Handball, 3. Liga D

SGSH Dragons: Mit Vukas, König und dem Momentum des Spitzenreiters

Handballer beim Wurf
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Mit sieben Treffern bester SGSH-Werfer in Gensungen: Tobias Schetters.

Handball-Drittligist SGSH Dragons grüßt auch nach dem 4. Spieltag der 3. Liga, Staffel D, mit makelloser Bilanz von der Tabellenspitze. Um ein Haar indes wäre es anders gekommen. In Gensungen stand das Schmetz-Team ganz dicht vorm ersten Punktverlust…

Gensungen - Die Ausgangslage hatte anderes vermuten lassen: Verlustpunktfreier Spitzenreiter zu Gast beim punktlosen Vorletzten. Klare Sache? Mitnichten. Es wurde vielmehr ein Handballabend mit so vielen Emotionen, mit so viel Dramatik. Und mit einem Happyend für die SGSH Dragons: 26:25 (15:15) siegte das Schmetz-Team am Samstag vor 400 Zuschauern in der Gensunger Kreissporthalle. Nach einem 22:24-Rückstand. Der Sieg, er war wohl unterm Strich eher glücklich als verdient. Und er ließ einen Verlierer zurück, dessen Trainer Arnd Kauffeld „so enttäuscht und doch so stolz“ auf seine Schützlinge war.

Mark Schmetz war aber irgendwie auch stolz. „Es war nicht unser bestes Spiel“, gestand der Niederländer ein, umso mehr aber freute er sich, dass sein Team es am Ende doch mit dem Momentum des Spitzenreiters und individuellen Ausreißern nach oben doch noch zu einem guten Ende geführt hatte.

Die Ausreißer nach oben - das waren Ante Vukas und Jan König. König hatte, als nichts mehr zu gehen schien, die Dinge in die Hand genommen und einfach Jan-König-Handball gespielt, hatte sich in die Situationen gegen einen müder werdenden ESG-Innenblock hineingewurschtelt und so nach dem 24:22 vier Tore in Serie erzielt zum 24:26. Wo sich andere abgerackert hatten gegen diesen unfassbar massiven Ko-Ko-Innenblock (mit Jannis Kothe und Christoph Koch), da fand er final spielerisch leicht die Lücken und traf.

SGSH Dragons: Mit Vukas, König und dem Momentum des Spitzenreiters

Das alles wäre aber nichts mehr Wert gewesen ohne die Paraden von Ante Vukas. Der Kroate im SGSH-Tor war der einzige Gästeakteur neben Florian Diehl (der nur von der Bank zuschaute), der über die kompletten 60 Minuten den Gastgebern in Sachen Kampfgeist und Emotion ebenbürtig gewesen war. Und auf der Zielgerade nagelte der Keeper den SGSH-Kasten einfach zu, hielt auf einmal auch gegen Jannis Kothe, den wurfgewaltigen Linkshänder, der ihn vorher neunmal bezwungen hatte.

Zuletzt zwei Sekunden vor dem Ende, als die ESG im letzten Angriff des Spiels nach der dritten Abschlussmöglichkeit auch noch eine vierte bekam und Kothe in eine gute Wurfposition brachte, doch das zehnte Tor und der Ausgleich, der wohl gerecht gewesen wäre nach diesem intensiven Kräftemessen, fiel nicht. Da war Vukas dazwischen. Und das SGSH-Team wusste, bei wem es sich zu bedanken hatte nach der Schlusssirene.

Gefeierter Held: Ante Vukas nach seiner letzten Parade gegen Jannis Kothe.

Danach durfte, während die SGSH beim Feiern mit den Fans von den ESG-Anhängern lautstark ausgebuht wurde, natürlich trefflich weiter gestritten werden: Über die Situationen, die dem Spiel eine Richtung gegeben hatten. Davon hatte es so viele gegeben - und zur Wirklichkeit an diesem Abend gehörte, dass die Lager da nicht einer Meinung waren bei der Beurteilung.

Während Arnd Kauffeld zu den Referees lieber gar nichts gesagt hätte, sich auf jeden Fall - „vielleicht auch, weil wir am Ende der Tabelle stehen“ - entscheidend benachteiligt fühlte, konstatierte Mark Schmetz sogar einen Heimvorteil. „Was Gensungen gedeckt hat, das war schon ein hartes Brett“, stellte er fest, „wir wussten das aus dem vergangenen Jahr, aber da haben wir bei uns gespielt, und die Schiedsrichter haben nicht so viel zugelassen wie heute…“

Umstrittener Platzverweis für Linus Michel

Auch mit dem Platzverweis für Linus Michel (46.) war Schmetz - völlig zurecht - nicht einverstanden. Der SGSH-Spielmacher hatte beim ESG-Gegenstoß zuerst den Raum besetzt, ESG-Rechtsaußen Maxim Schalles wollte aber genau durch diesen Raum hindurch, fädelte ein und fiel zugegeben eindrucksvoll. Für die SGSH bedeutete dies wieder eine Alternative weniger. Auch die frühe Zwei-Zeitstrafen-Belastung für Philipp Dommermuth war eine Hypothek gewesen angesichts der fehlenden Alternativen im Defensivverband. 

Doch am Ende ging alles gut. Während die blütenweißen Westen von Baunatal (Niederlage in Longerich) und den Bergischen Panthern (Niederlage im Topspiel in Krefeld) die ersten Flecken abbekamen, ist die Weste der SGSH weiter rein. Glück gehabt. Nach vorher drei ungefährdeten Siegen war es wohl das Glück des Tüchtigen. 

Beste SGSH-Werfer in Gensungen waren Tobias Schetters (7/2) und Jan König (5). Für die Gastgeber trafen Jannis Kothe (9) und Vince Schmidt (4) am besten.

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