Der Knoten platzt im Pott

Das letzte Aufgebot im Meisterschafts-Modus

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Daniel Buff spielte in der 6:0-Deckung der SG Schalksmühle-Halver eine etwas offensivere Rolle und machte ein richtig gutes Spiel. 

Gladbeck - Alltägliche Spiele waren die Vergleiche zwischen dem VfL Gladbeck und der SG Schalksmühle-Halver nie – auch am Samstagabend war das nicht anders. 25:24 (8:14) kämpfte die SGSH am Samstagabend vor 350 Zuschauern in der Riesener-Sporthalle das Deffte-Team nieder. In einer ungemein intensiven Handball-Drittliga-Partie, in der die SGSH eigentlich zur Pause schon klar auf der Verliererstraße schien.

Von Thomas Machatzke

Ohne Mareks Skabeikis (Blasenentzündung) war die SGSH in Gladbeck angereist. Daniel Krüger (Knieprobleme) und Florian Diehl (Handverletzung) saßen in Zivil auf der Tribüne, Mateusz Rydz hatte zwar das Trikot an, spielte aber auch noch nicht. Achim Jansen war zudem von einer Magen-Darm-Grippe geschwächt. Es waren nicht die besten Voraussetzungen, eher das Gegenteil.

Ausgezeichnete 6:0-Deckung der Gäste

Die SGSH begann trotzdem stark, stand vor allem in der 6:0-Deckung mit einem etwas offensiveren Daniel Buff (gegen Krönung) ganz ausgezeichnet. Ertrag stellte sich zu Beginn aber nicht ein, weil die SGSH direkt wieder allerbeste Chancen in Serie ausließ – vor allem Luciano und Wardzinski taten sich dabei hervor. 4:4 stand es nach 13 Minuten, als der Faden riss. Der SGSH fiel gegen die starke 3:2:1-Abwehr des VfL nichts mehr ein, die Bälle gingen leicht verloren, die Gastgeber liefen Gegenstöße, führten bald 8:4 (18.) und waren dabei noch nicht einmal konsequent gewesen. Wie euphorisiert zog der VfL bis zur Pause auf 14:8 davon. Das war deutlich, und die Schulterverletzung, die Christian Feldmann in Durchgang zwei zum Zuschauen verdammen sollte, war auch kein Mutmacher.

Letztes Aufgebot läuft nach der Pause auf

Es war quasi das letzte Aufgebot, das Mathias Grasediek wieder aufs Parkett schickte. Ohne den vorher glücklosen Julian Mayer, dafür mit Dmytruszynski und Wardzinski im Rückraum, zudem mit zwei Kreisläufern (Müller und Luciano). Neue Aufstellung, neue Einstellung: Erste Erfolgserlebnisse hinten wie vorne zeitigten die Rückkehr der SGSH in den Meisterschaftsmodus. Das Team war nun so sehr da, wie es seit November nicht mehr da gewesen ist. Dominik Formella parierte ausgezeichnet, vorne klappte das Kreisläuferspiel exzellent, Malte Müller machte hier eine überragende Partie. Beim 16:16 (40.) war der Ausgleich geschafft. Die Gladbecker hatten ihren so komfortablen Vorsprung viel zu leicht hergeschenkt.

Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur 57. Minute

Nun war es ein mehr denn je ein leidenschaftliches Kampfspiel, bei dem die SGSH bemüht war, das Tempo extrem hoch zu halten. Dreimal führte sie (bis zum 18:19), dann konterte der VfL zum 22:20 (48.). Doch abschütteln ließ sich der Gast nicht mehr. Bis zum 24:24 war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen (57.). Die Teams taumelten nun wie zwei Boxer in der 15. Runde durch den Ring. Wardzinski nutzte einen Siebemeter zum 24:25 (59.). Auf der Gegenseite trat Krönung in den Kreis. 

Die SGSH hatte den Ball, Mathias Grasediek nahm eine Auszeit. Da waren noch 26 Sekunden auf der Uhr. Doch Achim Jansen unterlief ein kleiner Fehler, die Schiedsrichter hoben den Arm zum Zeitspiel und pfiffen Jacek Wardzinski anschließend einen technischen Fehler ab, was zumindest sehr zweifelhaft war. Sven Deffte legte direkt die grüne Karte: Auszeit und noch elf Sekunden. Der VfL brachte den siebten Feldspieler – und Pascal Kunze in Wurfposition. Der warf arg bedrängt aufs Tor, Formella hielt, die Referees pfiffen ab, der VfL tobte, wollte für die letzte Situation einen Siebenmeter haben. „Den hätte es geben müssen, da gibt es keine zwei Meinungen“, bekannte Mathias Grasediek, „wir haben schon viel Pech gehabt in dieser Saison, heute hatten wir am Ende einmal Glück...“

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