1,6 Millionen Euro für das Dach der BGL-Sporthalle

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Die neunmonatige Kernsanierung des BGL-Hallendaches trifft die Highlander des LTV 61 hart.

Lüdenscheid -  Der Sport ist wertvoll für die Stadt Lüdenscheid, und der Sport ist bei den nächsten Projekten, die unumgänglich sind, auch teuer. So soll das Dach der BGL-Sporthalle für 1,6 Millionen Euro kernsaniert werden, zudem ist eine Sanierung des Sportheims am Wehberg nötig, die auch 70 000 Euro kostet.

Von Thomas Machatzke 

Im Sportheim, das die Stadt nach dem Umzug der Jugendfußballer von RW Lüdenscheid an den Nattenberg von RWL gekauft hat, gibt es eine Pilz- und Sporenbelastung, die es inzwischen nötig gemacht hat, das Heim bis auf Weiteres zu schließen.

Genutzt worden ist das Heim nach dem Umzug der Rot-Weißen vor allem vom SC Lüdenscheid. Mit der Zur-Verfügung-Stellung von Garagen-Flächen auf dem Gelände wird die unerquickliche Situation zumindest soweit überbrückt, dass der Spielbetrieb nicht gefährdet ist. Ursache des Schadens seien falsch verlegte Rohre, wie Dierk Gelhausen von der Verwaltung der Stadt am Dienstag im Schul- und Sportausschuss erläuterte, so sei das Gebäude „vollgelaufen“. Die Schimmelsanierung ist eingeleitet, danach soll das Gebäude für die Vereine neu aufgebaut und grundsaniert werden. Bezahlt werden soll dies aus der Sportpauschale und aus Spenden.

Vandalismus auf dem BGL-Dach

Weitaus teurer kommen die Hallensportler die Kommune. Als „dringend reparatur-bedürftig“ bezeichnete Gudrun Abendroth von der Zentralen Gebäude-Wirtschaft (ZGW) der Stadt im Ausschuss das Dach. Aufgefallen ist dies durch die Arbeit eines unabhängigen Sachverständigen. Der sei hinzugezogen worden, weil die Highlander bezweifelt hatten, dass die Bodenschäden in der Halle allein durch Inline-Skaterhockey entstanden seien, berichtete Abendroth weiter.

Die nötige Kernsanierung soll 1,6 Millionen Euro kosten und neun Monate dauern. In der Diskussion sind aktuell zwei Modelle: entweder die Abdichtung und Erneuerung des bestehenden Shed-Daches. Oder aber die komplette Überdachung des selbigen – Letzteres ist aktuell der Favorit. Ein dann entstehendes Flachdach wäre auch weniger attraktiv für illegale Kletterer, die mit ihren Aktivitäten in der Vergangenheit – Stichwort Vandalismus – auch für Schäden gesorgt haben.

Konkret ist noch nichts, auch statische und brandschutztechnische Überprüfungen der Pläne stehen noch an. Während die Stadt die BGL-Schüler auf umliegende Schulhallen verteilen will, soll die Nutzungsfrage mit den Vereinen geklärt, wenn der Zeitpunkt für die Sanierung feststeht. Rüdiger König brachte für die Highlander des LTV 61 den Antrag ein, die Sanierung wenn möglich erst nach Mai 2015 beginnen zu lassen – dann würde der Vereine versuchen, bis Ende Mai alle Erstliga-Heimspiele im BGL auszutragen.

Honsel-Konflikt wird vertagt

Sturm im Wasserglas: Die mit Spannung erwarteten Diskussionen über die Nutzung der Lüdenscheider Sportplätze verlief im Schul- und Sportausschuss wenig spektakulär. Bei der Belegung der Fußballplätze im Innenstadtbereich stellte die Verwaltung noch einmal die Notsituation vor. 2013 sei man hier bereits an der Kapizitätsgrenze angekommen, seitdem sind zehn neue Gruppen hinzugekommen. Als „gute Lösung, die unter diesen Bedingungen möglich war“, bezeichnete Hermann Scharwächter, Fachbereichsleiter für Schule, Jugend und Sport, den erarbeiteten Plan: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Eine neue Sportanlage wird es nicht geben. Wir stecken da in einem Dilemma.“ Bezüglich der Konflikte zwischen LTV 61 und SV Hellas am Standort Honsel – Stichwort „Verteilungsgerechtigkeit“ –soll ein Gespräch mit Vertretern des Ausschusses (Rüdiger König, Jens Voß) sowie des Stadtsportverbandes Besserungen bringen. Die Vertreter beider Vereine, die der Sitzung beiwohnten, hielten sich bedeckt. Nach dem Gespräch in kleiner Runde soll das Thema für den 4. November erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Eine Lösung auf dem kleinen Dienstweg

Was ist Leistungssport? Und was „situations-orientiert angemessen“? Zwei Begrifflichkeiten, über die im Schul- und Sportausschuss auch gesprochen werden musste. In der Vorlage der Verwaltung stand, dass die Sporthallen Lüdenscheid in den Sommerferien, an beweglichen Ferientagen und Feiertagen nur für den Leistungssport in situations-orientiert angemessenen Fällen zur Verfügung stehen sollen.

„Als ich das gelesen habe, sind die Alarmglocken angegangen“, berichtete Michael Wiek, Vorsitzender der DJK Eintracht Lüdenscheid, als Gast vor dem Ausschuss. Die Sorge Wieks, dass zum Beispiel die Tänzerinnen von „Jazz1“ oder den Jugendgruppen der DJK Eintracht an langen Wochenenden keine Hallen mehr bekämen, nahm ihm der Ausschuss.

Auf kleinem Dienstweg hatte man sich im Vorfeld auf das geeinigt, was Norbert Adam (CDU) auch in einen Antrag gefasst hatte: Die Hallen stehen in den Ferien den Vereinen drei Wochen lang zur Verfügung. Zudem wird Dierk Gelhausen in „Trichterfunktion“ Ansprechpartner für die Vereine und deren Anträge bleiben. Auch kurzfristige Anträge sollen bearbeitet werden. Und auch der Begriff Leistungssport wurde geklärt – er gilt für Mannschaften im Liga-Betrieb und Gruppen, die an Meisterschaften teilnehmen. So bleibt praktisch alles, wie es ist. Nur Übernachtungen in Hallen werden aufgrund neuer Sicherheits-Richtlinien schwieriger – jedoch ist der Ausschuss mit dem Thema noch nicht fertig. Es soll am 4. November erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden.

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