Handball

SGSH Dragons: Mark Schür über Wünsche, Ziele und Sorgen

Alter und neuer Vorsitzender bei Amtsübergabe
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Amtsantritt: Mark Schür im Sommer 2019 bei der Wahl mit seinem Vorgänger Markus Knuth (links).

Am Mittwochabend leitet Mark Schür die erste Jahreshauptversammlung der SGSH Dragons als Vorsitzender. Im Gespräch zieht der 32-Jährige ein erstes Zwischenfazit seiner Arbeit.

Schalksmühle – Am Mittwochabend findet die Jahreshauptversammlung des Handball-Drittligisten SGSH Dragons statt – aufgrund der Pandemie erstmals in einem digitalen Format. Alle Mitglieder sind eingeladen, im Rahmen einer Videokonferenz die Berichte zu hören und einen neuen Vorstand zu wählen. Für den 1. Vorsitzenden der SGSH, Mark Schür, ist es die erste Versammlung, die er leitet. 2019 ist er zum Nachfolger von Markus Knuth in dieses Amt gewählt worden. Im Gespräch mit Sportredakteur Thomas Machatzke zieht Schür eine erste Zwischenbilanz seiner Arbeit.

Mark Schür, Sie haben sich Ihr erstes Jahr als Vorsitzender der SGSH sicherlich anders vorgestellt. Wie bewerten Sie es?
Eigentlich durchweg positiv. Die Corona-Pandemie konnte niemand vorhersehen. Durch Corona war der Aufwand natürlich deutlich größer, aber da kann niemand etwas dafür. Corona hat uns in vielen Dingen einen Strich durch die Rechnung gemacht – erst der Saisonabbruch, dann eine alles andere als normale Vorbereitung und schließlich die erneute Saison-Unterbrechung. Aber für diese besondere Situation, die wir haben, ist es eigentlich gut gelaufen.
Es ist anzunehmen, dass Sie bei Ihrem Amtsantritt andere Schwerpunkte der Arbeit geplant hatten...
Natürlich. Seit März habe ich mich viel mehr um die 1. Mannschaft kümmern müssen als es geplant war. Ziel war für die Arbeit eigentlich, eine bessere Verzahnung zwischen den Mannschaften – A-Jugend, 2. Mannschaft, 3. Mannschaft – hinzubekommen. Diese Bemühungen müssen wir, wenn es wieder losgeht, weiter intensivieren. Ziel für die SGSH muss es sein, in den nächsten Jahren viele eigene Jugendliche in diesen Mannschaften zu integrieren. Für die 3. Mannschaft wollen wir auch den Umbruch einläuten.
Also ein klarer Fokus auf die Förderung der Jugend...
Ja, Ziel muss es hier sein, mit allen Jugend-Mannschaften immer in der höchsten Spielklasse dabei zu sein. Mit der A-Jugend sind wir da in diesem Jahr gescheitert, was auch nichts mit Corona zu tun hatte. Ziel ist es, die Nummer eins in der Region Märkischer Kreis zu sein, um so attraktiv zu sein für Talente aus dieser Region. Ich sage dies nicht, weil ich andere Vereine damit kaputtmachen will. Es geht mir darum: Bevor diese Talente nach Dortmund, Hagen oder Ferndorf abwandern, sollen sie lieber hier bleiben und bei uns spielen.

Den Spielbetrieb in der 3. Liga zu sichern, das ist definitiv die größte Herausforderung.

Mark Schür (SGSH-Vorsitzender)
Kommen wir zur 1. Mannschaft, dem Aushängeschild in der 3. Liga: Hat Corona hier auch die Perspektiven verändert?
Richtig ist, dass man durch die Pandemie nicht so recht weiß, wo man dran ist. Es ist ein Schwebezustand. Deshalb haben wir auch noch keine Planung für 2021 gemacht. Wie sieht es mit den Sponsoren aus? Können wir weiter mit diesen Geldern rechnen? Etwa 70 Prozent des Etats werden über das Sponsoring abgedeckt. Wenn zwei oder drei große Sponsoren abspringen würden, dann würde es schwierig. Wir sind im Moment sehr froh, dass dies bisher nicht geschehen ist. Wir haben viele Gönner, die der SGSH grundsätzlich sehr positiv gegenüberstehen, und hoffen, dass dies auch so bleibt. Aber natürlich kann sich auch für diese Sponsoren die Frage stellen, warum man so etwas macht, wenn man keine Gegenleistung in Form von Werbung bei Spielen erhält, weil Spiele schlichtweg nicht stattfinden. Genauso wie wir die Frage beantworten müssen, warum wir Aufwandsentschädigungen zahlen, wenn nicht gespielt wird – was wir mit dem Sponsorengeld machen. In diesen Fragen ist ganz viel Fingerspitzengefühl gefragt. Den Spielbetrieb in der 3. Liga zu sichern, das ist definitiv die größte Herausforderung.
Was erwarten Sie von der digitalen Jahreshauptversammlung?
Jan Schriever und Christian Forner scheiden aus dem Vorstand aus, diese Ämter werden wir neu besetzen. Ansonsten erwarte ich Kontinuität. Der Vorstand wird über den Sachstand informieren. Und wir wollen den Gönnern und Sponsoren in diesem Rahmen danken für die Solidarität, die sie uns in dieser Zeit entgegenbringen.
Abschließend zwei Wünsche für das Jahr 2021 – welche sind das für Sie?
Zum einen wäre es schön, eine verlässlich planbare Fortsetzung der Saison zu bekommen. Selbst wenn es auf einen Abbruch hinauslaufen sollte – es wäre wichtig zu wissen, woran man ist. Und dann hoffe ich natürlich, dass man bald wieder in die Halle darf. Sportlich erhoffe ich mir, dass wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Aber vor allem ist da der Wunsch, dass sich Menschen wieder Handballspiele anschauen können, dass man in der Halle zusammenkommen kann. Das wäre für unseren Sport ganz wichtig!
Mark Schür, vielen Dank für das Gespräch!

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