Eine Woche vor dem Start greifen die Rädchen

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Mit deutlich ansteigender Formkurve bei der Generalprobe gegen den TuS Derschlag: SGSH-Linkshänder erzielte im neuen Heimtrikot vier Treffer gegen den Oberligisten.

Schalkmühle - Wenn die Vorbereitung vorbei ist, ist das Lazarett wieder leer. Wenn noch dazu pünktlich zum Ende der Vorbereitung die Rädchen endlich ineinander greifen, dann kann sie kommen, diese neue Saison, auf die man so lange und intensiv hingearbeitet hat. Beim Handball-Drittligisten SG Schalksmühle-Halver vermittelte sich genau dieser Eindruck am Sonntagabend bei der Generalprobe gegen den TuS Derschlag.

Zwei Wochen nach dem tristen SGSH-Turnierauftritt in Hagen, waren sie wieder alle da. Dominik Formella im Tor, der es mit eiserner Disziplin und großer Beharrlichkeit nur sechs Wochen nach seiner Blinddarm-Operation zurück aufs Parkett geschafft hat. Florian Diehl – problemfrei. Maciej Dmytruszynski – fast problemfrei. Daniel Krüger und Tobias Fleischhauer – beide wieder fit. Nur Marc Oberste machte nicht mit. Eine Grippe – nicht so schlimm. Dafür war die kollektive Müdigkeit einer bemerkenswerten kollektiven hohen Konzentrationsfähigkeit und geistigen Frische gewichen.

„Eine überragende Abwehrleistung“, freute sich Trainer Mathias Grasediek über das 25:11 gegen den TuS Derschlag. Der Mittelrhein-Oberligist war kein Fallobst-Gegner gewesen, aber die SGSH hatte ihn phasenweise wie Fallobst aussehen lassen. „Die Aufgabe war klar definiert: Weniger als drei Gegenstoß-Gegentore und weniger als drei Gegentore über den Kreis“, sagte Grasediek. Diese Aufgaben erfüllte sein Team mit Bravour. „Endlich stimmte die Laufbereitschaft“, bilanzierte der Coach.

Die 6:0-Abwehr hat damit einen Zustand erreicht, den man liga-tauglich nennen darf. Die Lösung für die großen Probleme, die es im Laufe der Vorbereitung im Innenblock gegeben hatte, scheint eine triviale zu sein: Zwei Hünen von imposanter Statur, aber mit nicht so schnellen Beinen im Innenblock sind in den meisten Fällen doch einer zu viel. Seitdem die SGSH Größe und Schnelligkeit kombiniert, läuft es besser. Am Sonntag spielte zumeist Florian Diehl neben Luciano oder Dmytruszynski in der Abwehrzentrale. Luciano rückt dafür häufig auf die Halbposition. So könnte es gehen in Liga drei, zumal mit Marc Oberste noch ein dritte Hüne fürs Zentrum zurückkehrt. Den Diehl-Part kann auch Malte Müller ausfüllen. Der Trainer ist zufrieden… Allerdings nur bedingt. „Im Angriff war noch nicht alles Gold, was glänzt“, konstatierte Grasediek, „da müssen wir noch geduldiger werden. Und im Gegenstoß sind wir noch nicht so weit, wie wir sein wollten. Aus den gewonnenen Bällen machen wir zu wenig.“ Auch deshalb, weil die SGSH aktuell zwischen Angriff und Abwehr wechselt. Die reinen Angriffseinsätze tun Julian Mayer derweil gut – die Formkurve des Linkshänders zeigt nach einem längeren Tief rechtzeitig zum Start wieder deutlich nach oben.

Und so ist man nun gespannt im SGSH-Lager. Am Samstag kommt der TuS Ferndorf zur großen Saisonpremiere nach Halver. Einen attraktiveren Gegner als den Vizemeister, der auch noch der Kreisnachbar ist, könnte es wohl nicht geben. Ein Spiel, in dem die SGSH nichts zu verlieren hat, aber viel gewinnen kann. Punkte, Rückenwind, Begeisterung für die nächsten Wochen. Nach der Leistung des Sonntags bleibt die SGSH Außenseiter im Auftaktmatch – aber die Hoffnungen, den Favoriten ärgern zu können, sind doch zumindest ein Stück weit genährt worden. - von Thomas Machatzke

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