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Topspiel in der „Bielert-Hölle“

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Von: Thomas Machatzke

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Tobias Schetters
Tobias Schetters, der in dieser Woche seinen Vertrag verlängert hat, ist am Samstag mit den Dragons zu Gast in Opladen. © Thomas Machatzke

Ein reizvolles Auswärtsspiel steht den SGSH Dragons bevor.

Schalksmühle – Der 10. Spieltag führt den Handball-Drittligisten SGSH Dragons am Samstagabend (Anwurf 19.30 Uhr) in die Bielert-Halle im Leverkusener Stadtteil Opladen, der früher mal stolze Kreisstadt des damaligen Rhein-Wupper-Kreises war. Stolz sind derzeit auch die Handballer des TuS 82 – mit 16:2 Punkten sind die Opladener Tabellenzweiter der Staffel D der 3. Liga. Das Kräftemessen gegen den Rangdritten von der Volme ist das absolute Topspiel der Runde.

„Opladen spielt bisher eine überragende Saison, ist vielleicht so etwas wie die Überraschung der Spielzeit“, sagt SGSH-Trainer Mark Schmetz. Wobei es nicht so gewesen ist, dass man den Schützlingen von Trainer Fabrice Voigt nichts zugetraut hätte – acht Siege und dazu eine einzige Niederlage gegen den Spitzenreiter Krefeld sind dann aber in dieser ausgeglichenen Staffel doch eine Bilanz, die aufhorchen lässt. „Eine Mannschaft mit unheimlich vielen Möglichkeiten, im Rückraum zu wechseln“, charakterisiert Schmetz den Gegner im Topspiel, „durch diese Breite können sie aufs Tempo drücken. Gefährlich sind sie über die zweite Welle und die schnelle Mitte. Im aufgebauten Angriff spielt der TuS sehr viele Kreuzungen, sehr geduldig. Sehr lange Angriffe. Darauf werden wir uns einstellen müssen.“

Opladen spielt und kreuzt sehr lange – um dann irgendwann die Chance auf den Punkt herauszuspielen. Und dann müssen wir da sein.

Mark Schmetz (Trainer SGSH Dragons)

Die Schlüssel für einen guten Auftritt in der Chemiestadt hat der Niederländer klar identifiziert. Zum einen, so Schmetz, dürfe man die Gastgeber nicht über das Tempospiel, vor allem die schnelle Mitte, zu leichten Toren kommen lassen. Diese Aufgabe sollte mit einem adäquaten Rücklaufverhalten lösbar sein. Zum anderen aber geht es darum, im Abwehrverbund genau dann hellwach die Räume zuzuschieben, wenn die TuS-Offensive den Abschluss sucht. „Wir haben uns die Auslösehandlungen angeschaut“, sagt Schmetz, „Opladen spielt und kreuzt sehr lange – um dann irgendwann die Chance auf den Punkt herauszuspielen. Und dann müssen wir da sein.“

Zur mannschaftlichen Geschlossenheit, die sich dieser Tage beim Voigt-Team mit einer gewissen Euphoriewelle paart, kommt auch individuelle Klasse dazu. Aus Menden kam vor der Saison der Rückraum-Linke Maurice Meurer. Langenfeld, Leichlingen, Menden, nun Opladen: Der 23-jährige Hüne ist schon herumgekommen in seiner Laufbahn – und überall zählte er zu den Unterschied-Spielern, die ein Spiel entscheiden können. Im Topspiel gegen Gummersbach II zuletzt traf Meurer zehnmal.

„Er ist nie ganz auszuschalten“, sagt Schmetz, hat aber neben Meurer auch Linksaußen Yannik Nitzschmann für ein Sonderlob auserkoren. „Sehr, sehr treffsicher“, nennt Schmetz den anderen TuS-Neuzugang, dessen Einsatz gegen die SGSH nach einem Muskelfaserriss aus dem Gummersbach-Spiel aber eher unwahrscheinlich ist.

Nitzschmann wäre nach Kreisläufer Aaron Ellmann erst der zweite Ausfall der Saison in Opladen. Bei der SGSH ist man da mit personellen Engpässen vertrauter. Auch vor dem Gastspiel in Opladen gibt es wieder einige Fragezeichen: Während Florian Diehl sicher ausfällt, hofft Schmetz bei Jan König darauf, dass auch offensiv wieder etwas mehr geht. Bei Philipp Dommermuth haben sich die Achillessehnenbeschwerden als Zerrung – immerhin nicht aus Riss – herausgestellt. Er hat bis zum Donnerstag das Training ausgelassen, sollte sich am Donnerstagabend einem Härtetest unterziehen. Und Fabian Hecker? Bei dem kam zu den Oberschenkelbeschwerden aus dem Spiel bei den Bergischen Panthern am Freitag dann auch noch eine Erkältung mit Fieber dazu.

Kurzum: Es sieht nicht so gut aus, die Youngster Christopher Börner und Arvid Dragunski werden wohl mit der Reserve nach Bochum reisen. Und so hofft Schmetz darauf, dass Dommermuth und Hecker irgendwie fit werden fürs Topspiel – und dass sein Ensemble dann eine ähnliche Energieleistung abrufen wird wie zuletzt im nur wenige Kilometer entfernten Hilgen bei den Panthern.

Chancen? Schmetz sagt, dass es ihm egal sei, ob sie bei 40:60, 50:50 oder 60:40 lägen. Auch die Erinnerung an die 17:24-Niederlage in der Vorbereitung auf die Saison 20/21 in Halver – seinerzeit das „Streichergebnis“ der Dragons in der gesamten Vorbereitung – macht ihm keine Angst. „Das ist lange her. Ich bin mir sicher, dass wir auch in diesem Spiel eine Chance haben werden“, sagt der Chefcoach der Dragons vor der Reise in die Bielert-Halle, die die Opladener Fans in dieser Saison in „Bielert-Hölle“ umgetauft haben. Von dort hat bisher noch kein Team der Liga etwas mitgenommen. Aber Schmetz bleibt da cool. „Wenn sich die Chance bietet“, sagt er, „dann wollen wir auch zupacken und etwas mitnehmen nach Hause. Auf jeden Fall freuen wir uns riesig auf dieses Spiel!“

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