Handball, 3. Liga (Staffel D)

SGSH Dragons: Kleine Staffel, große Hoffnung auf relativ normale Spielzeit

Handball Abwehr sgsh
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Philipp Dommermuth, Ante Vukas und Tobias Schetters (v. l.) freuen sich auf den Saisonstart, zu dem die SGSH Dragons am Samstag den Leichlinger TV empfangen.

Für die SGSH Dragons beginnt die Handball-Saison in der 3. Liga (Staffel D) am Samstagabend mit einem Heimspiel gegen den Leichlinger TV. Ein Blick auf die Spielzeit.

Schalksmühle – Vorhang auf für die neue Spielzeit: Nach der Abbruch-Saison 20/21 hoffen die Handballer in ganz Deutschland wieder auf ein bisschen Normalität. In der 3. Liga, Staffel D starten die SGSH Dragons aus Halver und Schalksmühle am Samstagabend mit einem Heimspiel an der Mühlenstraße gegen den Leichlinger TV (Anwurf 19.30 Uhr) in die Saison. Ein Blick auf die Spielzeit, auf die SGSH und auf das erste Saisonspiel.

Der Modus: In der 3. Liga 21/22 bei den Männern spielen die nach dem ausgesetzten Abstieg nun 82 Mannschaften in sieben Staffeln (bis zur Corona-Pandemie waren 64 Teams). Die SGSH Dragons haben die Staffel D erwischt, in der zehn NRW-Teams (Zentren: Südwestfalen und Bergisches Land) und dazu mit Baunatal und Gesungen zwei Vertreter aus dem Raum Kassel antreten.

Bis Mitte März wird eine Hin- und Rückrunde gespielt. Ab dem 27. März finden dann die drei weiterführenden Runden statt: Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten nehmen an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teil. Für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde muss ein Lizenzantrag für die 2. Bundesliga gestellt werden. Zwei Aufstiegsplätze zur 2. Bundesliga gibt es in dieser Saison.

SGSH Dragons: Kleine Staffel, große Hoffnung auf relativ normale Spielzeit

An der Abstiegsrunde nehmen alle Mannschaften teil, die in der normalen Runde in ihren Staffel Platz sieben bis zwölf einnehmen. Durch den vermehrten Abstieg aus der 2. Bundesliga (drei Absteiger) und das Bemühen der Rückführung der Drittliga-Ebene von 82 auf 70 Mannschaften wird es 26 Absteiger geben. Das setzt die Teams im Abstiegskampf mehr als sonst unter Druck.

Wer nicht an der Aufstiegs- und nicht an der Abstiegsrunde teilnimmt, für den bleibt in diesem Zeitraum der Ligapokal, bei dem auch Zweitvertretungen startberechtigt sind. Es ist die Spielrunde, in der es sportlich nicht mehr um so viel gehen wird, nurmehr um Plätze im DHB-Pokal.

Die Liga-Besetzung: Die HSG Krefeld um ihren Coach, den Ex-SGSH-Kreisläufer Maik Pallach, gilt als Top-Favorit der Staffel. Die Krefelder wollten eigentlich schon in der Aufstiegsrunde im Frühjahr den Sprung zurück in die 2. Bundesliga schaffen und haben sich durch die Rückkehr von Sven Bartmann vom Zweitligisten Bayer Dormagen vor allem im Tor noch einmal imposant verstärkt. Zehn Testspiele hat die HSG bestritten und ihren Anspruch untermauert. Zuletzt gab gegen drei Ligakonkurrenten drei imposante Siege (42:32 gegen die Bergischen Panther, 35:25 gegen Leichlingen, 41:29 gegen Volmetal). Mit der HSG muss man rechnen.

Das zweite Team, das sich aus der Masse heraushob in den vergangenen Wochen, war der Longericher SC (mit dem Schalksmühler Basti Lux). Hier ist Ex-Liga-Torschützenkönig Benjamin Richter zurückgekehrt und vor allem der langjährige Erfolgscoach Chris Stark zurück auf die LSC-Bank.

Maik Pallach und die HSG Krefeld sind der Topfavorit der Staffel.

