Skispringen

Positives Saisonfazit

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Matthias Kappes sprang bei den Winter World Master Games in Innsbruck.

Meinerzhagen/Neuenrade - Die Skispringer des Ski-Klub Meinerzhagen und des TuS Neuenrade blicken auf die vergangene Wintersaison zurück.

Eine Woche und zwei Wettkämpfe früher als geplant geht die Wintersaison der deutschen Nachwuchsskispringer zu Ende. Das Finale des internationalen Alpencups, das Finale des Deutschen Schülercups S14/ S15, sowie die deutsche Jugendmeisterschaft am kommenden Wochenende sind aufgrund der aktuellen Corona-Thematik abgesagt.

Nichts desto trotz blicken der Ski-Klub Meinerzhagen und der TuS Neuenrade auf eine positive und erfolgreiche Wintersaison zurück. Mit dem Schneemangel hatten es in dieser Saison alle zu tun. Egal ob in Österreich, Süddeutschland oder Baden-Württemberg. Die Hochburgen des Skispringens hatten alle mit der Wintervorbereitung zu kämpfen.

So wurde in diesem Jahr des Öfteren bei nationalen Wettbewerben im Nachwuchsbereich auf einer Sommerspur angefahren, lediglich der Auslauf wurde mit Schnee präpariert. „Für die Zukunft wird das wohl noch häufiger der Fall sein. Für unsere eigenen Nachwuchsskispringer ist dies kein Problem", sagte Marius Kappes, 1. Vorsitzender des Ski-Klub Meinerzhagen.

Begonnen hat die Saison mit einem Trainingslehrgang des Westdeutschen Skiverbandes Anfang Januar in Eisenerz. Bei sehr guten winterlichen Bedingungen auf über 1000m über NN, konnte sich der Meinerzhagener Colin Schön bestens auf die kommenden Wettkämpfe vorbereiten. Für ihn ging es in die erste richtige Wintersaison seiner noch jungen Karriere. Der 11-Jährige ging für den WSV beim Deutschen Schülercup in Winterberg, Ruhpolding und Johanngeorgenstadt an den Start. Sehr stabil pendelte sich Schön während der Saison zwischen Platz 10 und 20 ein. Sein bestes Ergebnis erzielte er Anfang Februar in Ruhpolding, wo er Platz 11 und 15 belegte. In der Gesamtwertung reihte er sich auf Platz 20 ein, bei einem Teilnehmerfeld von 47 Sportlern. Somit bewies sich das jüngste Nachwuchstalent in den Top 20 der besten Nachwuchsskispringer Deutschlands.

Lennart Weigel beim Weltcup in Willingen.

Für den Internatssportler beziehungsweise in Willingen lebenden Skispringer Lennart Weigel (SK Meinerzhagen) und Simon Spiewok (TuS Neuenrade) war es eine Saison mit vielen Aufs und Abs. Mitte Dezember ging die Saison für beide mit dem Deutschlandpokal in Seefeld los . Spiewok, der eine Woche zuvor noch stürzte, ging an diesem Wochenende nicht an den Start und konnte erst Anfang Januar in die Wettkampfsaison einsteigen. Weigel startete souverän mit Platz sechs und sieben in die Saison. Über die Saison verteilt fanden fünf Deutschlandpokalwettbewerbe statt. Weigel konnte seine Form stabil halten und beendete die Wettkampfserie auf Platz fünf der Gesamtwertung der Herrenklasse.

Simon Spiewok kam überraschend stark nach seinem Sturz in Seefeld zurück. Ende Januar konnte er den Deutschlandpokal in Rastbüchl für sich entscheiden und bestärkte einmal mehr, dass mit ihm in den nächsten Jahren auch international zu rechnen ist. In der Gesamtwertung wurde Spiewok trotz seines späten Einstiegs in die Wettkämpfe noch Zehnter.

