Handball

Probleme beim Aushängeschild

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Nach der überragenden Qualifikationsrunde zur A-Jugend-Bundesliga (Foto aus dem Spiel gegen TuSEM Essen in Hagen) plagen die Oberliga-A-Jugend der SGSH Dragons Juniors aktuell personelle Probleme, die eine Prognose der Chancen im westfälischen Oberhaus erschweren.

Schalksmühle – Am Wochenende beginnt in den Nachwuchs-Spielklassen des HV Westfalen die Saison. Die SGSH Dragons sind im ersten Jahr nach der Auflösung der Spielgemeinschaft SGSH Juniors mit drei Mannschaften überkreislich vertreten. Die C-Jugend hat den Sprung in die Oberliga-Vorrunde verpasst und spielt diesmal nur in der Kreisliga. Ein Blick auf die Chancen der drei Aushängeschilder der Dragons:

A-Junioren

Klassenhöchstes Teams im sportlichen Portfolio der Dragons ist das A-Jugend-Oberliga-Team von Trainer Maciej Dmytruszynski. Rückblende: In einer bespiellosen Marathon-Qualifikation zur Jugend-Bundesliga (JBLH) scheiterten die Juniors erst am spätmöglichsten Termin, dem finalen Turnier der bundesweiten Endrunde. In München mussten sich die Sauerländer Gastgeber TSV Allach knapp geschlagen geben. „Eine überragende Runde war das“, sagt Dmytruszynski, und es schwingt – zu Recht – noch immer Stolz mit in der Stimme des ehemaligen polnischen Nationalspielers.

Seitdem ist viel Wasser die Volme hinab geflossen und die sommerliche Euphorie der Rückkehr des sportlichen Alltags gewichen. Sprich: Vor dem Meisterschaftsauftakt im westfälischen Oberhaus beim VfL Gladbeck (Sonntag, 17 Uhr, Riesener Sporthalle) dominieren aktuell die personellen Probleme die Situation. So ist Linkshänder Jan Micus zum Bundesliga-Nachbarn nach Hagen gewechselt, hat Spielmacher Fabian Linde mittlerweile seine Laufbahn beendet, und auch Marcel Plischka (Australien-Aufenthalt) und Lukas Kellotat (Mittelhandbruch) werden längerfristig ausfallen. Größte „Problemzone“ ist indes die Torhüterposition: Pius Hablowetz wird aus Studiengründen – wenn überhaupt – nur sporadisch zur Verfügung stehen. Um zumindest nicht dauerhaft auf B-Jugend-Spieler zurückgreifen zu müssen, haben die Dragons deshalb in dieser Woche noch einen kurzfristigen Neuzugang verbucht. Vom VfL Eintracht Hagen wechselt der Schwerter Sören Roters zur Dmytruszynski-Sieben.

Die Personalsituation in Zusammenhang mit dem Umstand, dass die Sommervorbereitung durch die Abstellung etlicher Akteure an die 1. bzw. 2. Mannschaft (Schnepper, Kahler, Börner, Pfaffenbach, Jannack) eine eher holprige war, tut sich Maciej Dmytruszynski aktuell noch etwas schwer, Ziele zu definieren. „Die Jungs müssen für sich festlegen, was sie erreichen wollen und vor allem, was sie bereit sind, dafür zu investieren“, sagt der Coach – wohl wissend, dass die Dragons in der Besetzung der JBLH-Quali sicherlich ein Kandidat für weit vorne in der Oberliga wären, davon aber aktuell ein gutes Stück weit entfernt sind.

B-Junioren

In der Verbandsliga starten die B-Jugend-Jungen der Dragons. Der Gedanke an die Oberliga hatte sich nach Wechsel von Kai Lüsebrink zum VfL Gummersbach praktisch schon vor der Aufstiegsrunde erledigt. Trainer Mark Dragunski schaut auch in der Saison nicht so sehr auf die Ergebnisse. „Die Tabelle ist nicht so wichtig“, sagt er und gibt als Saisonziel aus, die jüngeren Spieler für das zweite Jahr heranzuführen ans Spielniveau. „Es ist unsere schwierigste Mannschaft, weil die Leistungsunterschiede im Team so groß sind“, sagt der Ex-Nationalspieler. Der älteren B-Junioren wie Jannik Mänzer, Karl Wallmann oder Ole Hübner sollen deshalb parallel auch Spielpraxis in der A-Jugend-Oberliga bekommen. Die Mannschaft, die am Sonntag in Schwelm in die Saison startet, geht gegenüber der Aufstiegsrunde unverändert in die Spielzeit.

B-Juniorinnen

Nach Jahren der Abstinenz hat mit der weiblichen B-Jugend der SGSH Dragons wieder ein Mädchenteam den Sprung auf die überkreisliche Ebene geschafft. „Das wird eine andere Sache als die Qualifikation oder die Kreisliga“, sagt Michael Purschke, der die Mannschaft gemeinsam mit Dustin Dolle trainiert. Ohne ein einziges Testspiel geht das Team am Samstag in Hemer in den Saisonstart. „Wir hoffen schon, dass wir die eine oder andere Überraschung schaffen“, sagt Purschke. Rang eins und zwei in der Vorrunde sieht er an die Teams aus Riemke und Hemer vergeben. Der dritte Platz, der auch noch die Oberliga-Qualifikation bedeuten würde, wäre so für den Coach „das Optimum“ und ist zudem das erklärte Ziel. Das Aufstiegsteam um Leistungsträgerinnen wie Floriane Börner, Joke Schnepper oder Nele Beckmann hat noch einen torgefährlichen Neuzugang zu verzeichnen: Nina Battenfeld, die im C-Juniorinnen-Bereich schon mit der HSG Lüdenscheid überkreislich aktiv war, hat sich dem Purschke/Dolle-Team angeschlossen.

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