Fußball-Landesliga

Auch mit 41 Jahren ein sicherer Rückhalt

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Dienstbeginn am Sonntagnachmittag: Routinier Simon Felbick gab im Kreisderby gegen Rot-Weiß Lüdenscheid sein Comeback im Trikot der FSV Werdohl. Der 41-jährige Torhüter machte ein starkes Spiel.

„So eine Halbzeit kann ganz schön lang sein“, stellte Simon Felbick am Sonntag im Landesliga-Kreisderby zwischen der FSV Werdohl und Rot-Weiß Lüdenscheid bereits nach 35 Minuten fest. Nach Thomas Sachsenröder, Marcus Klein und Niko Deller war Felbick der nächste Routinier, den FSV-Trainer Manuel Sander in dieser Saison aus dem Hut zauberte. Im Derby rückte der inzwischen 41-jährige Felbick von Beginn an zwischen die Pfosten des Werdohler Tores – und machte bei seinem Comeback ein richtig gutes Spiel.

Werdohl -  „Ich war mit mir selbst zufrieden“, sagte Felbick, der in Lüdenscheid lebt und arbeitet, nach 94 Minuten Landesliga-Abnutzungskampf: „Ich hätte nicht erwartet, dass es noch so gut klappt“. Hat es aber. In drei, vier Situationen zeigte der Torwart-Routinier seine ganze Klasse und gab seinen Vordermännern Sicherheit. Beim frühen Gegentor durch Ömer Yilmaz (5.) war „Enne“, wie sie den Keeper nicht nur am Riesei nennen, allerdings genauso machtlos wie beim 1:2 durch Linneboden (74.) und beim von Dissing verwandelten Strafstoß zum 1:3 in der Schlussphase. Felbick, das wurde im Derby klar, ist auch mit 41 Lenzen immer noch ein hervorragender Keeper, der den Großteil seiner Laufbahn bei eben jener FSV Werdohl verbracht hat.

Rückblende: Simon Felbick war im Sommer 1998 aus der Oestricher A-Jugend als zweiter Keeper hinter Urgestein Andreas Sandt zur FSV gewechselt. Nur eine Spielzeit später war er bereits die unumstrittene Nummer eins in Werdohl – und wurde zum Dauerbrenner. Insgesamt elf Jahre lang blieb das Riesei-Stadion seine sportliche Heimat, ehe er sich dann dazu entschloss, zur DJK TuS Hordel zu wechseln – und zwar aus beruflichen Gründen. Damals arbeitete der Schlussmann noch in einem Steuerbüro in Bochum. Über die Zwischenstation SW Breckerfeld kehrte „Enne“ nach langer Verletzungspause im Sommer 2013 als Torwarttrainer im Team des damaligen FSV-Chefcoaches Jörg Rokitte zurück nach Werdohl, wo er zwischenzeitlich auch Co-Trainer war und als Ersatzkeeper immer wieder mal zwischen die Pfosten rückte, wenn Not am Mann war.

Im Umfeld „seiner“ FSV, bei der er auch Vorstandsarbeit im Bereich Finanzen leistete, genießt Felbick große Wertschätzung, am Riesei hat er aus erfolgreicheren Zeiten Freunde und Bekannte. Im Sommer 2019 wechselte Felbick zusammen mit seinem Torhüter-Kumpel Alexander Schmale zum Westfalenligisten FC Iserlohn, übernahm am Hemberg das Training der Torhüter und hielt sich als Aushilfskeeper bei den Waldstädtern weiter fit. „Ich trainiere immer noch unheimlich gerne“, sagte „Enne“, der nach einer Saison beim FC Iserlohn seinen Spielerpass zurückbrachte zur FSV, um für die Werdohler Altherren zu kicken.

Seit wenigen Monaten packt Simon Felbick, der beim FC Iserlohn in dieser Saison Torhüterinnen-Trainer der in der Bundesliga spielenden B-Juniorinnen ist. bei der FSV im Hintergrund im Bereich Finanzen wieder mit an. An ein Landesliga-Comeback aber hatte Felbick keineswegs gedacht. Als der erfahrene Torhüter dann aber aufschnappte, dass bei der FSV freitags beim Abschlusstraining oftmals nur ein Torhüter zur Verfügung stand, bot er seine Hilfe an. „Seit fünf, sechs Wochen stelle ich mich freitags zur Verfügung“, so der 41-Jährige, der sich aber dagegen „wehrte“, auch sonntags wieder die Tasche zu packen. Doch die Überredungskünste von Klein, Deller, Sachsenröder, Rattelsberger, Voß und natürlich von „Manni“ Sander waren augenscheinlich hartnäckig – und „Enne“ gab grünes Licht für ein Landesliga-Comeback, das er eben im Derby gegen den Aufsteiger aus der Bergstadt gab.

„Bis zur Winterpause“, betonte Simon Felbick, wird er sich auch sportlich wieder in den Dienst des Vereins stellen und zusammen mit den anderen erfahrenen Strategen die ansonsten junge Mannschaft unterstützen. „Wir können den Jungs nur helfen, sich selbst zu helfen“, so Simon Felbick.

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