Handball

Derby-Topspiel mit vielen Facetten

+
Noch eine Facette im Derby-Topspiel zwischen der SGSH und Hagen: Am Kreis der Gäste aus der Volmestadt spielt mit U20-Nationalspieler Tom Bergner (Mitte) ein waschechter Halveraner, der sich auch an der Mühlenstraße gegen die SGSH-Abwehr behaupten will.

Halver - Wenn Handball-Drittligist SGSH Dragons am Samstagabend um 19.30 Uhr den VfL Eintracht Hagen an der Mühlenstraße in Halver empfängt, dann wartet auf die Fans beider Lager eine Partie, die selten so facettenreich dahergekommen ist. 

Es ist das Topspiel zwischen dem Tabellendritten und Rangzweiten des Klassement. Es ist das Nachbarschaftsduell zweier Erzrivalen, bei dem es von jeher ums Prestige geht. Und es ist auch das Gastspiel des neuen Eintracht-Trainers Stefan Neff bei der Mannschaft, die er bis zum 3. Spieltag dieser Saison an die Tabellenspitze führte, um dann als Spitzenreiter-Trainer beurlaubt zu werden. Brisanz-Faktoren, bei denen lediglich der Überflieger aus Wilhelmshaven irgendwie stört, denn ganz gleich ob die Dragons oder die Eintracht am Samstag gewinnen – um den Titel und Aufstieg geht es wohl nicht mehr für beide. Es geht um den Vizetitel, den ersten Trostpreis im Meisterschaftsrennen einer Spielzeit. 

„Spiele zwischen Schalksmühle und Hagen haben immer eine ganz besondere Würze“, sagt SGSH-Coach Mark Dragunski, „diesmal kommt natürlich noch dazu, dass Stefan beim Gegner auf der Bank sitzt, aber ich denke, dass das keinen großen Unterschied macht. Heiß sind die Jungs gegen Hagen sowieso immer.“ Kurzum: Es bedarf keiner Motivationskünste, weder für Neff noch für Dragunski am Samstagabend. Eher schon muss womöglich ein bisschen eingebremst werden, um Übermotivation zu vermeiden. 

Sportlich sieht Dragunski – wie auch Stefan Neff in dieser Woche im Gespräch mit der Lokalzeitung – keinen Favoriten. „Wenn man Hagen und die SGSH vergleicht, sind wir, was die wirtschaftlichen Möglichkeiten angeht, sicherlich der Underdog“, sagt der Ex-Nationalspieler, „aber sportlich sind wir in dieser Saison durchaus auf Augenhöhe mit Hagen. Und deshalb hoffe ich auch, dass wir am Samstag als Sieger die Fläche verlassen werden.“ 

Gratulationen von Hans-Peter Müller (links) an Hagens Matchwinner Nils Dresrüsse nach dem Hinspiel – diesmal fehlt Dresrüsse verletzungsbedingt, lastet die Verantwortung im VfL-Tor auf Tobias Mahncke.

Das Hinspiel gewann die Eintracht 27:22. Es war keine Gala, wobei der Begriff Gala ohnehin nicht die Eintracht-Ära mit Trainer Ulli Kriebel passt. Einen Gala-Auftritt legte allenfalls Eintracht-Keeper Nils Dresrüsse, der diesmal verletzungsbedingt fehlen wird, hin. „Er hat uns den Schneid abgekauft. Das war so ein Spiel, in dem der Keeper total über sich hinauswächst“, sagt Dragunski, der noch einmal die Statistik aus dem September bemüht: 22 SGSH-Fehlwürfe in der Krollmann-Arena bei 22 erzielten Toren. Die Partie hatte der Gast nach den 60 Minuten ohne Zweifel in der Offensive verloren. 

Womit Dragunski beim Thema ist. „Auch in Aurich und Longerich haben wir die Spiele vorne verloren. Wir sterben da mitunter in Schönheit“, sagt er, „hinten sieht das eigentlich alles ganz gut aus, aber vorne finden wir nicht den richtigen Moment. Wir müssen die Dinge wieder mehr auf den Punkt spielen und dann auch die Chance konsequent suchen. Daran haben wir in dieser Woche gearbeitet.“ 

Dragunski will gegen Hagen Fabian Hecker wieder früher bringen, der Linkshänder soll mehr Spielanteile erhalten und auch Christopher Klasmann, auf den in Köln viel Verantwortung abgeschoben wurde, entlasten. Auf der linken Außenbahn könnte es sein, dass Natko Merhar beginnt. Tobias Schetters musste im Training angeschlagen kürzertreten. Das Comeback von Dominik Spannekrebs hat das Trainerteam als gelungen verbucht. Zudem dürfte auch Linkshänder-Neuzugang Brian Gipperich von den Rhein Vikings – der Transfer wurde noch immer nicht bestätigt vom Verein – eine Option mehr sein, um die Hagener in Verlegenheit zu bringen und das Parkett als Sieger zu verlassen

SGSH: Vukas, Borchert – Merhar, Schetters, Klasmann, Spannekrebs, Hüller, Brüning, Hecker, Tubic, Frenzel, Gipperich, Diehl, Geitmann, Bekston

Die Lage beim VfL Eintracht Hagen

„Stefan hat seinem Team in Hagen natürlich seinen Stempel aufgedrückt, aber behutsam“, sagt Mark Dragunski über die Arbeit seines Vorgängers Stefan Neff beim Nachbarn in der Krollmann-Arena, „anders geht es ja auch gar nicht, wenn man mitten in der Saison kommt. Man hat ja keine komplette Vorbereitung mit dem Team.“ Auf jeden Fall hat die Eintracht unter Neff in sechs Spielen fünfmal gewonnen. Und weil die Niederlage in Neuss durch die Insolvenz der Rhein Vikings aus der Wertung genommen wurde, hat Neff mit seinem neuen Team bei 10:0 Punkten noch eine blütenweiße Weste. Fehlen werden beim Gast Keeper Nils Dresrüsse und Linksaußen Daniel Mestrum (beide verletzt). 

Dafür steht im Vergleich zum Hinspiel der niederländische Rückraumlinke Jaap Beemsterboer im Kader, ist auch Jan-Lars Gaubatz, der im September erst spät kam, im Vollbesitz seiner Kräfte. „Gaubatz hat uns mächtig Probleme gemacht“, sagt Dragunski, „und auch die Achse mit Kreisläufer Tilman Pröhl mit allen Rückraumspielern ist zu beachten.“ Dazu dürfte die Eintracht auch in Halver auf Ergänzungen aus dem A-Jugend-Bundesliga-Team setzen. Mit Linksaußen Theo Bürgin (29 Tore in der 3. Liga), Niko Bratzke, Luca Klein und Christopher-Robin Funke hat Neff in seiner Trainerzeit bereits vier A-Junioren eingesetzt.

Live-Übertragung im Internet

Das Drittliga-Derby zwischen den SGSH Dragons und dem VfL Eintracht Hagen wird am Samstagabend live im Internet übertragen. Über die Adresse www.sportdeutschland.tv kann das Spiel via Smart-TV, Mobiltelefon, Laptop/PC oder Pad verfolgt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare