Sieges in Paderborn hat mich durchaus überrascht und positiv gestimmt. Aber jetzt müssen sie auch nachlegen, dann wäre bei einem guten Saisonverlauf ein einstelliger Tabellenplatz drin. Die „Schwarz-Gelben“ sind leider zu weit weg. Den richtigen Namen des Vereins habe ich noch nie in den Mund genommen und werde es auch in Zukunft nicht machen (lacht). 

Um zum Abschluss noch einmal auf das Spiel am Samstag zurückzukommen: Wie lautet ihr Tipp? 

Eines ist ganz klar, wir wollen das Spiel gewinnen. Dann bleibt der Tag auch für ewig in Erinnerung. In dem Stadion sollte das Ergebnis idealerweise 4:0 lauten, das wäre ein Traum. 

Herr Grote, vielen Dank für das Gespräch!

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