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SGSH: Jannacks Paraden ebnen für Rumpfteam den Weg zum ersten Saisonsieg

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Von: Thomas Machatzke

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SGSH LIT Halver Jannack
Vater des SGSH-Sieges: Luca Jannack zeigte im Tor eine überragende Leistung. © Cornelius Popovici

Unverhofft kommt oft: Personell auf der letzte Rille gelang Handball-Drittligist SGSH Dragons am 4. Spieltag der neuen Saison der Weststaffel der erste Sieg. 24:16 (12:9) setzte sich das Dmytruszynski-Team in Halver gegen LIT 1912 II – die Reserve aus Nordhemmern und Nettelstedt – durch.

Halver – Dass jeder jeden schlagen könne in dieser Liga, hatte Chefcoach Maciej Dmytruszynski vor dem zweiten Heimspiel der Saison gegen die vermeintlich so starken Ostwestfalen festgestellt – das klang ein wenig nach einer Mutmachparole angesichts der personellen Lage, doch er sollte recht behalten.

Die SGSH musste neben Bogdan Criciotoiu (Muskelfaserriss) auch Hendrik Halfmann (krank), Jonas Molz (krank) und Denyz Nikulichev (Cut in Abschlusstraining) ersetzen, dazu waren Florian Diehl und Brian Gipperich krank gewesen. Kurzum: Personell wäre eine glatte Niederlage eigentlich erwartbar gewesen, doch dann lief alles anders an der Mühlenstraße, weil die SGSH aus ihren Mitteln extrem viel machte. Und weil sie auf einen Gegner traf, der an diesem Abend eigentlich alles schuldig blieb – mit Ausnahme von Keeper Jannis Finke, der eine ganz exzellente Leistung zeigte und das Torwartduell trotzdem verlor, weil auf SGSH-Seite Luca Jannack alle überragte, auch den Zerberus im LIT-Tor.

Das Muster, das sich durch die 60 Minuten hindurchzog, war jenes: Die SGSH scheiterte zwar viel zu häufig in Abschluss an Finke, doch das war nicht tragisch, weil die Gäste offensiv gegen die 3:2:1-Abwehr mit wechselweise Schetters und König auf der Spitze noch weniger hinbekamen. Nach dem 5:1-Traumstart der SGSH brachte Daniel Gerling zwar den zu Beginn geschonten Regisseur Sören Südmeier, und tatsächlich kippte die Partie nun in der stärkten LIT-Phase auf 7:8 (21.). Dem Siebenmetertor Südmeiers zum 7:8 war ein Kempa-Versuch des Gastes vorausgegangen, bei dem Oliver Perey Marten Franke beim Abschluss in die Parade gefahren war. Dafür hatte Perey die Rote Karte gesehen (20:10).

SGSH: Jannacks Paraden ebnen für Rumpfteam den Weg zum ersten Saisonsieg

Platzverweis und erste LIT-Führung – es hätte der Wendepunkt der Partie sein können. Doch die SGSH blieb ruhig. Diehl, der bis dahin nur in der Abwehr gespielt hatte, weil man seine Kräfte schonen wollte, ersetzte nun Perey am Kreis. Im Rückraum gelang ausgerechnet dem in Burscheid 60 Minuten mit der Bankrolle betrauten Youngster Christopher Börner immer wieder das, was den gestandenen Spielern nicht gelang – Jannis Finke auch mal schlecht aussehen zu lassen. Und so wurde aus dem 7:8 bis zur Pause wieder ein 12:9 gegen Gäste, die vor allem in Unterzahl zu sorglos und fehlerhaft agierten und sich so final noch zwei Empty-Net-Goals einfingen.

Die Pausenführung war kein Ruhekissen. Würde der Gast sich steigern? Würde beim Gastgeber die Kraft reichen? Viele offebne Fragen. Nach dem Wechsel war es eine Viertelstunde lang ein zähes Ringen um jedes Tor (14:12, 44.). Das war insofern für die SGSH eine gute Nachricht, weil sie eine Antwort enthielt: Nein, der Gast hatte sich eben nicht immens gesteigert.

SGSH LIT Handball Halver Börner
Vierfacher Torschütze gegen LIT: Christopher Börner, der von Beginn an im linken Rückraum Akzente setzte. © Cornelius Popovici

Danach war es nach einer Auszeit die SGSH, der es gelang, die Torblockade zu lösen, der Gast dagegen tat sich weiter für jeden Torerfolg immens schwer, weil Luca Jannack aus allen Lagen parierte, was zu parieren war – und noch ein bisschen mehr. Spätestens nach Königs 19:14 (51.) standen die Weichen für die SGSH auf Sieg. Die Bemühungen des Gerling-Teams gingen zwar weiter, aber sie wurden immer mutloser, noch brotloser. Die Mannschaft, die vor Wochenfrist 30 Tore gegen Opladen geworfen hatte, blieb in Halver bei 16 Treffern. Franke, sonst neben Südmeier der Haupttorschütze bei LIT, traf gar nicht. 

So war es für die Handballer vom anderen Ende Westfalens ein schwarzer Abend, eine Art Streichergebnis. Die SGSH dagegen atmete tief durch – die beiden Pluspunkte nehmen den Druck und schenken Mut. Und sie schmeckten so süß, weil es die Eigengewächse gewesen waren, die an diesem Abend den Unterschied gemacht hatten. Christopher Börner, aber vor allem Luca Jannack, dem final noch zwei Empty-Net-Goals gelangen. Das passte so gut zu diesem Spiel. Der Held des Abends, dem am Ende nicht nur ein i-Tüpfelchen gelingt, sondern gleich zwei. Eine Geschichte, die man sich gar nicht schöner ausdenken kann.

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