Handball

Komplettabsagen bei den Handballern

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Das Auswärtsspiel in Gummersbach am Mittwochabend war für Florian Diehl und die SGSH Dragons die vorläufig letzte Partie.

Halver - Handball-Deutschland liegt lahm. Nach den rasanten Entwicklungen in Sachen Coronavirus ist nun auch der Spielbetrieb aller dritten Ligen ausgesetzt.

Wo Handball gespielt wird, ist dieser Tage die Coronavirus-Absage-Problematik nicht weit. Am Mittwochabend in der Schwalbe-Arena war sie natürlich auch Thema, als SGSH-Coach Mark Dragunski und VfL-Trainer Maik Thiele locker plauschten. Eine einheitliche Linie des DHB? Fehlanzeige. Bei allem Verständnis für jede mögliche Entscheidung ist das wohl der Haupt-Kritikpunkt dieser Tage. Auch Thiele und Dragunski schüttelten leicht resigniert den Kopf. Und dann sagte der DHB doch am späten Donnerstagnachmittag die 3. Liga ab, nachdem der HV Westfalen vorgelegt hatte. 

In Gummersbach sah es für das Wochenende bis Donnerstagmittag zum Beispiel so aus: Das Spiel des Zweitliga-Teams abgesagt. Das Drittliga-Team sollte in Minden spielen, die A-Jugend in Gelnhausen, alle anderen Teams sollten pausieren, weil der Verband Mittelrhein den Spielbetrieb für ein Wochenende ausgesetzt hatte. 

Der Nachmittag dann brachte das, was Dragunski und Thiele schon am Mittwochabend geahnt hatten: Komplettabsagen. „Wenn einer anfängt, ziehen die anderen meist nach“, hatte Dragunski festgestellt. Die Dragons hatten ja frühzeitig ihr Spielfest an der Mühlenstraße gecancelt – ein Drittliga-Spiel gegen den TuS Spenge, eine Partie mit Topspiel-Charakter, hätte womöglich 500 Zuschauer + X angezogen. Mehr als jedes Spielfest… 

Die Dragons hätten nach zwei Siegen in Folge natürlich einerseits gerne gespielt und den Rückenwind mitgenommen gegen ein Ostwestfalen-Team, das seinerseits zuletzt dreimal in Folge verloren hatte, zudem hatte die SGSH auch noch eine Rechnung offen. Nachvollziehen konnte es dennoch jeder im SGSH-Lager. Und zudem hätte auch das Personal Anlass zur Sorge gegeben: Dragan Tubic (Schulterprobleme) ist aktuell ohnehin kein Thema. Christopher Klasmann war am Mittwoch so krank, dass ihn die Verantwortlichen direkt wieder ins Bett schickten. Cedric Geitmann ist ebenfalls krank. Dazu knickte Moritz Frenzel – einer der Besten der vergangenen Spiele – in der zweiten Hälfte um und sah sich die Schlussphase von der Bank aus an. 

So hat jeder seine Personalsorgen dieser Tage. In Burscheid war das so gewesen, wo die Panther „mehr kranke als gesunde Spieler auf der Platte hatten“ (O-Ton Marcel Mutz). In Gummersbach auch, wo Maik Thiele diesmal angesichts der Verletzten im Zweitliga-Kader keine Aushilfen von oben bekommen hatte und elf A-Jugendliche aufbot. 

„Du hast wenigstens noch eine Trainingseinheit“, sagte Maik Thiele, der in Gummersbach mehr Teammanager als Trainer ist ob der zusammengewürfelten Drittliga-Mannschaft mit Schwellenspielern und A-Junioren, am Mittwoch mit einem Augenzwinkern zu Dragunski. „Das stimmt“, entgegnete der frühere Nationalspieler, „aber personell ist es bei uns auch in diesem Jahr ganz schlimm. Wenn ich wirklich einmal alle Spieler beim Training zusammenhaben sollte – ich glaube, dann bestelle ich Pizza, und wir haben einfach nur eine gute Zeit zusammen…“ 

Doch wann die Dragons wieder trainieren werden, war gestern Abend schließlich auch offen. Zur Debatte steht SGSH-intern nämlich, dem Beispiel des Nachbarn VfL Eintracht Hagen zu folgen, der gestern seinen kompletten Trainingsbetrieb vorerst für 14 Tage ausgesetzt hat.

Seniorenspielbetrieb ruht bis zum 19. April

Der größte Handball-Dachverband der Welt ließ sich am längsten Zeit, doch gestern am späten Nachmittag setzte der Deutsche Handball-Bund sein Programm in der 1. und 2. Bundesliga ab und strich auch das für den 4. und 5. April geplante Final Four. Die Spielpause ist vorerst bis zum 22. April befristet. Für die 3. Liga und die A-Jugend-Bundesliga gilt das nicht: Dort ist erst einmal nur an diesem Wochenende Pause. Zuvor hatten die meisten Landesverbände bereits Nägel mit Köpfen gemacht – auch der HV Westfalen. Dieser erklärte den Jugendspielbetrieb der Saison 2019/20 für beendet und hat den Spielbetrieb in den Seniorenklassen zunächst einmal bis zum 19. April ausgesetzt. Ebenfalls bis zum 19. April setzt der Kreis Lenne-Sieg seinen Spielbetrieb aus und will danach weitere Maßnahmen bekanntgeben.

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