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Gladbeck gegen SGSH: Ein Klassiker ist zurück

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Von: Thomas Machatzke

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Die SGSH ist heiß auf das Kellerduell in Gladbeck. © Thomas Machatzke

Ist ein Klassiker noch ein Klassiker, wenn es ihn siebeneinhalb Jahre nicht mehr gegeben hat? Am 7. März 2015 trafen der VfL Gladbeck und die SGSH Dragons, die sich vorher so viele brisante, umkämpfte und emotionale Duelle geliefert hatten, letztmals in der 3. Liga aufeinander. Die SGSH gewann seinerzeit in der Riesener-Sporthalle 25:24 und beendete eine lange Durststrecke, für den VfL Gladbeck gab es Wochen später keine Rettung mehr. Er verabschiedete sich für sieben Spielzeiten in die Oberliga.

Schalksmühle - Nun ist der VfL Gladbeck zurück – und irgendwie hat sich in den Jahren vieles verändert, aber manches ist geblieben: Sven Deffte ist noch immer Trainer beim VfL, Max Krönung schon wieder drittbester Torschütze der 3. Liga. Vor siebeneinhalb Jahren war Krönung noch aufstrebend, heute wird er bald 32 Jahre alt, aber das Wohl und Wehe des Gladbecker Spiels, es hängt noch immer maßgeblich von ihm ab.

Und bei der SGSH? Da erzielte an jenem Samstag im Frühjahr 2015 ein Spieler sechs Tore und war damit bester Werfer an diesem Abend, der nun als Trainer zurückkehrt ins Vest: Maciej Dmytruszynski. Auch sein spielender Co-Trainer war seinerzeit schon dabei – nur am 7. März nicht: Handverletzung, Florian Diehl schaute seinerzeit als Youngster von der Tribüne zu.

Nun also wieder Gladbeck contra SGSH (Samstag, 19.30 Uhr, Riesener-Sporthalle) – und wieder steht die Partie im Zeichen des Abstiegskampfes. Die SGSH hatte ihn in den vergangenen Jahren eigentlich hinter sich gelassen, bis zum großen Knall im Sommer. Die Gladbecker waren es in der Oberliga auch gewohnt, nach oben zu schauen. Vorbei, es geht wieder ums sportliche Überleben. Nun hat der VfL am Wochenende bei LIT 1912 II immerhin den ersten Saisonsieg nach zuvor sechs Niederlagen gefeiert. Und Krönung hat dabei 13 Tore geworfen.

Gladbeck gegen SGSH: Ein Klassiker ist zurück

„Die Gladbecker haben nach dem ersten Sieg neuen Mut geschöpft. Sie wissen, dass sie uns schlagen müssen, wenn sie die 3. Liga halten wollen. Entsprechend heiß werden sie sein“, sagt Maciej Dmytruszynski, „ich habe das meinen Jungs ganz deutlich gesagt: Niemand bei uns soll nach den zwei Siegen denken, dass wir dort mal eben leicht die Punkte mitnehmen können. Das wird ein richtiges Kampfspiel, das wird alles andere als leicht.“

Erst Gladbeck, dann am Dienstag das Heimspiel gegen Schlusslicht Minden II. Auf diese Spiele ist der Chefcoach voll fokussiert. Als Bogdan Criciotoiu und Finn Schnepper zuletzt krank wurden (kein Corona), hat Dmytruszynski sie trotzdem vom Team isoliert. Gerade in diesen beiden wichtigen Spielen kann er sich keinen Ausfall leisten, keine Kranken, keine Verletzten. Schnepper und Criciotoiu haben bis zum Dienstag noch nicht mit dem Team trainiert, ob sie dabei sind, ist offen. Der Rest aber ist müde, aber bereit.

Der junge Ukrainer Denyz Nikulichev von den SGSH Dragons im Spiel gegen die Ahlener SG.
Sorgenkind: Der junge Ukrainer Denyz Nikulichev überzeugt Maciej Dmytruszynski Woche für Woche im Training, doch auf dem Parkett waren seine Auftritt bisher unglücklich. So überlegt der Chefcoach, ob sich der Youngster möglicherweise zunächst in der Verbandsliga-Reserve Selbstvertrauen holen könnte. © Thomas Machatzke

„Die Jungs waren nach dem Ahlen-Spiel fast alle angeschlagen, aber wir haben direkt am Montag wieder ganz hart gearbeitet. Für diese beiden Spiele“, sagt Dmytruszynski, der seinen Schützlingen erst danach etwas Ruhe gönnen will.

In Gladbeck erwartet die SGSH eine volle Halle, eine präsente 6:0-Abwehr mit dem baumlangen Christopher Winkelmann im Innenblock. Der Zwei-Meter-Mann ist auch vorne einer, auf den die SGSH – wie auch Krönung – besonders aufpassen muss. Dmytruszynski hat viel Video geschaut. Er ist vorbereitet und in Alarmbereitschaft.

„Wir müssen wieder gut decken und gut kämpfen“, sagt er. Das Erfolgsrezept hat sich nach den Siegen in Augustdorf und gegen Ahlen nicht geändert. Noch ein Sieg in Gladbeck, und es wäre beinahe eine kleine Serie. Dmytruszynski weiß das. Aber er glaubt auch zu wissen, dass diese Aufgabe die vielleicht schwerste sein wird, weil sein Team vor allem mental bereit sein muss. So wie an jenem 7. März 2015. Seinerzeit spielte dieser Faktor auch eine große Rolle. Wie eigentlich immer zwischen den Rivalen. Es gibt Dinge, die sich wahrscheinlich nie ändern werden.

Am Feiertag gegen den TSV GWD Minden II

Doppelspieltag in der 3. Liga der Handballer. Weil sich an die normale Spielzeit auch in diesem Jahr wieder Auf- und Abstiegsrunden anschließen, hat Staffelleiter Andreas Tiemann (Hille) fürs bevorstehende lange Wochenende zwei Spiele angesetzt. Nach dem Spiel in Gladbeck erwartet die SGSH am Allerheiligentag um 19.30 Uhr an der Mühlenstraße den TSV GWD Minden II. Die Mindener sind bisher punktlos, verloren die meisten Spiele deutlich. Mit Minden II beschäftigt sich Maciej Dmytruszynski allerdings erst ab Sonntagmorgen: „Vorner gilt alle Konzentration dem VfL Gladbeck.“

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