SGSH: Eskericic vor Comeback

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Die personifizierte Torgefahr im linken Rückraum ist zurück: Lutz Weßeling traf in Ratingen sieben Mal für die SGSH und will nun auch gegen Neuss sein Scherflein zu einem möglichen ersten Heimsieg beitragen.

Halver - Nach Einschätzung der Trainer der Liga sollte die Partie zwischen der SG Schalksmühle-Halver und dem Neusser HV eigentlich das Topspiel des 6. Spieltags in der 3. Liga West sein.

Am Samstag (19.30 Uhr) empfängt die SGSH den Neusser HV in der Sporthalle an der Mühlenstraße in Halver. Einerseits ist dies das Duell zwischen dem Gastgeber, dem locker ein Platz in der Topgruppe der Liga zugetraut worden war, und einem Gast, der neben Krefeld der Topfavorit im Titelrennen werden sollte. Andererseits aber erwartet nun der Tabellen-13. den Achten des Klassements. Ein Duell zweier Teams mit negativem Punktekonto aus dem unteren Mittelfeld.

Sei’s drum: Für die SGSH ist das dritte Heimspiel der Saison eines, bei dem nun unbedingt der erste Heimsieg gelingen soll. Trotz der Schlagkraft des Gegners, und trotz der weiterhin existenten Personalprobleme, die immerhin ein bisschen kleiner sind als zuletzt. Neben Lutz Weßeling, der bereits in Ratingen zurückkehrte und direkt mit sieben Treffern bester SGSH-Schütze war, dürfte auch Kristian Eskericic am Samstag erstmals seit dem 29. August und seinen sieben Auftakt-Toren gegen Lemgo II wieder mit von der Partie sein. „Er hat Lauftraining absolviert. Für ein paar Minuten wird es sicher reichen“, sagt Trainer Mathias Grasediek, dämpft aber die Erwartungshaltung, „Kristian ist ganz sicher lange noch nicht wieder bei 100 Prozent.“ Wie auch fünf Wochen nach einem Bänderriss im Sprunggelenk? Immerhin wird der Kader so wieder 14-köpfig sein, fehlen werden „nur“ Jansen, Diehl, Ruskov und Merhar, bei dem die MRT zwar eine muskuläre Verletzung ausgeschlossen hat, spielen wird der Kroate aber nicht.

"Rückraum so gut wie möglich in den Griff bekommen"

Aus dem ersten Sieg in Ratingen zieht Grasediek vor allem Mut. „Nicht so sehr aus der Leistung, mehr noch aus dem Ergebnis“, sagt er, „die Leistung war in den Spielen vorher teilweise eine bessere.“ Die Marschroute gegen Neuss ist klar definiert: „Den Rückraum kann man nicht ausschalten, aber wir müssen sehen, dass wir ihn so gut wie möglich in den Griff bekommen. Die Abwehrarbeit hat wieder höchste Priorität.“

Eine Abwehrarbeit, für die sich die SGSH gegen den Gast vom Niederrhein auch gerne durch leichte Tore aus dem Tempospiel belohnen möchte. Das ist der Matchplan für eine Partie, in der es in der aktuellen Situationen beider Teams praktisch unmöglich ist, einen Favoriten zu benennen. Die Unsicherheit wird an der Mühlenstraße gewiss auch mitspielen – bei den Neussern nach der Pleite in Minden vielleicht sogar noch mehr als bei der SGSH, die aus dem Erfolg in Ratingen immerhin eines ziehen darf: Selbstvertrauen. Das wird sie brauchen, wenn es gegen einen Gegner wie den NHV zu einem doppelten Punktgewinn reichen soll.

Nichts Neues in Neuss: Hinter den Erwartungen zurück

Der Neusser HV zählte vor Saisonbeginn neben der HSG Krefeld zu den Topfavoriten in der 3. Liga West. Während die Krefelder aber nach ihrer Auftaktniederlage die Kurve bekommen hat, mussten die Neusser nach der Niederlage zum Start beim Neuling Longerich auch in Krefeld und Minden weitere Schlappen einstecken und weisen nach fünf Spielen ein negatives Punktekonto auf. Beim 23:24 bei der GWD-Reserve zuletzt verwarf das Witte-Team dabei drei Siebenmeter und stand sich irgendwie selbst im Weg.

Dabei schien der Kader in diesem Jahr noch einmal deutlich aufgewertet. Der NHV holte aus Ferndorf mit Niklas Weis, Bennet Johnen und Heider Thomas drei frisch gebackene Drittliga-Meister, vom TuSEM Essen kam Linkshänder Markus Bouali für den rechten Rückraum und von Absteiger Duisburg mit Mathias Reckzeh ein Torwart-Routinier, der an einem guten Tag noch immer ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. Auf Niklas Weis muss René Witte aktuell zwar verletzungsbedingt verzichten, hat aber mit Top-Goalgetter Klasmann, Bahn, Thomas, Bouali, Cosic und Spielmacher Handschke noch immer ein Überangebot an starken Spielern im Rückraum, dazu mit Breuer und Aust starke Außen und mit Johnen einen Top-Kreisläufer.

Vor den Spielen in Minden und Halver stellte René Witte fest: „Jedes Spiel ist auf seine Art kompliziert. Aber wir gehen jede Partie an, um zu gewinnen. Und ich traue uns auch zu, dass wir das schaffen können.“ In Minden gelang dies schon einmal nicht. Witte, der eigentlich Geduld eingefordert hatte, zog sein persönliches Fazit: „Die Jungs müssen schneller lernen...“

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