Hinter diesem Duo gibt es eine ganze Reihe von Teams, denen man es zutrauen darf, in der erweiterten Spitzengruppe mitzuspielen. Dazu zählt natürlich auch die SGSH, die in der vergangenen Saison bis zum Abbruch ungeschlagen durch die Liga kam. Aber auch die Bergischen Panther mit ihrem langjährigen Erfolgscoach Marcel Mutz und einer eingespielten, noch einmal punktuell verstärkten Mannschaft, die körperlich starken Hessen-Teams aus Gensungen oder Baunatal oder auch der TuS Opladen (mit Mendens Top-Torjäger Maurice Meurer als Neuzugang) haben das Potenzial, eine sehr gute Rolle in der Staffel D zu spielen.

Und die Abstiegsfrage? Sie wird sich letztlich erst in der erweiterten Runde entscheiden. Aber in der Staffel D dürften die Mendener Wölfe (nach erneutem personell Aderlass und angesichts der der langwierigen Verletzung von Leistungsträger Rafael Dudczak) ebenso zu den festen Kandidaten für die untere Tabellenhälfte zählen wie der VfL Gummersbach II mit seinem neuen portugiesischen Trainer Goncalo Miranda (für Maik Thiele) und einem wie gehabt extrem jungen Team. Und dann ist da noch die Reserve des TuSEM Essen, die völlig überraschend in der Nordrhein-Aufstiegsrunde den etablierten Ratingern das Nachsehen gab. Für die Essener geht es auch einzig und allein um den Klassenerhalt.

Hüller, Bekston und Borchert müssen ersetzt werden

Der TuS Volmetal und der Leichlinger TV haben in der Vorbereitung mitunter überrascht und Potenzial angedeutet, dürften aber beide ebenfalls eher in der unteren Tabellenhälfte angesiedelt sein.

Das SGSH-Team: Die SGSH hat ihren Drittliga-Kader breiter aufgestellt. Ob er damit genauso schlagkräftig sein wird wie in der Vorsaison, das muss abgewartet werden. Mit Julian Borchert hat die SGSH einen starken Mann im Torwartgespann verloren und setzt hier auf Stammkeeper Ante Vukas und dahinter drei sehr junge, in der 3. Liga noch komplett unerfahrene Talente. Das ist ein Vabanque-Spiel: Verletzt sich Vukas, könnte es eng werden.

Der Verlust von Spielmacher Lukas Hüller schmerzt daneben noch mehr als der von Abwehrchef Kai Bekston. Einen Spieler mit der individuellen Qualität Hüllers zu ersetzen, ist praktisch unmöglich. Mit Linus Michel hat man immerhin spät nach einen jungen Ferndorfer dazugewonnen, der angedeutet hat, dass er als Spiellenker auch sehr wertvoll werden kann. Am Kreis ist Oliver Perey dazu gekommen, im Rückraum neben Christopher Börner zudem mit A-Junior Arvid Dragunski ein hochinteressanter Spieler für die Zukunft.

Zugänge: Tjark Döscher (HSG Varel), Michal Gorlas (TuSEM Essen), Arvid Dragunski (eigene A-Jugend, Doppelspielrecht), Christopher Börner, Nico Jannack (beide eigene A-Jugend, während der letzten Saison), Linus Michel (TuS Ferndorf, mit Zweitspielrecht), Oliver Perey (VfL Gummersbach II)

Abgänge: Lukas Hüller (HG Saarlouis), Kai Bekston (Ziel unbekannt), Julian Borchert (Ziel unbekannt)

Der Kader für die Spielzeit 2021/22

Tor: Ante Vukas, Tjark Döscher, Pius Hablowetz, Michal Gorlas

Linksaußen: Natko Merhar, Tobias Schetters

Rückraum: Christopher Klasmann, David Bleckmann, Florian Diehl, Arvid Dragunski, Christopher Börner, Linus Michel, Jan König, Brian Gipperich, Fabian Hecker

Rechtsaußen: Moritz Frenzel

Kreis: Philipp Dommermuth, Oliver Perey, Nico Jannack

Trainerteam: Mark Schmetz (Cheftrainer), Maciej Dmytruszynski (Co-Trainer), Matthias Reckzeh (Torwarttrainer)

Sportlicher Leiter: Axel Vormann

Teamarzt: Dr. Bernd Lasarzewski

Aber gerade im Defensivspiel darf nicht viel passieren, sind die Alternativen rar. Und da zum Start und bis auf Weiteres erst einmal ohne Florian Diehl und David Bleckmann (beide verletzt) geplant werden muss, darf personell erst einmal nicht mehr viel passieren, wenn der Kader nicht deutlich an Schlagkraft einbüßen soll. Ist das Aufgebot indes komplett und problemfrei, dann hat die SGSH das Potenzial, vielleicht sogar das vermeintlich Top-Duo der Liga zu ärgern.

