Sinkende Quoten: Erneuter Werdohler Pokalcoup bleibt aber aus

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Nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gegen Oberligist SV Lippstadt jubelten FSV-Kapitän Lukas Kessler und Rejhan Zekovic noch mit den Zuschauern. Letztlich beendete die 1:3-Pleite eine bemerkenswerte Werdohler Saison im Westfalenpokal.

Werdohl - Etwas schelmisch merkte Manuel Sander, Trainer der FSV Werdohl, vor dem Anpfiff des Westfalenpokal-Achtelfinales gegen den Oberligisten SV Lippstadt an, dass der ein oder andere Sauerländer im Falle eines Sieges seiner Elf ganz ordentlich abräumen könne. Denn bei einem Internet-Wettanbieter bestand die Möglichkeit, für das Cupspiel einen Einzeltipp abzugeben – mit einer Quote von etwa 10:1 für einen Sieg der FSV.

Kurz vor dem Anpfiff war die Quote schon auf 5:1 gesunken: Offenbar hatten einige Experten dem Außenseiter aus dem Sauerland nach seinen Pokalerfolgen gegen den Oberligisten ASC Dortmund (4:1) und Verbandsligist Westfalia Wickede (2:0) eine weitere Überraschung zugetraut. Und tatsächlich sah es am Riesei lange Zeit nach einem weiteren FSV-Coup aus, da Spielmacher Lukas Kessler mit einem Freistoß nach knapp einer Stunde zum 1:1 ausgeglichen hatte.

Die Sander-Elf stemmte sich leidenschaftlich und zeitweise mit schnörkellosem Konterspiel gegen den Oberligisten, der erst durch zwei späte Treffer zum 3:1-Erfolg kam. Letztlich entschied eine strittige Szene in der 89. Minute die Partie: „Ein Lippstädter Spieler hat mir unmittelbar vor dem 1:2 den Ball aus den Händen getreten, das war für mich ein Foul“, äußerte FSV-Torwart Simon Felbick. 

Schiedsrichter Werkle aus Mülheim an der Ruhr erkannte aber keinen Regelverstoß – kurze Zeit später zappelte der Ball im Werdohler Netz. „Das war richtig bitter, denn eigentlich waren wir in den letzten zehn Minuten drauf und dran, das Ding zu machen“, äußerte Felbick. 

In der Schlussphase war die FSV dem dritten Pokalstreich nahe, hatte aber nicht das nötige Glück vor dem Kasten. Mal abgesehen von SVL-Kapitän Moritz Kickermann, dem Trainer Stefan Fröhlich ein spielfreies Wochenende gönnte, waren die Ostwestfalen mit einem Kader ins Sauerland gereist, der ein echtes Oberliga-Gütesiegel trug. Der SVL bot in der Startformation sechs Akteure auf, die auch eine Woche zuvor beim 2:2 im Meisterschaftsspiel in Ennepetal von Beginn an aufgelaufen waren. „Es war eine spannende Partie. Wir hätten auch verlieren können“, sagte Fröhlich anerkennend.

Warum die FSV im Pokal gegen höherklassige Gegner mehr als nur passabel mithalten kann, aber in der Landesliga auf einem Abstiegsplatz steht, will Sander aufarbeiten: „Was für ein Potenzial wir haben, zeigen uns solche Spiele – und das müssen wir jetzt in der Meisterschaft abrufen. Man sieht, dass die Automatismen allmählich greifen. Das war schon im Meisterschaftsspiel gegen Meschede so, auch wenn wir dort in der Schlussphase noch deutlich mit 0:3 verlieren. Die Jungs sind voll dabei und ziehen mit. Unsere Motivation muss jetzt sein, in der Liga da unten rauszukommen.“ Die Quoten für den Klassenerhalt stehen gut, wenn die Pokal- zur Normalform wird.

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