Sport in Schalksmühle

Sportentwicklungsplanung an der Volme: „Alle an einen Tisch“

Kind beim Schwimmen
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Auf Platz eins der Wunschliste bei den Sport-, Spiel- und Bewegungsangeboten für die jüngeren Jungen und Mädchen: 25 Nennungen gab es für Schwimmangebote, auf den nächsten Plätzen folgten Tanzen (23) und Turnen/Gymnastik (20).

Es war der dritte Sportdialog mit den Vereinen im Rahmen der Sportentwicklungsplanung in Schalksmühle. Erkenntnisse gibt es danach einige - nun werden Handlungsaufträge abgeleitet aus diesen Erkenntnissen.

Schalksmühle – Sportdialog mit den Vereinen im Zuge der Sportentwicklungsplanung der Gemeinde Schalksmühle, dritte Auflage: Die Runde am Mittwoch im Zoom-Meeting des Gemeindesportverbandes mit LSB-Projektbegleiter Ronnie Goertz war klein, aber die Ergebnisse des Abends durften sich trotzdem sehen lassen.

Nachdem Goertz noch einmal die in Teilen bereits bekannten Ergebnisse der Umfragen zusammengefasst hatte, entwickelte sich eine sehr offene Diskussion, in der sich die Vereinsvertreter kreativ zeigten auf der Suche nach neuen Wegen.

„Welche Aufgaben leiten wir daraus ab?“ Mit dieser Frage hatte Ronnie Goertz nach Vorstellung der Ergebnisse – gerade auch aus der noch nicht so präsenten Elternbefragung (für Jungen und Mädchen des jüngeren Alterssektors) – diese Diskussion eingeleitet.

Sportentwicklungsplanung an der Volme: „Alle an einen Tisch“

Zu den Erkenntnissen der Befragung zählte zum Beispiel, dass gerade die Eltern sportlich häufig aktiv sind (zwei Drittel), vielfach aber eben nicht im Sportverein (nur ein Viertel), dass bestehende Angebote zum Großteil nicht ausreichend bekannt seien. „Außer den Wettkampfsport-Mannschaften der SGSH Dragons sind wir kaum in der Öffentlichkeit“, kritisierte Imke Druschel, Vorsitzende des Schalksmühler  TV.  

Auch Goertz selbst berichtete von einem Experiment in seinem Heimatkreis Heinsberg, bei dem er über das Internet versucht hatte, an Informationen zu weniger präsenten Sportangeboten zu kommen. „Schwierig“, sagte Goertz, sei das gewesen, teilweise unmöglich.

Klaus-Peter Wiebusch, Vorsitzender des Gemeindesportverbandes, regte ein Informationsportal im Internet an, das diese Angebote sammelt. Es war kein komplett neuer Gedanke, aber einer, der sich im Rahmen der Sportentwicklung verfestigt: Ein Portal mit vielen Informationen und dazu möglicherweise interaktiv – zum Beispiel mit Möglichkeiten zur Absprache für Wanderungen oder gemeinsamen Ausdauersport – könnte ein Mosaikstein fürs Sportleben der Zukunft in der Gemeinde sein.

Das Ausbrechen aus dem klassischen Vereinsdenken mahnten dabei neben Goertz auch  Vereinsvertreter  an. Goertz sprach davon, das „Selbstverständnis“ der Vereine erweitern zu wollen, hin zu einem Freizeitanbieter. „Außersportliche Bereiche spielen gerade bei der Jugend eine übergeordnete Rolle, wenn um Bindung geht“, sagte Goertz, „und dann ist man auch schnell bei Kooperationen von Sportvereinen zum Beispiel mit Kirchen oder dem Jugendzentrum.“

Alle an einen Tisch. Jetzt müssen wir die Schwerpunkte, die wir gefunden haben, umsetzen. Viele Vereine, auch die größeren, denken im Moment noch viel zu sehr in ihrer Box.

