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Fußballer packen in Altena kräftig mit an

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Von: Lars Schäfer

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Die Fußballer sind im Dauereinsatz. Sie helfen, wo sie helfen können. Hier der VfB, aber auch der FC packt kräftig mit an. © Jäger

Nach dem unfassbaren Hochwasser-Drama in Altena schwappt eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität durch die Stadt. Nachbarn helfen Nachbarn, nicht von den Wassermassen betroffene Bürger bieten teils fremden Leuten ihre Hilfe an, räumen mit auf, packen mit an, wo angepackt werden muss. Zu den vielen Helfern gehören auch die Fußballer von VfB Altena und FC Altena 69.

Altena - Insbesondere die Zweitvertretung, aber auch passive Mitglieder und Freunde des VfB waren am Donnerstag etliche Stunden im Einsatz, um schlichtweg zu helfen. Koordinator der Aktion ist Marco Jäger, der selbst für die VfB-Reserve die Schuhe schnürt.

„Für uns ist es selbstverständlich, in unserer Stadt zu helfen. Viele unserer Mitglieder wohnen verstreut in allen Stadtteilen und haben sich bereiterklärt zu helfen“, berichtet Marco Jäger. Ob im Buchholz, in der Nette, an der Lüdenscheider Straße oder am Knerling – bis in die späten Abendstunden waren rund 15 VfB-Helfer unterwegs. „Wir sind danach kaputt und völlig fertig ins Bett gefallen. Aber heute geht’s weiter“, sagte Jäger am Freitagvormittag. „Mehrere Leute von uns sind auch in Nachrodt und Opperhusen unterwegs. Ein Trupp von etwa neun Leuten geht durch die Nette, die Innenstadt und Brachtenbeck und bieten Hilfe an. Wir wollen das solange wie möglich durchziehen. Auch wenn wir mehr oder weniger von einander getrennt sind, treten wir dennoch als Mannschaft auf und wollen gemeinsam helfen“, so Jäger.

Ob Training oder Testspiel am Wochenende, für die VfB-Kicker war und ist es seit Mittwoch absolute Nebensache. „Fußball ist gerade völlig egal“, sagt Jäger. Die Dankbarkeit von den Bürgern, denen aktive und passive VfB-Mitglieder geholfen haben und immer noch helfen, sei „überwältigend.“ Ein Mannschaftskamerad, berichtet Jäger, der in Hemer als Altenpfleger arbeitet, Altena aber nicht mehr verlassen konnte, sei am Nettenscheid unterwegs gewesen und habe sich dort um Pflegebedürftige gekümmert. „Er kommt nicht zur Arbeit, bietet hier aber seine Hilfe an. Das ist überragend“, so Marco Jäger.

Auch die Kicker und Freunde des FC Altena 69 packen nach dem Hochwasser-Drama mit an in der Stadt. „Männer, unsere Damen, Freunde des Vereins und viele Dahler sind im Einsatz, bieten überall ihre Hilfe an“, sagte FC-Trainer Mirco Glörfeld, bei dem viele Fäden zusammenlaufen. „Wir sind auch jetzt wieder mit einer großen Truppe im Einsatz“, so Glörfeld am Telefon. Im Hintergrund waren Maschinen zu hören, die Wasser aus Kellern pumpten. Spieler von VfB und FC liefen sich bei ihrer Hilfe mehrfach über den Weg, packten gemeinsam mit an. „Wir sind in den Farben getrennt, aber in der Sache vereint. Fußball und Rivalität sind uns gerade völlig egal. Wir alle wollen einfach nur unserer Stadt helfen“, so Glörfeld.

Auch Christian Weiß, Trainer der „Ersten“ des VfB, hätte so gerne mit angepackt in der Burgstadt. Der Lüdenscheider aber kam am Donnerstag wie einige andere VfB-Kicker, die außerhalb der Stadt wohnen, nicht nach Altena. „Wir Lüdenscheider können leider nur den Jungs schreiben und Mut machen“, sagte Weiß, der mit Blick auf das Wochenende die beiden geplanten Testspiele bei der SG Balve/Garbeck (Samstag) und bei Rot-Weiß Lüdenscheid absagte. „Es gibt jetzt Wichtigeres als Fußball. Die Jungs werden in der Stadt gebraucht.“

Auch andere Vereinssportler im Lennetal waren und sind natürlich im Einsatz. Großer Respekt!

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