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SGSH Dragons: „Die Jugend als Pfund für die Zukunft“

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Von: Thomas Machatzke

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Drei Handballer auf der Bank
Drei Youngster für die SGSH-Zukunft: Neuzugang Oliver Perey (links) sowie Christopher Börner (Mitte) und Nico Jannack rechts) aus dem eigenen Nachwuchs. © Thomas Machatzke

Am Donnerstagabend startet Handball-Drittligist SGSH Dragons in die Vorbereitung auf die neue Saison. Mark Schür, 1. Vorsitzender der Dragons, sieht das Team gut aufgestellt.

Schalksmühle – Am Donnerstagabend beginnt bei den SGSH Dragons die Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison, bittet Mark Schmetz seine Schützlinge zum ersten Training.

Seit vergangener Woche steht fest, dass die SGSH in der Staffel D gegen neun Mannschaften aus NRW und zwei aus Nordhessen antreten wird. Auch der Kader ist nach der Verpflichtung des 22-jährigen Linus Michel auf Leihbasis komplett.

Vor dem Start ins Training sprach Sportredakteur Thomas Machatzke mit dem 1. Vorsitzenden der SGSH, Mark Schür, über den neuen Kader, Ziele und die Veränderungen, die die Corona-Pandemie auch für die SGSH mit sich gebracht hat.

SGSH Dragons: „Die Jugend als Pfund für die Zukunft“

Mark Schür, der Kader ist seit der Verpflichtung von Linus Michel komplett, die Eckdaten der Saison stehen. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Wie zufrieden sind sie mit dem Ergebnis der Planungen?

Sehr zufrieden! Ich finde, dass unser Team gut aufgestellt ist. Wir haben eine schöne, junge Mannschaft. Unser Trainer Mark Schmetz arbeitet gerne mit jungen Spielern, will sie weiterentwickeln. Das kann er nun mit diesem Kader, der einige erfahrene, aber auch viele junge Spieler hat.

Sie haben mit Lukas Hüller, Kai Bekston und Julian Borchert drei starke Akteure verloren, die neuen Spieler sind noch sehr jung und teils unerfahren. Sind Sie optimistisch, diese Verluste vollauf kompensieren zu können?

Zunächst einmal haben wir für die drei Spieler, die gegangen sind, sechs neue Spieler im Kader – neben den externen Spielern auch Christopher Börner, Nico Jannack und Arvid Dragunski, die sich im vergangenen halben Jahr im Training mit der 1. Mannschaft schon toll entwickelt haben. Alle haben Riesenschritte gemacht. Quantitativ sind wir also auf jeden Fall schon einmal besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Dann ist da noch Jan König, der zu Beginn der vergangenen Saison ja gefühlt noch gar nicht richtig angekommen war. Da ist noch wesentlich mehr Potenzial da – er kann nun aus dem Schatten von Lukas Hüller heraustreten und zeigen, was er kann. Er soll als Führungsspieler die jungen Spieler anleiten. Um zur Frage zurückzukommen: Ja, ich denke, dass wir über unsere erfahrenen Spieler und das Kollektiv diese Verluste kompensieren können sollten.

Und wo sehen Sie die SGSH dann? Was wird in der neuen Liga möglich sein für Ihr Team?

Wenn ich mir die Liga anschaue, können und müssen wir eigentlich in der vorderen Hälfte mitspielen. Topfavorit ist ohne Frage die HSG Krefeld, die noch einmal mächtig aufgerüstet hat.

Aber Rang zwei, der zur Aufstiegsrunde berechtigen würde, wäre ein lohnendes Ziel?

Wir sollten die Ziele nicht zu hoch stecken. Wir wollen sicherlich wieder unter die Top 4 der Liga, aber dazu gehört auch Spielglück. Und wenn es Platz zwei würde, würden wir auch die Aufstiegsrunde spielen. Aber wir machen uns da nichts vor: Der Aufstieg wird in der neuen Saison über andere Mannschaften gehen.

Wir sind jetzt gut aufgestellt für die Zukunft, haben einen guten Kader und können mit eigenen jungen Spielern den nächsten Schritt machen.

Mark Schür (1. Vorsitzender der SGSH)

Es wird im neuen Jahr 26 Absteiger geben in der 3. Liga. Damit sollte die SGSH nichts zu tun haben, oder? Wie gelassen sind Sie?

Davon gehe ich eigentlich aus – es sei denn, es passiert extrem etwas. Wenn zum Beispiel drei oder vier Leistungsträger gleichzeitig ausfallen würden, dann würde es natürlich eng. Aber das sehe ich eigentlich nicht.

Die SGSH könnte schon ein Problem bekommen, wenn sich ein Leistungsträger verletzt: Hinter Ante Vukas plant die SGSH mit drei extrem jungen Torhütern, die sich erst noch dauerhaft auf diesem Niveau beweisen müssen. Dieses Risiko nehmen Sie bewusst in Kauf?

Ja, das nehmen wir in Kauf, sonst hätten wir es nicht gemacht. Das ist unser Weg, den wir gehen wollen. Wir haben in der 2. Mannschaft gute Erfahrungen damit gemacht, hinter einem erfahrenen, gestandenen Spieler auf einer Position einen jungen Spieler aufzubauen. Die jungen Spieler haben sich entwickelt, haben gedrückt. Das kann gut klappen. Auch bei den Torhütern.

Lassen Sie uns noch abschließend auf die Auswirkungen der Pandemie blicken. Das wirtschaftliche Umfeld hat sich vielerorts verändert, den Vereinen ist eine Saison genommen worden. Die Voraussetzungen sind nicht mehr die, die sie vor der Pandemie waren. Wenn man so will, werden die Karten neu gemischt. Wie gut ist die SGSH durch diese schwierige Zeit gekommen?

Das war auch für die SGSH mit großen Anstrengungen verbunden, aber wir haben treue Fans und Sponsoren –und auch die Mannschaft hat ihren Teil dazu beigetragen. Wir sind jetzt gut aufgestellt für die Zukunft, haben einen guten Kader und können mit eigenen jungen Spielern den nächsten Schritt machen. Die letzten Spieler aus der eigenen Jugend waren Fabian Hecker und Florian Diehl. Nun kommen Nico Jannack, Pius Hablowetz, Christopher Börner und Arvid Dragunski dazu. Vier Spieler! Das hat es lange nicht mehr gegeben, dass so viele junge Spieler aus dem eigenen Verein oder dem Umfeld den Sprung in den Kader der 1. Mannschaft geschafft haben. Natürlich hat dazu auch Corona etwas beigetragen. Aber das ist doch ein Pfund für die Zukunft. Das macht mich zufrieden und auch sehr zuversichtlich.

Mark Schür, vielen Dank für das Gespräch!

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