Die SGSH-Ziele: Nicht zu früh wollen sich die Verantwortlichen festlegen, sondern erst einmal die ersten fünf, sechs Spiele abwarten. „Aber nach unten werden wir nicht schauen müssen“, sagt Trainer Mark Schmetz, „nur welche Platzierung am Ende realistisch ist, wird man erst später sagen können.“

Ein Ziel ist es in diesem Kontext, die jungen Spieler im Kader weiterzuentwickeln. Davon gibt es einige, dafür ist man bei den erfahrenen Kräften, den potenziellen Leistungsträgern, nicht mehr ganz so breit aufgestellt, wie es einmal war. Und wenn es sehr gut läuft und man womöglich gar um die Aufstiegsrundenplätze mitspielen kann, dann müsste sich der Verein auch vor der Aufstiegsrunde erklären gegenüber dem DHB. „Bis dahin ist noch viel Zeit“, sagt Mark Schmetz, aber ausschließen, dass man dann auch diese Runde spielen würde („Es wäre doch attraktiv, sich mit den besten Mannschaften zu messen“), will er nicht.

Erstes Heimspiel am Samstagabend gegen Leichlingen

Der Auftakt: Am Samstagabend um 19.30 Uhr gastiert der Leichlinger TV zum ersten Saisonspiel an der Halveraner Mühlenstraße. „Wir freuen uns alle riesig darauf. Endlich wieder Meisterschaft, endlich wieder um Punkte“, sagt Trainer Mark Schmetz, „und wir werden 60 Minuten alles geben und dann schauen, was rauskommt…“

Gegen den Leichlinger TV ist die SGSH nominell klarer Favorit. Groß waren die Probleme der Blütenstädter in den vergangenen Jahren. Doch inzwischen hat Trainer Lars Hepp einen breiteren Kader als noch im Vorjahr – und wohl auch einen schlagkräftigeren. Mit David Schreibelmayer vom Süd-Drittligisten Bayreuth und Linksaußen Moritz Barwitzki (ehemals für Ferndorf in der 2. Bundesliga aktiv) sind zuletzt noch zwei neue Spieler dazu gekommen. Vorher hatte der LTV mit Jan Speckmann und dem ehemaligen Neusser-Zweitliga-Crack Thomas Bahn gut aufgerüstet.

„Ein schweres Spiel gegen einen gefährlichen Gegner“, sagt Mark Schmetz, „der LTV hat bei der Saisoneröffnung gegen den HC Gelpe-Strombach 35:21 gewonnen. Gegen eine Mannschaft, die hoch will in die 3. Liga, ist das ein Top-Ergebnis. Und mit Valdas Novickis hat der LTV noch immer einen absoluten Ausnahmespieler, der gerade im Zusammenspiel mit Kreisläufer Kübler sehr stark ist.“

Kurzum: Es dürfte kein Spaziergang werden für die SGSH Dragons, zumal die eigenen Möglichkeiten durch den Ausfall von Florian Diehl und David Bleckmann eingeschränkt sind. Ob Schmetz am Samstag Börner und Dragunski oder nur einen von beiden ins erste Spiel mitnehmen und dafür auf drei Torhüter setzen wird, das ist noch offen. Auch welcher oder welche Torhüter neben Ante Vukas dabei sein werden, soll erst am Freitag im Abschlusstraining entschieden werden.

Der Saisonfahrplan in der Übersicht

04.09. Leichlinger TV (H)

10.09. SG Menden Sauerland Wölfe

18.09. TuS Volmetal (H)

25.09. ESG Gensungen/Felsberg

02.10. TuSEM Essen II (H)

09.10. Longericher SC

16.10. HSG Krefeld (H)

30.10. GSV Eintracht Baunatal (H)

05.11. HSG Bergische Panther

13.11. TuS 82 Opladen

21.11. VfL Gummersbach II (H)

27.11. Leichlinger TV

04.12. Menden Sauerland (H)

11.12. TuS Volmetal

15.01. Gensungen/Felsberg (H)

23.01. TuSEM Essen II

29.01. Longericher SC (H)

12.02. HSG Krefeld

19.02. HSG Bergische Panther (H)

26.02. GSV Eintracht Baunatal

05.03. TuS 82 Opladen (H)

13.03. VfL Gummersbach II

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