Klaus-Peter Wiebusch (Vorsitzender Gemeindesportverband Schalksmühle)

Dass sich gerade die Jugend in der Gemeinde einen „Dritten Ort“ wünscht, der zum Beispiel ein Skaterpark sein kann, auf jeden Fall aber ein Ort, an dem man sich treffen kann und Freizeitmöglichkeiten hat, war bereits Ergebnis der Jugendbefragung gewesen. Neu war die Erkenntnis, dass es nicht nur um Sporträume, sondern auch um Wünsche an den zeitlichen Rahmen für Sportangebote geht. So werden Sportangebote am Wochenende nachgefragt – und eben nicht die Angebote an Wettkampf- und Mannschaftssport, die organisiert laufen.

Es geht darum, Angebote zu schaffen, bei denen Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden können. „Angebotszeiten neu denken“, nannte Goertz dies – und zwar über Vereinsgrenzen hinaus, weil ein Verein so etwas womöglich gar nicht alleine leisten könne. Das Öffnen von Sporthallen für die Jugend am Wochenende, könnte so ein Modell („Offene Sporthalle“, Berücksichtigung eines Community-Gedanken) sein.

Sportangebote fürs Lebensgefühl und die Lebensqualität in der Kommune

Konkret nahm sich die Runde vor, über einen Arbeitskreis eine Art Sportwoche/Sportmesse/Sportfest zu initiieren, um gerade zu solchen Zeiten auch Angebote zu machen und zudem die Sportangebote, die es gibt, präsenter zu machen. Goertz berichtete von einem Quartiersportangebot in seinem Kreis, bei dem die Teilnehmer tatsächlich irgendwann zum Sportverein gefunden hätten, aber es sei eben ein mittelfristiger Effekt für die Vereine gewesen. „Und selbst wenn sich dieser Effekt nicht einstellt“, sagte Goertz, „hätten die Vereine mit solchen offenen Sportangeboten doch etwas für ihre Gemeinde getan, für das Lebensgefühl und die Lebensqualität in der Kommune.“

Klaus-Peter Wiebusch regte in diesem Kontext an, auch über Modelle für Mitgliedschaften in den Gemeindegrenzen nachzudenken, um Bürgerinnen und Bürgern so viele Angebote wie möglich zugänglich zu machen. Eine Art „Familienkarte“ brachte er auch ins Spiel.

All dies soll nun neben der weiteren Vertiefung der Umfragen nach den Ferien – dann im Analog-Verfahren in den Schulen – als Analog-Treffen mit den Vertretern aller Vereine besprochen werden. „Alle an einen Tisch“, sagte Wiebusch, „jetzt müssen wir die Schwerpunkte, die wir gefunden haben, umsetzen. Viele Vereine, auch die größeren, denken im Moment noch viel zu sehr in ihrer Box.“ Aus dieser Box will Wiebusch sie herausholen. Vielleicht mit einem Präsenztreffen. Auch nach dem dritten Sportdialog mit den Vereinen gibt es weiter eine Menge zu besprechen.

Elternbefragung: Traditionelle Sportarten gewünscht

Ein wenig überraschend waren die Ergebnisse bei der Elternbefragung, was sich die jüngeren Jungen und Mädchen in der Volmegemeinde an Sport-, Spiel- und Bewegungsangeboten wünschen: Ganz oben mit 25 Nennungen stehen Angebote im Schwimmen, direkt gefolgt von Tanzen (23) und Turnen/Gymnastik (20). Traditionelle Sportarten, wie Ronnie Goertz bemerkte, die es zum Teil gebe, die aber offensichtlich nicht ausreichend bekannt seien in der Bevölkerung. Bei den Eltern ist die Nachfrage nach Gesundheitssportkursen/Yoga/Pilates (14 Nennungen) und Fitnesskursen (13) hoch – in Summe 27 Nennungen für den Sektor, der auch von Fitnessstudios abgedeckt wird.

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