Handball, 3. Liga West

Unberechenbare Aufgabe

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„Wir müssen Körperlichkeit und Routine in so einem Spiel gegen diesen jungen Gegner einbringen“, fordert Dragons-Trainer Stefan Neff. Dominic Luciano ist dafür durchaus prädestiniert.

Schalksmühle - Es ist die erste von drei ganz harten Nüssen, die Handball-Drittligist SGSH Dragons vor dem Weihnachtsfest zu knacken hat: Am Samstagabend um 19 Uhr gastiert das Team von Trainer Stefan Neff beim TSV GWD Minden II – in der Hauptschulhalle im Stadtteil Dankersen.

Nun ist es – anders als mitunter in der Vergangenheit – kein Auswärtsspiel in der großen Kampa-Halle, die für den großen Bundesliga-Handball steht. Dafür allerdings könnte eine unangenehm bundesliga-lastige Heimmannschaft auf den Tabellenzweiten warten. Die GWD-Reserve ist die wahrscheinlich größte Wundertüte der Liga. An guten Tagen waren es bis zu sechs Akteure gleichzeitig, die aus dem Bundesliga-Kader der Grün-Weißen mitgewirkt haben. Tabellenführer HSG Krefeld hat so einen Tag erlebt und trotzdem 26:25 im Weserbergland gewonnen. Der Leichlinger TV dagegen ging beim 24:31 in Minden mächtig baden – es war eine von zwei Niederlagen der Pirates, die zweite folgte in Krefeld.

Auf der anderen Seite haben die Mindener in Volmetal und Gummersbach verloren, auch zu Hause gegen Longerich. Es waren Tage, an denen es beim Personal nicht so üppige Hilfe von oben gab. Und nun die SGSH Dragons: Wie bereitet man sich auf so eine Wundertüte vor? „Wir rechnen mit der stärksten Mannschaft“, sagt Trainer Stefan Neff, „zum einen können wir ohnehin nicht hinter die Fassade schauen. Wer soll Spielpraxis bekommen? Wer soll für das Bundesliga-Spiel am Sonntag geschont werden und darf sich nicht verletzen? Das wissen wir nicht. Zum anderen wollen wir auch gegen die stärkste Mannschaft spielen – dafür arbeitet man doch Wochen, Monate und Jahre: Um sich mit den Besten messen zu können.“

Nun würde der Tabellenzweite eine Woche vor dem Leichlingen-Spiel und zwei Wochen vor dem Gipfeltreffen in Krefeld natürlich auch gerne beide Punkte mitnehmen, was gegen eine weniger gut besetzte Mindener Reserve ein bisschen leichter wäre. Selbst wenn Minden II aber mit voller Kapelle spielt, erwartet Stefan Neff ein offenes Spiel. „Natürlich ist das von der Qualität des Gegners eine anspruchsvolle Aufgabe, aber wir haben auch Qualität. Wir haben Selbstbewusstsein – und wir müssen Körperlichkeit und Routine in so einem Spiel gegen diesen jungen Gegner einbringen“, fordert der Hagener, „dass uns ein technisch exzellent ausgebildeter Gegner erwartet, das ist doch klar. Ganz egal, wer dort am Ende auf dem Feld stehen wird.“

Wer bei den SGSH Dragons nach der weiten Reise ins Weserbergland auf dem Feld stehen wird, ist derweil kein großes Geheimnis. Luca Sackmann wird es nicht sein. Ihn zwingt seine Schulterverletzung weiterhin zum Zuschauern. Der Rest des Kaders allerdings ist fit und heiß auf die Topspiele. Deshalb erwartet Neff auch kein Problem, was in der Vergangenheit des Öfteren in Spielen bei Bundesliga-Reserven aufgetreten ist. Die Fähigkeit zur Eigenmotivation sollte trotz der für ein Drittliga-Spiel ungewohnten Geisterkulisse jedenfalls nicht zum Problem werden. „Die Stimmung in der Mannschaft ist so gut. Das kriegen die Jungs hin“, sagt Neff mit fester Überzeugung.

Ob sie alles andere hinkriegen am Samstagabend? „Wir werden auch irgendwann wieder ein Spiel verlieren“, sagt Neff, „aber wir arbeiten hart dafür, dass es nicht an diesem Wochenende sein wird. Wir wollen die Punkte aus Minden auf jeden Fall mitnehmen.“

Dragons: Vukas, Plessers – Merhar, Schetters, Diehl, Bleckmann, Klasmann, Hüller, Brüning, Ruskov, Jorajuria, Hecker, Luciano, Prior

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