Jugendhandball

SGSH Juniors: "Jeder auf seine Art"

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Jens Kahlert (rechts) unterstrich die Probleme der SGSH Juniors im Schiedsrichterbereich, links der wiedergewählte 1. Geschäftsführer Herbert Odenbach.

Halver - Die SGSH Juniors haben viele Premieren erlebt, am Donnerstagabend gab es die erste Abschiedsvorstellung der gemeinsamen Handball-Jugendabteilung von SGSH Dragons und TuS Linscheid-Heedfeld. Zum letzten Mal in dieser Form trafen sich die Juniors zur Jahreshauptversammlung in Halver in der Neustadt.

Eine Woche nach der Aufkündigung der Spielgemeinschaft seitens der SGSH Dragons war die Auflösung der JSG zum Saisonende ein nur am Rande artikuliertes Thema. Alles, was beide Seiten dazu zu sagen hatten, war vorher gesagt worden. Und so war es schon eine besondere Stimmung in den 50 Minuten, nach denen sich die Linscheider direkt geschlossen an die Theke zurückzogen, während die Dragons-Seite zum Abendessen überging.

Was zu klären war: Fürs letzte Juniors-Jahr bleiben Jan Schriever 1. Vorsitzender, Herbert Odenbach 1. Geschäftsführer und Markus Lotz Schatzmeister. Sie wurden ohne Gegenstimmen gewählt, der stille Linscheider Protest an diesem Abend drückte sich in einigen wenigen Enthaltungen aus. Sportlich sehen sich die Juniors gut aufgestellt. Wenn es nun zu Ende geht, dann auf einem beachtlichen Niveau. „Der Handball in Schalksmühle und Halver hat große Sprünge nach vorne gemacht“, sagte Jan Schriever und verwies auf das Engagement in Schulen und Kindergärten, auf eine Kooperation fürs Athletik-Training mit dem Schalksmühler TV, dessen Kraftraum A- bis C-Junioren nun nutzen dürfen, und auf einen Bus-Shuttle-Service zum Training, der mit Hilfe des Busses der Primus-Schule ermöglicht wird.

„Gegen den allgemeinen Trend ist unsere Mitgliederzahl um zwölf gestiegen“, stellte Schriever fest, „sicherlich auch durch den Zuzug vieler Lüdenscheider.“ Auch Christian Forner betonte im Bericht der Sportlichen Leitung das Positive. Der F-Jugend-Bereich ist mit 15 bis 20 Kids pro Standort gut aufgestellt. Im oberen Jugendbereich ist man in allen drei Jungen-Altersklassen überkreislich vertreten. „Mark Dragunski ist ein Zugpferd für uns“, stellte Forner mit Blick auf die Verpflichtung des Ex-Nationalspielers fest, „seine Erfahrung bringt Qualität in den Verein und die Trainingsstruktur. Er hat auch immer ein offenes Ohr, wenn andere Trainer mal einen Tipp benötigen.“

Es gibt indes auch Problemfelder. Dass die Juniors nur noch eine E-Jugend haben, könnte in diesem Jahrgangsbereich mittelfristig Probleme bringen. Noch größer sind die Sorgen im Schiedsrichterbereich. Das Besetzen eigener D- und E-Jugend-Spiele klappt mangels Bereitschaft der Jung-Schiedsrichter immer weniger. Zwei junge Referees, die einen Schiedsrichter-Schein gerade abgelegt hatten, hörten nach nur einem Spiel wieder auf, ein anderer jetzt ebenfalls, so dass hier Handlungsbedarf besteht, um die Strafen in Grenzen zu halten. Zahlreiche Strafen wegen unentschuldigten Fehlens bei Spielen oder Fortbildungsabenden hatten zuletzt sogar Schatzmeister Lotz aufhorchen lassen.

„Für die nächste Saison haben wir definitiv zu wenig Schiedsrichter, auch wenn Joachim Schreiber von der HSG Lüdenscheid nun zu uns gewechselt ist“, sagte Schiedsrichterwart Jens Kahlert und legte die Problematik ausführlich dar. Er wird das Feld in Zukunft nicht mehr beackern. Kahlert ist Linscheider Urgestein. „Eigentlich“, sagte er nach der Sitzung traurig, „hatte ich mir noch eine kleine Rede aufgeschrieben, ich bin ja von Beginn an dabei gewesen als Trainer, Schiedsrichter und später im Vorstand.“ Kahlert hat darauf verzichtet. Es war nicht die rechte Zeit dafür.

So blieben nur die Worte von Jan Schriever zum eigentlichen Thema. Schriever forderte, die Zeit der Juniors gut zu Ende zu bringen und schaute nach vorne. „Vielleicht tut es dem Handball gut, wenn sich noch mehr Kräfte um den Handball kümmern“, sagte der Vorsitzende, „ich wünsche mir noch ein tolles Turnier und dass wir die Saison ordentlich zu Ende bringen. Und dann soll jeder mit seinen Kräften und auf seine Art den Handball nach vorne bringen.“

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