Weigel und Spiewok gingen beide auch bei internationalen Wettkämpfen an den Start. So ging es zum Alpencup in Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien. Der Alpencup wird von den Alpenanrainerstaaten organisiert und von diesen mit den besten Sportlern im Jugend- und Juniorenbereich bestückt. Weigel und Spiewok konnten teils gute Ergebnisse erzielen, bei denen beide unter die Top 20 sprangen. Auf einem noch höheren Niveau befindet sich der FIS Cup. Dort gehen Sportler aus der ganzen Welt an den Start. Er ist nach dem Weltcup und Continentalcup die dritthöchste Liga der Skispringer weltweit. Auch hier gingen der Meinerzhagener und der Neuenrader für den Deutschen Skiverband an den Start. Stattgefunden haben diese Wettkämpfe unter anderem in Rumänien, Österreich und Deutschland. Auch hier konnten beide vereinzelt Erfolge feiern und Punkte mit nach Hause nehmen. Ähnlich wie im Weltcup, kommen die 30 Besten in den zweiten Durchgang und bekommen Punkte. Weigel wurde im rumänischen Rasnov 27. und Spiewok 23. in Rastbüchl.

„Nicht zu vergessen und zu unterschätzen sind unsere zahlreichen weiteren Skispringer, die regional, national und auch international in verschiedenen Wettkampfserien an den Start gehen", erklärte Kappes. Bei der diesjährigen Nord-Westdeutschen Mattenschanzentour gingen insgesamt 14 Skispringerinnen und Skispringer aus Meinerzhagen und Neuenrade an den Start. Deborah Schmidt, Matthias Kappes und Axel Dorn vertraten die heimischen Vereine erfolgreich bei den internationalen Winter World Master Games in Innsbruck. Malte Nies, Raphael Ostermann und Maike Tyralla erzielten ebenfalls zahlreiche Podestplatzierungen bei den regionalen Wettkämpfen im Harz, in Bayern, sowie im westdeutschen Raum. 

Für den 20-Jährigen Weigel, der nebenher an der Fernuniversität sein Studium absolviert und momentan leider keinem deutschen Bundeskader angehört, ist es ein enormer finanzieller Aufwand, das Skispringen auf diesem hohen Niveau durchzuführen. „Aus diesem Grund sind seine Sponsoren unverzichtbar für ihn, sowie für den Ski-Klub. Daher möchten wir uns im Namen von allen Beteiligten bei unseren Unterstützern und Sponsoren bedanken."

Besonders freuen kann sich der Ski-Klub Meinerzhagen über weiteren Zuwachs von auswärtigen Skispringern. So wechseln zur neuen Saison gleich zwei Sportler vom Bayerischen RWV Haselbach zum Ski-Klub Meinerzhagen und trainieren bereits seit der Wintersaison mit dem Meinerzhagener Team. Dieser Wechsel bestätigt das gute Training und die guten Trainingsmöglichkeiten für die Skispringer in Meinerzhagen. 

Der Ski-Klub Meinerzhagen ist stets bemüht, die Sportstätte in gutem Zustand zu halten, sodass zwei bis dreimal die Woche auf den Schanzen trainiert werden kann und zusätzlich ein bis zweimal ein Krafttraining in weiteren Räumlichkeiten stattfindet. Zudem ist Meinerzhagen aufgrund der aktuellen Schneelagen eine der wenigen Schanzen, auf der man 365 Tage im Jahr trainieren kann. „Wir können davon ausgehen, dass uns diese Möglichkeit in den nächsten Jahren zugutekommen wird", glaubt der 1. Vorsitzende.

Die Situation der heimischen Skispringer ist also durchweg als positiv einzustufen. Durch die neue Landestrainerstelle von Marius Kappes in der Leistungssport gGmbH des Westdeutschen und Hessischen Skiverbandes ist auch der Kontakt zum Olympiastützpunkt Winterberg/ Willingen noch besser geworden und es finden viele gemeinsame Trainingsmaßnahmen im Verband statt. Das schweißt Sportler, Trainer und Eltern zusammen und spiegelt sich in dieser Saison bereits in den Ergebnissen des WSV wieder.

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