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SGSH: Entscheidung um Zukunft von Cheftrainer Mark Schmetz vertagt

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Von: Thomas Machatzke

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Trainer in der Auszeit beim Handball
Die Zukunft von Mark Schmetz bei der SGSH ist weiterhin offen. © Thomas Machatzke

Am 18. Juli beginnt beim Handball-Drittligisten SGSH Dragons die Vorbereitung auf die neue Saison 22/23. Ob sie mit oder ohne Mark Schmetz als Cheftrainer beginnt, ist auch nach einem Gespräch am Dienstagabend weiter offen.

Schalksmühle – Über den Inhalt des Gesprächs am Dienstagabend an der Halveraner Mühlenstraße wollen die SGSH-Verantwortlichen öffentlich nichts sagen. „Wir diskutieren diese Dinge lieber intern, dort sollen sie bleiben“, sagt der 1. Vorsitzende Torsten Tweer stellvertretend für die Führungsriege, von der zuletzt Manager Mathias Perey, der scheidende Geschäftsführer Jan Schulz und der neue Sportliche Leiter Mark Dragunski involviert waren.

Was Tweer bestätigt: Dass die Entscheidung über die Zukunft von Mark Schmetz, der nach Informationen unserer Zeitung am Donnerstag eigentlich bereits gekündigt worden war, bei der SGSH vertagt worden ist. Einen neuen Gesprächstermin gibt es laut Tweer noch nicht. Eine Aussage gibt es dann aber doch: Grund für die vom Vorstand angestrebte Trennung sind keineswegs finanzielle Gründe. Hier sei die SGSH weiterhin gut aufgestellt.

Auch Mark Schmetz will die Diskussion nicht öffentlich führen. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Verantwortlichen dem Chefcoach am Dienstagabend am Ende des Gesprächs die Entscheidung überlassen haben, ob er nun weitermachen möchte oder nicht. Das bestätigt Schmetz auf Anfrage so nicht. Er wolle in Ruhe über die Dinge nachdenken und warte nun, dass der Vorstand wieder auf ihn zukomme, sagt der Niederländer.

SGSH: Entscheidung um Zukunft von Cheftrainer Mark Schmetz vertagt

Dass er nach den Geschehnissen des Donnerstag gekränkt und enttäuscht ist, liegt nahe. „Mir ist sehr wichtig gewesen, dass im Gespräch am Dienstag die Mannschaft dabei war und informiert worden ist“, sagt er. Und noch etwas stellt er fest: „Ich habe noch nie eine Mannschaft trainiert, bei der alles so gut gepasst wie bei der SGSH im vergangenen Jahr.“ 

Diese Sicht der Dinge bestätigen auch die Führungsspieler des Teams. „Wir sind so stolz gewesen auf diese vergangene Saison“, sagt Kapitän Florian Diehl, „viele Spieler haben zuletzt ihre Zusage ganz bewusst gegeben mit Blick darauf, dass auch Mark Schmetz weitermacht.“ Diehl lobt die Arbeit des Niederländers in höchsten Tönen, damit ist er in den vergangenen Wochen nicht allein in der Rückschau.

In die Abläufe der vergangenen Woche kommt derweil rückblickend immer mehr Struktur. Am Ende des Gesprächs am Donnerstagabend, das im Videoformat geführt worden war, soll das Aussprechen einer Kündigung für Schmetz gestanden haben. Begründung: Schmetz habe die jungen Spieler zu wenig eingesetzt und entwickelt, passe nicht mehr zur neuen Philosophie des Vereins. Unbestätigt ist, dass diese neue Philosophie auch ein Wunsch von Sponsoren gewesen sein soll.

Kollektives Zurückrudern auf Druck der Mannschaft?

Von der Kündigung am Donnerstag soll die Führungsriege am Dienstagabend nichts mehr gewusst haben wollen. Klar ist wohl eines: Dass am Wochenende enorme Anstrengungen in der Disziplin kollektives Zurückrudern unternommen worden sind von den Verantwortlichen, hängt maßgeblich mit der Reaktion des Teams zusammen. Hier gibt es auch eine Riege von Führungsspielern, die dem Vernehmen nach diese Entscheidung nicht so einfach bereit war mitzutragen.

Nun steht die SGSH vor einem großen Haufen Porzellan, das ohne Not zerschlagen worden ist. Mark Schmetz steht vor einer schwierigen Entscheidung: Weitermachen der Mannschaft wegen? Oder den Hut nehmen, weil er zur Überzeugung kommt, dass er mit dieser sportlichen Führung nicht mehr zusammenarbeiten kann? Die sportliche Führung hat qua Diskussion Reputation in beträchtlichem Maß eingebüßt. Und das Team, das zusammen so viel erreicht hat? Es könnte, wenn Schmetz geht, auseinanderbrechen. All das nach einer der besten Spielzeiten der Vereinshistorie. Es bleibt rätselhaft.

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