Ungewohnte Wohlfühloase

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Phil Lausen „fliegt“ an und nimmt Maß: Der HSG-Torjäger war gegen den TuS Wellinghofen am Samstag acht Mal erfolgreich und schraubte sein Saisontrefferkonto auf mittlerweile 95 Tore.

Lüdenscheid - Am Samstag wurde die Sporthalle am Stadtpark für HSG Lüdenscheids Trainer Volker Schnippering ungewohnt zur „Wohlfühloase“.

Nur 20 Minuten war das Duell gegen den Dortmunder Traditionsklub TuS Wellinghofen auf Augenhöhe verlaufen, danach durfte der HSG-Coach von Minute zu Minute mehr in den „Entspannungsmodus“ umschalten.

„Endlich einmal keine Nervenschlacht, das war richtig gut“, bilanzierte Schnippering nach dem ungefährdeten 28:24-Erfolg, dem fünften Erfolg im sechsten Spiel in Folge höchst gelassen. Trotz nur einer Trainingseinheit hatte seine Sieben gegen das Team um HSG-Abteilungsleiter Niclas Beckmann vollends überzeugt, gegen die Dortmunder 6:0-Abwehr die eingeforderte Geduld im aufgebauten Angriff auf- und die TuSler in Bewegung gebracht, bis sich echte Abschlusschancen vornehmlich für die überragenden Rückraumschützen Phil Lausen und Benno Walter ergaben.

Winkhaus mit Leistungssteigerung

Erfolgreiche Durchbrüche von Felix Kroll und Marcel Fenner aus dem Rückraum zum Kreis und eine Formsteigerung vom vor Weihnachten in ein Leistungsloch gefallenen Rechtsaußen Moritz Winkhaus taten ein übriges: Die HSG ließ die Wellinghofer nach deutlicher Halbzeitführung nie mehr näher als auf vier Tore herankommen, so dass Schnippering auch über zwei schwächere Offensivphasen nach Wiederbeginn großzügig hinwegsehen konnte. Anders als Gegenüber Henning Becker, der die Halle vorzeitig verließ, um rechtzeitig zur zweiten Trainerstation bei den Oberligafrauen des TV Schwitten zu stoßen. Die dürften ihm beim Zehn-Tore-Erfolg bei Tabellennachbar ASC Dortmund mehr Freude bereitet haben als die TuS-Männer.

Beckmann unter seinen Möglichkeiten

Bei denen blieb auch HSG-Männerboss Niclas Beckmann unter seinen Möglichkeiten, war aber auch schon mit einer Portion Skepsis ins Duell mit seinem „Herzens-Club“ gegangen. „Gegen die HSG habe ich eigentlich noch nie gut gespielt“, erinnerte sich der Rückraumspieler an seine vorangegangenen drei Auftritte gegen seinen Stammverein und konnte die Skepsis nicht widerlegen. „Beckmann, du bist nervös“ skandierte das Publikum vielstimmig und setzte den sonst so beliebten Abteilungsleiter unter Druck. Entsprechend bescheiden blieb seine Ausbeute mit zwei Toren, zwei Fehlversuchen und einem vergebenen Siebenmeter. Für „seine“ HSG war’s dagegen ein gelungener Auftritt, sieht man von einer Fingerverletzung bei Keeper Marvin Kapp ab, dessen Ausfall angesichts des ausgedünnten Keeper-Aufgebots einige Sorgen bereiten dürfte.

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