Iserlohn Roosters wollen sechstes Spiel erzwingen

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Chet Pickard rückte am Dienstagabend für die letzten 20 Minuten für Mathias Lange in den Iserlohner Kasten, musste bei der 1:7-Klatsche gegen die Ice Tigers aber noch drei Gegentore schlucken.

Iserlohn - Wenn die Erwartungen hoch sind, schmerzt der Aufprall nach dem freien Fall noch ein klein wenig mehr. Dass dieser Eishockeyabend von Nürnberg wehtat, wird niemand, der am Dienstag live dabei war und es mit den Iserlohn Roosters hält, verhehlen.

Die Sauerländer erlebten beim 1:7 ein Desaster, kassierten die dritte Playoff-Niederlage in Folge und stehen somit kurz vor dem Aus im Viertelfinale. Am Donnerstagabend (19.30 Uhr, Eissporthalle am Seilersee) aber wollen die Sauerländer die Wende einläuten und ein sechstes Spiel bei den Ice Tigers erzwingen.

„Zum einen gilt es festzuhalten, dass Nürnberg ohne Zweifel sehr stark gespielt hat, wir aber hatten auch ein paar Passagiere an Bord, die von ihrer besten Leistung sehr weit entfernt waren“, ärgerte sich Iserlohns Manager Karsten Mende nach der Pleite bei den Franken. Tatsächlich ging fast alles, was seine Jungs an diesem Abend anfassten, nicht auf. Wieder einmal schossen sie zu wenig auf das gegnerische Tor, brachten die Scheiben nicht tief in die gegnerische Zone, erlaubten sich unnötige Puckverluste und konnten nur in Ansätzen körperlich dagegenhalten. Das könnte man akzeptieren, wenn man zu dem Eindruck gelangen würde, dass sich jeder einzelne Spieler mit voller Kraft dem drohenden Playoff-Aus entgegenstemmen würde.

Niemand wird dem Team seinen Willen absprechen, diese Akzente setzen zu wollen – allein bislang ist wirklich niemand über sich hinausgewachsen, hat gezeigt, dass er mit dem Kopf durch die Wand wollte – um jeden Preis. Im Gegensatz zur Hauptrunde sucht man bei den Roosters vergeblich nach dem perfekt aufs Eis gebrachten System. „Der Trainer hat uns alle notwendigen Informationen mit auf den Weg gegeben, wir mühen uns, aber die Umsetzung ist einfach nicht gut genug. Wir wollen mehr aufs Tor schießen, schaffen es aber einfach nicht, diese Maßgabe auch umzusetzen“, betonte Chris Connolly. Auch er hat trotz seines Tempos unglaubliche Probleme, sich gegen die großgewachsenen Nürnberger durchzusetzen.

„Ich bin so enttäuscht, wir wollten unseren Fans so gern das Gefühl zurückgeben, dass wir in dieser Serie wieder ein Wörtchen mitreden wollen. Jetzt stehen wir am Donnerstag mit dem Rücken zur Wand“, sagte ein ausgepowerter Dieter Orendorz, der viel Eiszeit bekam.

Fehlendes Scheibenglück im Abschluss ließ einen ohnehin schwierigen Abend letztlich noch deprimierender erscheinen. „Weniger ist einfach mehr. Die Jungs müssen auf das vertrauen, was sie drei Jahre lang stark gemacht hat – ihre Defensivleistung“, sagte Trainer Jari Pasanen.

Man kann sich ärgern, die Probleme aufzählen, aber darf den Glauben nicht verlieren. Mit einem 1:3-Rückstand im Nacken bedeutet jede weitere Schlappe das Saisonende. Bis dahin aber gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder, wie es bei Hockeycracks oft heißt: „Erst am Ende singt die fette Lady“. Schon so manche Serie ist mit einem Paukenschlag noch gedreht worden.

Jari Pasanen wird vor Spiel fünf nicht mit wilden Personalspielchen versuchen für eine Wende zu sorgen. Mathias Lange kehrt ins Tor zurück, Brad Ross vielleicht sogar ins Team. Fakt aber ist: Am Donnerstag zählt es.

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