Fußball-Oberliga

Neun Meinerzhagener erkämpfen ein Remis

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Wurde nach den ersten 45 Minuten zum "Taktik-Opfer": Meinerzhagens rechter Verteidiger Ali Özdemir (links).

Siegen – Nach einem 0:2-Rückstand kam Fußball-Oberligist RSV Meinerzhagen am Sonntag bei den Sportfreunden Siegen noch zu einem 2:2-Remis – und das, obwohl er über eine Stunde lang in einfacher und ab der 85. Minute gar in doppelter Unterzahl hatte agieren müssen.

Ziemlich genau um 16.45 Uhr setzte im Siegener Leimbachstadion ein Massenspurt von Meinerzhagener Spielern und Verantwortlichen ein, Ziel war die Laufbahn vor dem Gäste-Zuschauerbereich. Dort nämlich feierten sie alle Hakan Demir, dessen Tor in der letzten Minute der regulären Spielzeit dem RSV noch einen Punktgewinn bescherte, der schon in weiter Ferne gelegen hatte.

Ein wesentlicher Faktor für den hohen Unterhaltungswert des Südwestfalen-Derbys war fraglos das frühe 1:0 für die Gastgeber. Zwar hatte der RSV auf dem tiefen Naturrasen keine Schwierigkeiten gehabt, ins Spiel zu kommen, das erste Tor aber erzielten die SFS. Auf der linken Seite tanzte Jannik Krämer die RSV-Verteidiger Ali Özdemir und Sven Wurm aus und überwand aus spitzem Winkel auch Johannes Focher (14.). Spätestens jetzt spürte der von Querelen im und um den Verein gebeutelte Außenseiter: Hier geht etwas.

Das galt erst recht in der 31. Minute, als ein Fehlpass von Meinerzhagens Linksverteidiger Adil Elmoueden den RSV gleich doppelt ins Unglück stürzte: Abwehrchef Sven Wurm konnte den Siegener Björn Jost auf dessen Weg gen Tor nur mit unfairen Mitteln stoppen, und die Rote Karte gegen Wurm war folgerichtig. Damit aber nicht genug: Aus 25 Metern trat Marcel Becker zum Freistoß an und zirkelte den Ball rechts oben ins Eck. 2:0, ein Treffer der Marke „Tor des Monats“.

Damit lief eigentlich alles für die Sportfreunde, doch Körpersprache und Reaktion der Gäste waren einigermaßen bemerkenswert. Anstatt sich in das schon vorgezeichnete Schicksal zu ergeben, krempelten die zehn Meinerzhagener die Ärmel hoch und traten die Flucht nach vorne an. Letztere wurde fünf Minuten vor dem Pausenpfiff mit dem wichtigen Anschlusstor belohnt: Ron Berlinski bediente Marcel Kandziora, Siegens Keeper Christoph Thies konnte noch abwehren, doch im Nachschuss traf Alessandro Tomasello.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit versuchte der RSV, die Unterzahl mit der Umstellung auf eine Dreierabwehrkette zu kompensieren: Hakan Demir kam für Ali Özdemir und übernahm an der Seite Til Baumans und des bereits vor der Pause eingewechselten Nils Buchwalder den zentralen Part. Das Trio machte seine Sache gut – auch deshalb, weil die Siegener trotz eines Akteurs mehr tief standen und in allererster Linie auf die womöglich entscheidende Konterchance zu hoffen schienen.

Besagte Chance aber ergab sich nicht. Stattdessen zündete eine Handvoll Meinerzhagener zwei Bengalos im Gäste-Block und wurde daraufhin des Stadions verwiesen. Derweil bemühte sich der RSV auf dem Rasen um den Ausgleich und war stets gefährlich, fand aber die finale Lücke nicht.

Umso größer war der Jubel, als Demir schließlich doch noch zum 2:2 traf. Kurz vorher hatte Kandziora die „Ampelkarte“ gesehen, woraufhin die Meinerzhagener das Mittelfeld komplett aufgegeben und alle kopfballstarken Spieler in die vorderste Linie beordert hatten. Einer von ihnen, Til Bauman nämlich, bereitete dann auch mit einem Pass in die Gasse das Tor vor.

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